BGM-Wandel, Betriebe

BGM-Wandel: 35 Prozent der Betriebe setzen auf KI-Coaching

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 20:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

München erhält AOK-Gesundheitspreis für KI-Ergonomie und psychische Ersthilfe. Der Trend zeigt: Betriebliches Gesundheitsmanagement wird digital.

AOK-Preis für KI-Ergonomie: Münchens BGM-Erfolg
Mitarbeiter bei der Nutzung von digitalen Gesundheitstools in einem modernen Büro, das Wohlbefinden und technologische Integration symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Landeshauptstadt setzt auf KI-gestützte Ergonomie-Coaches und bildete rund 300 Beschäftigte zu Ersthelfenden für psychische Gesundheit aus. Dafür gab es am 9. Juli den AOK-Gesundheitspreis in der Kategorie „Innovation & Engagement“. Der Erfolg zeigt: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wandelt sich von Einzelmaßnahmen hin zu digitalen Strategien.

Diese Entwicklung prägt auch das Programm des kommenden MCC-Kongresses für betriebliches Gesundheitsmanagement am 29. und 30. September 2026 in Köln. Steigende Fehlzeiten, psychische Belastungen und der Fachkräftemangel treiben den Wandel voran.

Drei Säulen, ein Ziel

Ein professionelles BGM ruht auf drei Säulen: Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) bleibt dagegen freiwillig.

Der Aufbau folgt einem vierphasigen Prozess: Vorbereitung, Strukturaufbau, Gestaltung und Umsetzung. Besonders das BEM gewinnt an Bedeutung. Bei mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb von zwölf Monaten müssen Unternehmen es einleiten. Ziel ist die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit. Die Dokumentation läuft strikt getrennt von der Personalakte.

Digitalisierung als Treiber

KI verändert die Gesundheitsangebote in Unternehmen grundlegend. Laut einer DIHK-Umfrage nutzen bereits 35 Prozent der Betriebe künstliche Intelligenz. Die größten Hürden: Akzeptanz und Weiterbildung der Mitarbeitenden.

Im BGM-Kontext kommen KI-gestützte Haltungsanalysen oder VR-Trainings zum Einsatz. Sie machen Prävention attraktiver und messbarer. Parallel rückt die psychische Gesundheit in den Fokus. Die Qualifizierung von Ersthelfenden für psychische Krisen wird zum wichtigen Baustein moderner Organisationen.

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Bei Hitzewellen empfehlen Fachleute konkrete Maßnahmen: angepasste Schichtzeiten, mobile Kühlanlagen in der Produktion oder flexible Homeoffice-Regelungen. Das gehört zur „Vision Zero“-Strategie zur Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen.

BGM rechnet sich

Auch kleine Betriebe profitieren wirtschaftlich. Rechenbeispiele zeigen: Bei 20 Beschäftigten lassen sich die Netto-Jahreskosten für ein Vorsorgepaket nach Abzug von Rückerstattungen auf unter 500 Euro drücken. Möglich machen das staatliche Boni und spezielle Tarife der betrieblichen Krankenversicherung.

Der Bedarf an Fachpersonal steigt. Projektleitungen im BGM verdienen bei 40 Stunden pro Woche durchschnittlich 3.979 Euro im Monat, Spitzengehälter liegen bei über 6.100 Euro. Bildungsträger wie die DEKRA Akademie bieten spezialisierte Schulungen an. Termine für Erstschulungen zum Sicherheitsbeauftragten mit BGM-Modul gibt es am 6. und 7. August 2026 sowie Mitte Oktober.

Neue Gesetze verändern die Arbeitswelt

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Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) verpflichtet Betreiber von Nichtwohngebäuden zu weitreichenden Automatisierungen. Bis Ende 2029 müssen Anlagen ab 70 kW Nennleistung mit Gebäudeautomation ausgestattet sein. Das beeinflusst langfristig die klimatischen Bedingungen am Arbeitsplatz.

Ein weiteres Thema: Entgelttransparenz. Die EU-Umsetzungsfrist für die entsprechende Richtlinie lief im Juni 2026 ab. Die nationale Umsetzung in Deutschland wird für Anfang 2027 erwartet. Unternehmen ab 100 Beschäftigten müssen dann umfangreich über Entgeltstrukturen berichten. Das stärkt die soziale Nachhaltigkeit und das Wohlbefinden der Belegschaft.

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