BioNTech, Stellen

BioNTech streicht 1.860 Stellen und schließt Werke

06.05.2026 - 09:29:00 | boerse-global.de

BioNTech streicht rund 1.860 Stellen und schließt Produktionsstandorte. Der Konzern fokussiert sich künftig vollständig auf die Krebsforschung.

BioNTech streicht 1.860 Stellen und schließt Werke - Foto: über boerse-global.de
BioNTech streicht 1.860 Stellen und schließt Werke - Foto: über boerse-global.de

Das Unternehmen baut massiv Stellen ab und schließt mehrere Produktionsstandorte in Deutschland und Singapur.**

Der Schritt ist drastisch, aber angesichts der Entwicklung kaum überraschend. Mit dem Einbruch der COVID-19-Impfstofferlöse und dem strategischen Fokus auf die Krebsforschung verabschiedet sich BioNTech von seiner eigenen Impfstoffproduktion. Rund ein Fünftel der weltweiten Belegschaft – etwa 1.860 Arbeitsplätze – fallen weg. Die Produktion des Corona-Impfstoffs wird vollständig an den langjährigen Partner Pfizer übergeben.

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Drei deutsche Standorte betroffen

Besonders hart trifft es Tübingen. Rund 820 Arbeitsplätze sind dort gefährdet. Die Stadt war erst vor wenigen Monaten Schauplatz einer großen Übernahme: BioNTech hatte den einstigen Konkurrenten CureVac Ende 2025 für 1,25 Milliarden Euro gekauft. Die Integration der Tübinger Operations lief offenbar nicht wie erhofft. Jetzt steht die Schließung an.

Auch in Marburg fallen Jobs weg – rund 540 Stellen sind betroffen. Das Werk war während der Pandemie das Herzstück der schnellen Produktionsausweitung. Heute gilt es als unterausgelastet. In Idar-Oberstein streicht BioNTech weitere 440 Positionen. International trifft es den Produktionsstandort Singapur, der im ersten Quartal 2027 schließen soll. Dort sind zwischen 60 und 85 Mitarbeiter betroffen.

Die Standorte sollen nach Möglichkeit verkauft werden. Der Konzern prüft derzeit Verkaufsoptionen für die betroffenen Werke.

Umsatz halbiert, Verlust steigt

Die finanziellen Zahlen sprechen eine klare Sprache. Im ersten Quartal 2026 fiel der Umsatz auf 118,1 Millionen Euro – ein deutlicher Rückgang gegenüber 182,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Markt für COVID-19-Impfstoffe hat sich normalisiert, die Nachfrage ist saisonal und deutlich geringer.

Der Nettoverlust weitete sich auf 531,9 Millionen Euro aus, nach 415,8 Millionen Euro im ersten Quartal 2025. Hinzu kommen die hohen Kosten für klinische Studien der Krebs-Wirkstoffe. Immerhin: BioNTech sitzt noch auf einem Berg von rund 16,7 Milliarden Euro an liquiden Mitteln.

Um das Vertrauen der Anleger zu stärken, hat der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro aufgelegt. Finanzvorstand Ramón Zapata betont, das Unternehmen bleibe einer disziplinierten Kapitalallokation verpflichtet.

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Der große Umbau zur Krebsfirma

Die Umstrukturierung ist Teil der „Cancer Company“-Strategie. BioNTech will sich vom Impfstoff-Spezialisten zum breit aufgestellten Biopharma-Unternehmen wandeln. Mehrere Krebsmedikamente sollen bis 2030 auf dem Markt sein. Besonders vielversprechend: der Antikörper-Kandidat Pumitamig, der sich derzeit in Phase-2-Studien befindet.

Die Produktion personalisierter Krebsimpfstoffe und die Forschung werden künftig am Hauptsitz in Mainz sowie an neueren Standorten in China, Ruanda und Australien konzentriert. Die Büros in Berlin und München bleiben erhalten.

Abschied der Gründer

Der Umbau fällt in eine Zeit des Führungswechsels. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci haben angekündigt, ihre Vorstandsrollen aufzugeben. Das Ehepaar, das weltweit für die Entwicklung des ersten mRNA-Impfstoffs bekannt wurde, will sich einem neuen Unternehmen für die nächste Generation von mRNA-Innovationen widmen. Der Aufsichtsrat sucht bereits nach einer neuen Führungsmannschaft.

Sparen für die Zukunft

Bis 2029 will BioNTech jährlich rund 500 Millionen Euro einsparen. Das Geld soll in die Forschung und Vermarktung neuer Therapien fließen. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt das Unternehmen seine Umsatzprognose von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro.

Branchenbeobachter sehen das Unternehmen an einem kritischen Punkt. Der Rückzug aus der Impfstoffproduktion sei schmerzhaft, aber notwendig. Ob die Wette auf mRNA-basierte Krebstherapien aufgeht, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Sechs vielversprechende Kandidaten befinden sich in späten klinischen Phasen – die entscheidenden Daten werden noch 2026 erwartet.

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