BKA, Phishing-Plattform

BKA zerschlägt Phishing-Plattform Kratos mit 1.800 Nutzern

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 11:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mobilgeräte-Attacken erreichen neuen Höchststand. BKA zerschlägt Phishing-Plattform. KI treibt Bedrohung an.

Cyberangriffe auf Smartphones: Rekordzahlen im ersten Quartal 2026
Ein Smartphone mit leuchtenden digitalen Sicherheitssymbolen in einem modernen Büro als Symbol für mobile Cyber-Bedrohungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Zahl der Cyberangriffe auf mobile Endgeräte erreicht im ersten Quartal 2026 neue Höchststände. Weltweit wurden rund 2,67 Millionen Schadsoftware-Attacken auf Smartphones blockiert. Sicherheitsforscher entdeckten allein in diesem Zeitraum über 306.000 neue schädliche Programme.

Besonders alarmierend: Die Abhängigkeit von Mobilgeräten wächst rasant. Rund 58 Prozent der Nutzer verwenden ihr Smartphone als primären Internetzugang. Bei den 18- bis 28-Jährigen sind es sogar 67 Prozent.

Rekordwerte bei Ransomware und Sicherheitslücken

Die Bedrohungslandschaft hat sich in der ersten Jahreshälfte massiv ausgeweitet. Fachleute registrierten über 37.000 neue Schwachstellen – ein Anstieg von 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mehr als die Hälfte dieser Lücken gilt als hochgradig gefährlich oder kritisch.

Parallel dazu explodieren die Ransomware-Zahlen: 4.544 Fälle bedeuten ein Plus von 25 Prozent. Das entspricht etwa 25 Attacken pro Tag.

Der Treiber dieser Entwicklung heißt künstliche Intelligenz. Laut einer aktuellen Studie bestätigten 66 Prozent der betroffenen deutschen Unternehmen, dass KI die Effektivität von Angriffen gesteigert habe. 36 Prozent der Mitarbeiter fielen auf solche Attacken herein – die KI-generierten Nachrichten wirkten besonders authentisch. Schädliche Links und E-Mail-Anhänge waren jeweils für 45 Prozent der Vorfälle verantwortlich.

BKA zerschlägt Phishing-Plattform „Kratos“

Ein bedeutender Erfolg gelang dem Bundeskriminalamt und internationalen Partnern: Sie zerschlugen die Phishing-Plattform „Kratos“. Der Dienst wurde als „Phishing-as-a-Service“ betrieben und ermöglichte es rund 1.800 Nutzern, monatlich bis zu 15.000 kriminelle Kampagnen durchzuführen. Seit 2024 sollen die Hintermänner damit etwa 300.000 Euro erbeutet haben.

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Die Ermittler stellten über 200 Server sicher. In Indonesien nahmen sie einen Entwickler fest, in Pakistan zwölf weitere Verdächtige. Dabei sicherstellten die Beamten rund 96.000 manipulierte Banking-Apps. Die Infrastruktur zielte unter anderem auf Kunden der Commerzbank, der Deutschen Bank und der Postbank ab.

Android-Lücke und Update-Ende für ältere Modelle

Auch technologische Schwachstellen bleiben ein Risiko. Für Android 16 wurde eine Lücke bekannt, die eine PIN-Umgehung mittels bestimmter Tastenkombinationen ermöglichte. Ein Patch wird seit Mitte Juli 2026 ausgerollt. Eine weitere Schwachstelle in MediaTek-Chipsätzen erlaubte das Auslesen von PINs und kryptografischen Schlüsseln. Apple schloss mit iOS 26.3 den „DarkSword“-Exploit, der zuvor sechs Zero-Day-Lücken ausgenutzt hatte.

Seit dem 21. Juli 2026 endete zudem die Update-Versorgung für mehrere ältere Smartphone-Modelle. Ein namhafter Hersteller unterstützt Geräte wie das Galaxy A03s und A52s nicht mehr mit regelmäßigen Patches. Experten raten Unternehmen, ihren Gerätebestand genau zu überwachen – veraltete Software ist ein erhebliches Einfallstor für Ransomware-Gruppen. Etwa 32 Prozent dieser Gruppen werden mittlerweile staatlichen Akteuren aus China, Russland oder dem Iran zugerechnet.

Passkeys statt Passwörter: Authentifizierung im Wandel

Um den steigenden Gefahren zu begegnen, setzen immer mehr Dienstleister auf moderne Sicherheitsstandards. Im Juli 2026 begannen große deutsche E-Mail-Anbieter wie GMX und WEB.DE mit der Einführung von Passkeys für ihre rund 38 Millionen Nutzer. Auch Microsoft plant, Passkeys ab September 2026 als Standard für Entra ID zu etablieren und die SMS-Authentifizierung bis Februar 2027 abzuschaffen.

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Doch die beste Technologie nützt wenig ohne den Menschen. Sicherheitsanalysten betonen: Neben verhaltensbasierter Erkennung ist vor allem die Schulung der Mitarbeiter die wirksamste Abwehr gegen moderne Cyberangriffe. Aktuelle Umfragen zeigen jedoch, dass 63 Prozent der Fachleute noch erhebliche Defizite bei der Erkennung von KI-gestützten Attacken sehen.

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