Betriebsrente: DGB und Verdi fordern zwei Prozent Pflichtbeitrag
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 09:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die aktuellen Reformpläne der Rentenkommission gehen ihnen nicht weit genug.
„Zu unverbindlich“ – harte Kritik an Reformvorschlägen
Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, und Verdi-Chef Frank Werneke haben sich am heutigen Montag für eine verpflichtende Einführung der Betriebsrente ausgesprochen. Ihr Kernforderung: Jeder Arbeitgeber muss künftig zwei Prozent vom Bruttolohn in die betriebliche Altersversorgung (bAV) einzahlen.
Fahimi bezeichnete die bisherigen Vorschläge der Rentenkommission als zu unverbindlich. Besonders kritisiert sie, dass eine Nettoersatzquote von 70 Prozent für die Versicherten nicht verbindlich abgesichert sei. Ohne eine solche Garantie drohe die Sicherheit der Altersvorsorge zu erodieren.
Werneke schloss sich an und warnte vor der geplanten stärkeren Gewichtung einer kapitalgedeckten Vorsorge. Seine Sorge: Arbeitgeber könnten sich unter Hinweis auf die Kosten aus der Verantwortung ziehen, wenn keine gesetzliche Verpflichtung bestehe. Zudem kritisierte der Verdi-Vorsitzende den unzureichenden Dialog mit den Sozialpartnern innerhalb der Kommission.
Die Rentenkommission hatte zuvor vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln und die kapitalgedeckte Vorsorge auszuweiten.
Unterstützung von Vizekanzler – Widerstand von Arbeitgebern
Die Forderung stößt im politischen Raum auf geteiltes Echo. Vizekanzler Klingbeil unterstützte den Vorstoß gestern. Die Arbeitgeberseite lehnt eine solche Verpflichtung hingegen ab.
Gleichzeitig zeigen sich tiefe Gräben innerhalb der SPD in der Rentenpolitik. Spitzenkandidaten der SPD in Ostdeutschland – darunter Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern und Armin Willingmann aus Sachsen-Anhalt – lehnten Teile des aktuellen Rentenpakets Mitte Juli ab. Kritisiert wurde insbesondere die geplante Abschaffung der sogenannten Rente mit 63.
Große Lücke bei Kleinstunternehmen
Die aktuelle Verbreitung der bAV zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Unternehmensgrößen. Bundesweit verfügen rund 18 Millionen Beschäftigte über eine Betriebsrente. Doch nur 25 Prozent der Kleinstunternehmen bieten diese Vorsorgemöglichkeit an – das ergaben Berichte von gestern.
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Die IG BAU wies am Samstag auf die physische Belastung in bestimmten Berufsgruppen hin. In der Uckermark sind demnach nur 60 von über 1.500 Beschäftigten im Baugewerbe älter als 63 Jahre. Die Gewerkschaft forderte einen erleichterten Zugang zum Ruhestand und lehnt eine Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre strikt ab.
Untermauert wird der Reformdruck durch aktuelle DGB-Umfragedaten: 40 Prozent der befragten Beschäftigten glauben nicht, ihre Tätigkeit bis zum regulären Renteneintritt fortsetzen zu können. Der Wert stieg leicht im Vergleich zum Vorjahr (39 Prozent). Nur noch 53 Prozent trauen sich zu, ihren Beruf bis zur Rente auszuüben.
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