Bildschirmarbeit, DGUV-Expertin

Bildschirmarbeit: DGUV-Expertin nennt Bewegungspausen als wichtigste Maßnahme

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehrschirmhalterungen sparen Platz, verlangen aber passende Tischverstärkungen; für die Gesundheit bleiben regelmäßige Bewegungspausen zentral.
Ein aufgeräumter, minimalistischer Schreibtisch in einem modernen Büro bei natürlichem Licht ohne technische Geräte. Illustration mit AI erstellt.

Fachbeiträge behandeln verstärkt technische Lösungen wie Monitorhalterungen sowie Prinzipien der visuellen Ergonomie, um Arbeitsplatzumgebungen zweckmäßig zu strukturieren und die Übersichtlichkeit zu erhöhen.

Da Bildschirme einen zentralen Bestandteil moderner Büro- und Heimarbeitsplätze darstellen, rücken neben der Displaytechnik vor allem die mechanische Tragfähigkeit, die Flexibilität von Gelenkarmen und die Stabilität der Arbeitsflächen in den Fokus.

Mechanische Anforderungen an Mehrschirmsysteme

Für Arbeitsplätze mit mehreren Bildschirmen spielen Tragfähigkeit und Befestigungsart eine entscheidende Rolle. Wie Branchenberichte von Mitte Oktober 2026 hervorheben, bewegen sich weit verbreitete Multi-Monitor-Setups in Bildschirmdiagonalen zwischen 24 und 27 Zoll, während Konfigurationen mit 32 Zoll oder Curved-Displays als anspruchsvoller gelten.

Für Dreifach-Setups existieren Halterungen, die bis zu drei Monitore mit einer Größe von jeweils bis zu 27 Zoll und einem Einzelgewicht von je 10 kg aufnehmen können.

Solche Systeme unterstützen VESA-Standards von 75x75 mm sowie 100x100 mm, bieten pro Arm eine Neigung und Schwenkung von ±45 Grad sowie eine 360-Grad-Drehung und können bis zu 60 Prozent der Schreibtischfläche einsparen. Für die Montage stehen C-Klemmen bereit, die für Plattenstärken von 10 bis 85 mm ausgelegt sind.

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Bei der Auswahl von Monitorarmen zählen neben der maximalen Bildschirmdiagonale vor allem die Materialqualität sowie die Traglast pro Arm inklusive Adapterplatte. Am Markt finden sich Modelle wie der Ergotron LX mit Traglasten von 4 bis 12 kg.

Bei der statischen Berechnung gilt die Vorgabe, dass das Produkt aus Bildschirmgewicht und Armlänge kleiner oder gleich dem Nenndrehmoment mal 100 sein muss. Für größere Dreiarm-Systeme wie das NB F195A, das für drei 32-Zoll-Displays mit je 7,5 kg ausgelegt ist, wird ein Blickwinkel von 142 Grad als optimal beschrieben.

Auch Materialunterschiede sind relevant: Aluminium der Legierung 5052 weist eine Zugfestigkeit von 175 bis 310 MPa auf, während die Variante 6063 bei 130 MPa liegt.

Arbeitsflächen, Statik und Ausrichtung

Die Montage schwerer Halterungen stellt besondere Anforderungen an den Untergrund. Bei der Anbringung von zwei 32-Zoll-4K-Displays mit einem Gesamtgewicht von über 15 kg an einem Gasfeder-Dual-Monitorarm ist auf ausreichende Tragfähigkeit zu achten.

Untersuchungen zeigen, dass etwa IKEA-LINNMON-Tischplatten mit Wabenpapier-Kern durch die punktuelle Klemmlast eingedrückt oder beschädigt werden können, weshalb großflächige Stahl-Verstärkungsplatten von oben und unten zwingend erforderlich sind.

Hinsichtlich der Arbeitsplatzmaße verweist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf ein Format von 160x80 cm als Mindestgröße für einen Bildschirmarbeitsplatz mit Flachbildschirm, was einer Fläche von 1,28 m² entspricht.

Als Tischplattenmaterialien kommen Melamin-Spanplatten, beschichtetes MDF, Echtholzfurnier oder Massivholz infrage, wobei das Umweltbundesamt einen Innenraumrichtwert für Formaldehyd von 100 µg/m³ vorgibt. Für den Sichtabstand empfiehlt die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) mindestens 500 mm.

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Am Beispiel von Modellen wie dem MSI G273, dessen Standfuß lediglich neigbar ist, zeigt sich der Nutzen nachrüstbarer VESA-Arme: Um eine ergonomische Haltung zu gewährleisten, wird eine Neigung von 10 bis 20 Grad nach unten empfohlen, wobei sich die Oberkante des Monitors auf oder leicht unter Augenhöhe befinden sollte.

Instandhaltung und ergonomische Einordnung

Neben der Ersteinstellung erfordern Arbeitsplatzsysteme eine regelmäßige Pflege. Für flexible Kabelführungen gilt, dass Schläuche über 2000 Biegungen standhalten, während Führungsschienen für über 5000 Biegungen ausgelegt sind. Für die Wartung wird ein monatliches Schraubendrehmoment von 1,5 bis 2 N·m empfohlen, ergänzt durch das vierteljährliche Nachfetten von Dämpfungselementen und die jährliche Überprüfung der Gummipuffer.

Obgleich der Markt für ergonomische Hilfsmittel wie Monitorarme, Vertikalmäuse oder Tastaturen wächst, verweisen Arbeitswissenschaftler auf weitergehende Aspekte.

Dr. Britta Weber vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) stellte in einem Interview heraus, dass die wichtigste ergonomische Maßnahme keine Hardware sei und kein Geld koste, und dass regelmäßige Bewegungspausen bei Bildschirmtätigkeiten die zentrale, wenngleich seit Jahrzehnten oft unzureichend umgesetzte Voraussetzung für die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz blieben.

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