Blitzermarathon: 13 Länder kontrollieren bis 9. August verstärkt
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
13 Bundesländer starten heute eine europaweite Aktionswoche gegen Raser. Bis zum 9. August kontrolliert die Polizei verstärkt an Unfallschwerpunkten, Schulen und Baustellen. Bayern, das Saarland und Sachsen machen nicht mit.
Geheime Messstellen statt Blitzermarathon
Die Strategien der Länder unterscheiden sich deutlich. Während einige Regionen ihre Kontrollstellen vorab veröffentlichen, halten Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz die Standorte geheim. Der Lerneffekt soll höher sein, wenn Autofahrer nicht wissen, wo geblitzt wird. Brandenburg konzentriert sich derweil auf ländliche Gebiete und Alleen.
Ein zentraler 24-Stunden-Blitzermarathon ist in dieser Woche nicht geplant. Stattdessen verteilen sich die Einsätze flexibel über den gesamten Zeitraum. Die Beamten kontrollieren nicht nur an Gefahrenstellen, sondern auch vor Seniorenheimen, Kindergärten und Krankenhäusern.
Unfallzahlen steigen – Kontrollen dringend nötig?
Die Bilanz des Vorjahres gibt Anlass zur Sorge. 2025 starben 2.832 Menschen im deutschen Straßenverkehr – 62 mehr als im Jahr zuvor. Überhöhte Geschwindigkeit bleibt eine der Hauptursachen für schwere Unfälle.
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Die Dimension des Problems zeigen frühere Kontrollwochen: Im April 2026 erwischte Baden-Württemberg 58.347 Raser, fast 10.000 davon im Bereich von Bußgeld und Punkten. Rheinland-Pfalz registrierte bei seiner ersten Speedweek knapp 49.000 Temposünder. In Hessen lag die Beanstandungsquote 2025 bei 3,17 Prozent.
Bis zu 800 Euro Strafe – das droht Temposündern
Die Bußgelder sind happig: Schon 26 km/h zu viel innerorts können ein Fahrverbot bedeuten. Bei mehr als 70 km/h über dem Limit werden bis zu 800 Euro fällig, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot inklusive.
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Die Terminwahl sorgt für Diskussionen. Der ADAC unterstützt die Aktion grundsätzlich, der AvD kritisiert jedoch den Zeitpunkt in der Hauptreisezeit. Die Gefahr: Die Kontrollen könnten als Abzocke wahrgenommen werden. Beide Verbände fordern stattdessen kontinuierliche Kontrollen über das ganze Jahr.
Hessens Innenminister Roman Poseck weist die Kritik zurück. Es gehe darum, Bewusstsein für die Gefahren zu hohen Tempos zu schaffen und Leben zu schützen, betonte er. Auch Polizeivertreter stellen klar: Die Signalwirkung zählt, nicht die Einnahmen. Erste Ergebnisse der Kontrollwoche werden Mitte August erwartet.
