Bildungsurlaub, Arbeitgeber

Bildungsurlaub: Arbeitgeber fordern Streichung vor Januar 2027

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jörg Brückner kritisiert den neuen Bildungsurlaub als weitere Belastung für Unternehmen und verweist auf Deutschlands Spitzenposition bei Arbeitszeitausfällen.

Sachsen: Arbeitgeberpräsident lehnt geplanten Bildungsurlaub ab
Eine stilisierte Uhr mit Datenüberlagerung, die Arbeitszeit, Produktivität und wirtschaftliche Debatten symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Regelung soll eigentlich am 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Brückner sieht Deutschland im internationalen Vergleich bereits abgehängt. Mit rund 1.300 Stunden Jahresarbeitszeit liege das Land auf dem letzten Platz der OECD. Gleichzeitig seien die Deutschen bei Urlaubsansprüchen, Krankenstand und Freistellungen ganz vorne dabei.

„Eine weitere Reduzierung der Arbeitszeit ist nicht tragbar“, so Brückner. Der Sächsische Landtag hatte den Anspruch auf drei Tage Bildungszeit pro Jahr im Februar 2026 beschlossen.

Teilzeitquote hat sich mehr als verdoppelt

Die Wirtschaft weist auf einen weiteren Trend hin: Der Anteil der Teilzeitbeschäftigung stieg von 16 Prozent im Jahr 2000 auf 35 Prozent Mitte 2025. Ein zusätzlicher Freistellungsanspruch verschärfe diese Entwicklung.

Die Debatte um den Bildungsurlaub ist nur ein Teil einer größeren Arbeitsmarktdiskussion. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte Mitte Juli 2026 eine Anpassung des Arbeitszeitgesetzes.

Merz will flexiblere Arbeitszeiten auch ohne Tarifbindung

Ein Referentenentwurf von Arbeitsministerin Bärbel Bas sieht eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit vor – zunächst nur für tarifgebundene Betriebe. Merz will diese Lockerung auch für Unternehmen ohne Tarifbindung. Eine Entscheidung fällt im Herbst 2026.

Anzeige

Die aktuelle Debatte um Arbeitszeitflexibilisierung und gesetzliche Höchstgrenzen zwingt viele Unternehmen zum Handeln. Wie Sie Überstunden und Pausenregelungen nach aktuellem EU-Recht rechtssicher gestalten, erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden. Gratis-Checkliste zur Arbeitszeiterfassung jetzt herunterladen

Parallel dazu plant die Bundesregierung Maßnahmen gegen hohe Krankenstände. Gesundheitsministerin Nina Warken kündigte am 17. Juli 2026 ein Verbot von reinen Online-Fragebogen-Attesten an. Videosprechstunden sollen erlaubt bleiben.

Attestpflicht ab dem ersten Tag? Darüber wird ebenfalls diskutiert. Arbeitswissenschaftler wie Prof. Dr. Hans Martin Hasselholm warnen: Das sei nicht evidenzbasiert und führe zu Präsentismus – kranke Mitarbeiter kommen zur Arbeit, stecken Kollegen an und verzögern ihre eigene Genesung.

Minijobs: Kommt das Aus für 6,5 Millionen Beschäftigte?

Die Rentenkommission schlug im Juni 2026 vor, den Minijob-Sonderstatus für die meisten Gruppen abzuschaffen – Ausnahme: Schüler. Betroffen wären bundesweit rund 6,5 Millionen Beschäftigte.

Gleichzeitig plant Warken eine Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Minijobs von 31 auf 39 Prozent.

Die Branchenverbände schlagen Alarm. Im Gastgewerbe ist jeder zweite Arbeitsplatz ein Minijob. Auch die Bundesstudierendenvertretung fzs warnt: Studierende sind auf die flexiblen Zuverdienste angewiesen, um ihre Wohnkosten zu decken.

Anzeige

Angesichts der geplanten Reformen und neuen Beitragsgrenzen ist ein rechtssicherer Rahmen für geringfügig Beschäftigte wichtiger denn je. Sichern Sie sich eine professionelle Vorlage, die bereits die neuen Verdienstgrenzen berücksichtigt und Sie vor rechtlichen Fallstricken schützt. Kostenlose Mustervorlage für Minijob-Arbeitsverträge sichern

Während Brückner die Minijobs als wichtiges Flexibilisierungsinstrument verteidigt, sehen Kritiker darin eine Falle – besonders für Frauen, die dauerhaft in der Teilzeit feststecken. Experten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft raten Unternehmen bereits jetzt, Alternativen wie Zeitwertkonten zu prüfen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69795160 |