Blitzschutz, DIN-Norm

Blitzschutz: Neue DIN-Norm verändert Risikobewertung

30.05.2026 - 01:39:28 | boerse-global.de

Veraltete Leitungen und Zählerkästen bremsen den Ausbau erneuerbarer Technologien. Neue Normen und Schutzsysteme sollen Abhilfe schaffen.

Blitzschutz: Neue DIN-Norm verändert Risikobewertung - Foto: über boerse-global.de
Blitzschutz: Neue DIN-Norm verändert Risikobewertung - Foto: über boerse-global.de

Alte Leitungen, veraltete Zählerkästen und unzureichende Sicherheitsstandards bremsen den Ausbau erneuerbarer Technologien. Experten warnen: Ohne Modernisierung drohen Engpässe und Sicherheitsrisiken.

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Wärmepumpen: Alte Installationen oft unzureichend

Die ELEKTRO-Initiative empfiehlt Hausbesitzern dringend, vor dem Einbau einer Wärmepumpe den gesamten Elektrohaushalt prüfen zu lassen. Besonders Anlagen aus den 1970er- und 1980er-Jahren stoßen an ihre Grenzen. Der Zählerkasten ist oft das größte Problem: Er bietet schlicht zu wenig Platz für moderne Komponenten. Aktuelle Empfehlungen sehen vor, dass etwa 20 Prozent des Platzes als Reserve frei bleiben sollten.

Zwar genießen viele Altbauten Bestandsschutz – doch der gilt nur für unveränderte, sichere Anlagen. Der Einbau einer Wärmepumpe gilt als wesentlicher Eingriff, der diesen Schutz aufheben kann. Ein offizieller E-CHECK durch einen Fachbetrieb schafft Klarheit und stellt die Einhaltung der Vorschriften sicher.

Feuergefahr bei Solaranlagen: Neue Schutztechnik

Dezentrale Stromerzeugung boomt – und mit ihr steigen die Anforderungen an den Brandschutz. Auf der Intersolar Europe in München (23. bis 25. Juni 2026) präsentiert CITEL neue Notfall-Schalter für Photovoltaikanlagen. Die Modelle FWS 3 und FWS 6 sind für Anlagen bis 1000 Volt Gleichspannung ausgelegt und trennen die Solarmodule vom Wechselrichter.

Die Technik schaltet automatisch ab, sobald die Wechselspannung wegfällt. Gleichzeitig schützt sie sowohl den Wechselrichter als auch den Not-Schalter selbst vor Überspannungen. Ein integrierter Ansatz, der Brand- und Überspannungsschutz kombiniert.

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Blitzschutz: Neue Norm verändert Risikobewertung

Mit der DIN EN IEC 62305-2 Ed.3 gelten verschärfte Regeln für den Blitzschutz. Die Norm führt eine neue Berechnungsmethode ein: Personenschäden und Gebäudeschäden werden zu einem gemeinsamen Risikowert zusammengefasst. Für technische Anlagen gibt es erstmals eine separate Ausfallrate.

Auch die Erfassung von Blitzeinschlägen wurde verbessert. Neu ist zudem die Anerkennung von Gewitterwarnsystemen als offizielle Schutzmaßnahme. Das ermöglicht eine präzisere Sicherheitsplanung für komplexe Installationen.

Netzanschluss: Neue Verträge senken Kosten

Die Fachagentur Wind und Solar hat am 29. Mai 2026 den ersten von drei geplanten Musterverträgen für flexible Netzanschlüsse veröffentlicht. Sie bieten einen modularen Rahmen für Leistungsbegrenzung und Anschlussmanagement. Zwei weitere Versionen sollen noch 2026 folgen.

Noch größeres Potenzial bietet die Netzoptimierung. Wer Spannungsschwankungen, Blindleistung und Oberschwingungen in den Griff bekommt, spart bares Geld. Ein aktuelles Beispiel: Bei einem Betrieb mit 950.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch ließen sich die Stromkosten um 11,7 Prozent senken – rund 21.000 Euro pro Jahr. Der Staat fördert solche Maßnahmen mit bis zu 60 Prozent der Kosten. Nebenbei verlängert sich die Lebensdauer der Elektrogeräte.

Netzgebühren: Reform „Agnes" kommt 2029

Die Bundesnetzagentur arbeitet an der Netzgebühren-Reform „Agnes". Ab 2029 sollen Prosumer – Haushalte mit eigener Stromerzeugung – zur Kasse gebeten werden. Ausgenommen sind lediglich kleine Balkonkraftwerke. Die Mehrkosten sind gedeckelt: weniger als 100 Euro pro Jahr. Der endgültige Rahmen wird bis Ende 2026 erwartet.

Schon jetzt drängt die Behörde auf die Einführung zeitvariabler Netzentgelte. Obwohl diese seit April 2025 vorgeschrieben sind, bieten erst 14 von 169 Verteilnetzbetreibern den geforderten „Modul 3"-Zugang an. Die Bundesnetzagentur droht mit Bußgeldern und setzt eine letzte Frist: 30. September 2026.

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