BioNTech-Übernahme, Tübinger

BioNTech-Übernahme: Zwei Drittel der Tübinger Stellen fallen weg

07.06.2026 - 09:32:34 | boerse-global.de

BioNTech streicht zwei Drittel der Stellen am CureVac-Standort Tübingen. Eine Taskforce der Landesregierung soll die mRNA-Expertise sichern.

BioNTech-Übernahme von CureVac: Massiver Stellenabbau in Tübingen
BioNTech-Übernahme - Eine Nahaufnahme einer leeren, modernen Biotech-Laborumgebung, die teilweise abgebaut ist und auf Stellenabbau und Umstrukturierung hinweist. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Rund zwei Drittel der Stellen in Tübingen fallen weg – und das in einer Region ohne vergleichbare Arbeitgeber.

Der Zeitplan ist ambitioniert. Schon bis Ende 2026 sollen die meisten Mitarbeiter gehen, der operative Betrieb in Tübingen läuft nur noch bis zum 31. Dezember. Ab September bietet das Unternehmen erste Aufhebungsverträge an. BioNTech verspricht einen sozialverträglichen Abbau – doch die Verunsicherung bei den Beschäftigten ist groß.

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Taskforce soll Know-how retten

Die Landesregierung will nicht tatenlos zusehen. Eine Taskforce aus Wissenschaftsministerium, Wirtschaftsministerium, Bundesagentur für Arbeit und der Landesgesellschaft Biopro soll die mRNA-Expertise am Standort sichern. Das Problem: Hochspezialisierte Fachkräfte finden in der Region kaum Alternativen.

Der Stellenabbau ist Teil einer radikalen Neuausrichtung von BioNTech. Fast alle deutschen Produktionsstandorte – Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen – sowie ein Werk in Singapur werden geschlossen. Die COVID-19-Impfstoffproduktion geht komplett an Partner Pfizer. BioNTech setzt künftig auf Onkologie und mRNA-Krebstherapien. Ab 2029 sollen die Maßnahmen jährlich rund 500 Millionen Euro einsparen.

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Deutsche Pharmabranche unter Druck

Der Fall Tübingen ist kein Einzelfall. Anfang Juni kündigte US-Konzern Eli Lilly an, seine Investitionen in Alzey massiv zu kürzen. Ursprünglich waren 2,5 Milliarden US-Dollar geplant. Auch Boehringer Ingelheim streicht 900 Millionen Euro für deutsche Standorte und lenkt das Geld in die USA und nach Asien.

Was läuft schief? Branchenvertreter nennen die Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitswesen, hohe Energiepreise und Bürokratie. Die Chemiebranche leidet ebenfalls: Evonik streicht bis Ende 2026 rund 1.850 Stellen, Dow baut in Stade über 100 Arbeitsplätze ab.

Lieferketten geraten ins Wanken

Dazu kommen wachsende Risiken bei der Medikamentenversorgung. Steigende Kosten und geopolitische Konflikte belasten die Lieferketten. Pharma Deutschland warnt: Die geplante Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge könnte die wirtschaftliche Basis für die Produktion wichtiger Wirkstoffe in Deutschland gefährden. Schon jetzt gibt es Engpässe bei Rohstoffen wie Helium.

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