Betriebsrente-Reform: DGB fordert Pflicht für alle Beschäftigten
11.06.2026 - 14:13:05 | boerse-global.de
Die dbb akademie und der dbb beamtenbund und tarifunion bereiten eine umfassende Qualifizierung von Arbeitnehmervertretern vor. Die erste zentrale Schulung findet vom 12. bis 14. Oktober 2026 in Frankfurt am Main statt.
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Fachliche Qualifizierung für Betriebsräte
Das Programm richtet sich an gewählte Betriebsräte und deckt wesentliche Aspekte der Mitbestimmung ab. Namhafte Experten konnten als Referenten gewonnen werden: die Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Däubler und Prof. Dr. Stefan Greiner sowie Dr. Thomas Wurm, Hermann-Josef Siebigteroth und Eva Schmidt vom ZDF.
Die Teilnahmegebühr liegt bei 950 Euro – inklusive Übernachtung und Vollpension. Interessierte können sich ab sofort anmelden. Die Initiative fällt in eine Phase, in der Gewerkschaften verstärkt auf Modernisierung der Mitbestimmungsrechte drängen.
Reformbedarf bei der Personalvertretung
Flankierend zum Schulungsangebot befasste sich der dbb in den vergangenen Tagen intensiv mit der rechtlichen Situation der Personalvertretungen. Milanie Kreutz, stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende, zog am 9. Juni in Berlin Bilanz zur Reform des Bundespersonalvertretungsgesetzes von 2021. Sie bezeichnete die Novelle als wichtigen ersten Schritt, mahnte jedoch: Der Prozess sei unvollendet.
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Die Politik müsse die Mitbestimmung weiterentwickeln, um aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden. Kreutz forderte ausreichende zeitliche und personelle Kapazitäten für Personalvertretungen sowie eine Ausweitung der Schulungszeiten. Nötig sei zudem eine verbindliche Einbindung von Mitarbeitervertretern in Krisenstäbe.
Reformgipfel im Kanzleramt
Die Diskussionen um die Arbeitswelt sind auch auf höchster politischer Ebene präsent. Gestern kamen die Spitzen der schwarz-roten Koalition unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz mit Vertretern der Sozialpartner im Kanzleramt zusammen. Am dreistündigen Reformgipfel nahmen neben Arbeitgeberverbänden wie BDI und BDA auch die großen Gewerkschaften DGB, IG Metall, ver.di und IG BCE teil.
Themen waren unter anderem der Abbau von Bürokratie, steuerliche Entlastungen und die Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme. Regierungssprecher Kornelius berichtete von einer konstruktiven Atmosphäre. Die Gewerkschaften bekundeten Interesse an einer Fortführung der Gespräche – bis zur Sommerpause Mitte Juli sollen konkrete Reformen auf den Weg kommen. Ein wichtiger Meilenstein ist der Koalitionsausschuss am 1. Juli, bei dem Eckpunkte für ein Reformpaket beschlossen werden sollen.
Streit um verpflichtende Betriebsrente
Ein zentraler Streitpunkt zwischen den Sozialpartnern bleibt die künftige Gestaltung der Altersvorsorge. DGB-Chefin Yasmin Fahimi sprach sich zuletzt für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Beschäftigten aus. Unterstützung erhielt sie von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Der DGB will Ende Juni konkrete Eckpunkte vorstellen.
Aktuell verfügen rund 52 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über eine Betriebsrente. Die Arbeitnehmerseite sieht die Pflicht als notwendigen Schutz vor Altersarmut. Wirtschaftsverbände warnen dagegen vor steigenden Kosten und einer Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen.
