Biokraftstoffe, HVO-Verbrauch

Biokraftstoffe: HVO-Verbrauch vervierfacht sich in fünf Monaten

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutscher HVO-Absatz steigt auf 270.700 Tonnen, Biodiesel wächst um 39 Prozent. Angehobene THG-Quote treibt die Nachfrage nach alternativen Kraftstoffen.

HVO-Verbrauch in Deutschland vervierfacht: THG-Quote treibt Biokraftstoff-Boom 2026
Moderne Tankanlage und industrielle Infrastruktur für Biokraftstoffe vor einem Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der deutschen Kraftstoffwirtschaft zeichnet sich eine deutliche Verschiebung zugunsten erneuerbarer Alternativen ab. Wie aktuelle Daten der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) belegen, ist der Verbrauch von hydriertem Pflanzenöl (HVO) in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 sprunghaft angestiegen. Mit einem Volumen von 270.700 Tonnen übertraf der Absatz den Vorjahreszeitraum deutlich, in dem lediglich 64.900 Tonnen registriert wurden.

Dieser Zuwachs spiegelt die zunehmende Bedeutung paraffinischer Kraftstoffe im Rahmen der nationalen Dekarbonisierungsstrategie wider. Parallel dazu verzeichnete auch klassischer Biodiesel eine positive Marktentwicklung. Im Mai 2026 belief sich der Biodieselverbrauch auf 263.600 Tonnen, was einer Steigerung von 39 Prozent gegenüber dem entsprechenden Monat des Vorjahres entspricht.

Gesetzliche Rahmenbedingungen treiben die Nachfrage

Branchenexperten führen die steigenden Absatzzahlen maßgeblich auf die schrittweise Verschärfung der gesetzlichen Vorgaben zurück. Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) dient hierbei als zentrales Steuerungsinstrument. Nachdem die Quote im Jahr 2025 bei 10,6 Prozent gelegen hatte, ist sie für das laufende Jahr 2026 auf 12 Prozent angehoben worden.

Die gesetzliche Planung sieht für die kommenden Jahre eine weitere signifikante Beschleunigung vor. Demnach soll die THG-Quote im Jahr 2027 auf 17,5 Prozent steigen und bereits 2028 einen Wert von 19,5 Prozent erreichen. Dieser regulatorische Pfad erhöht den Druck auf die Inverkehrbringer von Kraftstoffen, den Anteil regenerativer Komponenten im Energiemix kontinuierlich zu steigern, um drohende Strafzahlungen zu vermeiden.

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Technische Grenzen und Marktprognosen

Trotz der starken Nachfrageentwicklung unterliegt der Einsatz von Biokraftstoffen weiterhin technischen und normativen Beschränkungen. Für die Beimischung von HVO im herkömmlichen Dieselkraftstoff gilt derzeit eine Grenze von 7 Prozent gemäß der bestehenden Dieselnorm. Diese Deckelung begrenzt kurzfristig die physische Aufnahmekapazität des Marktes über den Weg der direkten Blending-Verfahren, sofern keine reine Verwendung in entsprechend freigegebenen Fuhrparks erfolgt.

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Dennoch blickt die Branche optimistisch auf das verbleibende Geschäftsjahr. Die UFOP geht in ihren aktuellen Schätzungen davon aus, dass der HVO-Jahresverbrauch in Deutschland ein Niveau von circa 0,65 Millionen Tonnen erreichen wird. Für den Biodieselmarkt wird ein noch deutlich höheres Gesamtvolumen prognostiziert: Hier rechnen die Marktbeobachter mit einem Verbrauch von 2,05 Millionen Tonnen bis zum Jahresende.

Die Entwicklung unterstreicht, dass Biokraftstoffe trotz des Aufstiegs der Elektromobilität eine wesentliche Säule bei der Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor bleiben. Insbesondere die massive Steigerung beim HVO verdeutlicht das Bestreben der Marktteilnehmer, bestehende Verbrennerflotten durch drop-in-fähige Lösungen emissionsärmer zu gestalten.

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