Betriebsschließung: 280 Beschäftigte verlieren Jobs bei R-Pharm
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 22:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bemühungen um den Erhalt des Standorts von R-Pharm Germany im schwäbischen Illertissen sind gescheitert. Wie Ende August 2026 bekannt wurde, steht das traditionsreiche Werk vor der endgültigen Stilllegung. Für die verbliebenen 280 Beschäftigten bedeutet dies den Verlust ihrer Arbeitsplätze, da die Suche nach einem Investor ohne Erfolg blieb und keine weitere Finanzierung für den Fortbetrieb zur Verfügung steht.
Aus für die Produktion und Ende der Gehaltszahlungen
Die Schließung des Standorts erfolgt mit unmittelbarer Wirkung. Die Kündigungen der Belegschaft wurden zum 31.08.2026 ausgesprochen. Damit endet für die Mitarbeiter auch die finanzielle Absicherung durch das Unternehmen; ab dem 01.09.2026 werden keine Gehälter mehr gezahlt.
Der Insolvenzverwalter Markus Fröhlich informierte darüber, dass die Verhandlungen mit potenziellen Investoren nicht zu einem positiven Abschluss geführt werden konnten. Ohne neue Kapitalgeber sei eine Weiterführung der Produktion am Standort Illertissen nicht darstellbar.
Die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens hat damit die schärfste Konsequenz für die Belegschaft erreicht. Während in den vergangenen Monaten noch Hoffnung auf eine Übernahme bestand, ist die Liquidität nun vollständig erschöpft.
Sozialplan mit begrenzten Mitteln und ungewisser Auszahlung
In Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und der Insolvenzverwaltung wurde ein Sozialplan für die betroffenen Arbeitnehmer erstellt. Dieser sieht Abfindungszahlungen vor, die jedoch aufgrund der prekären Finanzlage des Unternehmens gedeckelt sind. Die maximale Abfindungshöhe wurde auf 2,5 Bruttomonatsgehälter pro Mitarbeiter festgelegt.
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Allerdings bleibt die tatsächliche Auszahlung dieser Summen mit Unsicherheiten behaftet. Die Beträge sollen laut den getroffenen Vereinbarungen zeitverzögert ausgezahlt werden.
Ob und in welcher Höhe die Gelder tatsächlich bei den ehemaligen Beschäftigten ankommen, hängt von der künftigen Verwertung der Unternehmenswerte ab. Experten weisen darauf hin, dass die Auszahlungen aus einem Sozialplan in Insolvenzverfahren häufig erst nach Abschluss der Verwertungshandlungen erfolgen können.
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Ursachen der Insolvenz und historische Bedeutung des Werks
Der Standort in Illertissen blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück, die bis in das Jahr 1849 reicht. Seit 2014 gehörte das Werk zur R-Pharm-Gruppe. Der nun besiegelte Niedergang des Standorts ist nach Angaben des Insolvenzverwalters maßgeblich auf die geopolitischen Rahmenbedingungen zurückzuführen.
Als wesentliche Ursache für die Insolvenz wurden die EU-Sanktionen gegen Russland benannt, die das Geschäftsmodell und die Finanzströme des Unternehmens entscheidend beeinträchtigt hätten.
Trotz der Stilllegung des operativen Geschäfts bleibt die Immobilie selbst ein Faktor für die künftige Entwicklung der Region. Das Areal im Stadtteil Illertissen-Au gilt als strategisch günstig gelegen.
Ein möglicher Verkauf des Geländes und der Gebäude könnte mittel- bis langfristig neue Chancen für eine gewerbliche Nutzung eröffnen und somit einen Impuls für die regionale Wirtschaft geben, auch wenn die pharmazeutische Produktion unter der Leitung von R-Pharm nun endet.
