Biesdorfer, Band

Biesdorfer Band: Streit um 304 Wohnungen und Wessolys Vorgehen

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 14:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Biesdorf kritisieren Grüne und Linke das Vorgehen der Baustadträtin; in Charlottenburg erschwert die Waldeinstufung das Bauvorhaben.
Eine unbewachsene Baufläche in Berlin mit Erdhaufen und einem alten Baumbestand im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

In Berlin sorgen neue Wohnungsbauvorhaben für erhebliche politische und bezirkliche Auseinandersetzungen. Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf stehen Entscheidungen von Baustadträtin Heike Wessoly (CDU) bezüglich eines Projekts mit 304 Wohnungen in Biesdorf im Zentrum scharfer Kritik.

Gleichzeitig gerät in Charlottenburg ein anderes Neubauvorhaben durch Auseinandersetzungen über den bestehenden Baumbestand ins Stocken, wie Medien am 27.10.2026 berichteten.

Politischer Streit um das „Biesdorfer Band“

In Biesdorf plant der Projektentwickler Laborgh auf dem 17.395 qm großen Areal an der Hiltrudstraße 2–40 und Cecilienstraße 113 die Errichtung von 304 Wohnungen, verteilt auf elf Mehrfamilienhäuser. Zuvor war bei dem Vorhaben mit dem Namen „Biesdorfer Band“ von rund 270 Wohnungen die Rede gewesen.

Das Büro CKSA reichte am 07.08.2026 den entsprechenden Bauantrag für die 304 Einheiten ein. Eine Baugenehmigung liegt bislang noch nicht vor. Vorgesehen sind ein Baubeginn im Jahr 2026 sowie eine Fertigstellung im Jahr 2028.

Das planungsrechtliche Verfahren für den Bebauungsplan 10-87 befindet sich derzeit in der Bearbeitung; die zugehörige öffentliche Beteiligung lief vom 10.08. bis zum 09.09.2026, deren Auswertung noch andauert.

Anzeige

Wer in Berlin baut, verliert Zeit nicht am Markt, sondern im Verfahren: In Biesdorf warten 304 geplante Wohnungen weiter auf die Baugenehmigung, während die Auswertung der B-Plan-Beteiligung läuft und Grüne wie Linke das Vorgehen der Baustadträtin kritisieren. Wer sein Projekt nicht dem Zufall der Bezirkspolitik überlassen will, braucht einen belastbaren Fahrplan für Antrag, Beteiligung und politische Kommunikation. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Baugenehmigung sichern

Die Grünen und die Linke kritisieren Baustadträtin Wessoly für ihr Vorgehen. Sie werfen ihr eine Entscheidung hinter verschlossenen Türen ohne Einbindung der Bezirksverordnetenversammlung vor und bemängeln zudem den gewählten Zeitpunkt in der Übergangsphase nach der Wahl.

Das betreffende Grundstück an der Hiltrudstraße befindet sich im Eigentum der Laborgh GmbH. Ein Gutachten aus dem Jahr 2016 hatte den Verkehrswert der Fläche auf 7,6 Mio. Euro beziffert – eine Summe, die der Bezirk damals nicht aufbringen konnte. Die Baustadträtin begründete die Beschleunigung des Verfahrens damit, dass der Bau von lediglich 5 Einfamilienhäusern wirtschaftlich nicht darstellbar sei.

Baumbestand blockiert Vorhaben in Charlottenburg

Parallel dazu schwelt im Westen der Stadt ein Konflikt um ein weiteres Bauprojekt. An der Cicerostraße in Charlottenburg beabsichtigt der Luxemburger Projektentwickler Brandenburg Properties, auf den seit 2007 ungenutzten ehemaligen Tennisplätzen am Woga-Komplex zwei Neubauten mit rund 70 Eigentumswohnungen zu errichten. Für das Projekt, bei dem keine Sozialwohnungen vorgesehen sind, wurde ein Baustart im Frühjahr 2027 anvisiert.

Anzeige

In Charlottenburg zeigt sich die zweite Bremse: Dort stuft das Bezirksamt eine ehemalige Tennisplatzfläche inzwischen nach dem Landeswaldgesetz als Wald ein — für Fällungen wären die Berliner Forsten zuständig, und der Investor müsste erst einen Antrag auf Waldumwandlung stellen. Wer Grünflächen, Baumbestand und Zuständigkeiten früh sauber klärt, verliert keine Monate im Nachhinein. Checkliste Baumschutz und Waldumwandlung jetzt anfordern

Das Bezirksamt Charlottenburg erteilte Anfang 2026 zwar die Baugenehmigung, gegen die Anwohner jedoch Widerspruch einlegten. Zudem stuft das Bezirksamt die Fläche inzwischen nach dem Landeswaldgesetz als Wald ein. Dadurch läge die Zuständigkeit für eventuelle Fällungen bei den Berliner Forsten. Nach Angaben der örtlichen Anwohnerinitiative droht der Verlust von rund 6.000 qm Grünfläche.

Beim Baumbestand an der Cicerostraße geht es zunächst um 47 Bäume, die unter die Baumschutzverordnung fallen; tatsächlich könnten es jedoch deutlich mehr als 50 Bäume sein. Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) erklärte, dass der Investor vor weiteren Schritten einen Antrag auf Waldumwandlung stellen müsste.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70420781 |