Betriebsrente: DGB fordert Pflicht für 20 Millionen Beschäftigte
07.06.2026 - 16:40:33 | boerse-global.de
DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert eine verpflichtende Betriebsrente für alle Arbeitnehmer – finanziert vor allem von den Arbeitgebern. Der Vorstoß spaltet die Politik.
20 Millionen Beschäftigte ohne Zusatzvorsorge
Rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland haben keine betriebliche Altersvorsorge (bAV). Für Fahimi ist das ein klarer Handlungsbedarf. Die gesetzliche Rente reiche nicht aus, sie brauche eine verlässliche zweite Säule.
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Die Organisation der neuen Vorsorgepflicht soll bevorzugt über Tarifverträge laufen. Fahimi verweist auf andere europäische Länder: Dort liegen die Rentenbeiträge teils bei über 20 Prozent. Die Gewerkschaft rechnet mit erheblichem Widerstand aus der Wirtschaft – hält die Beteiligung der Unternehmen aber für unverzichtbar.
Politischer Streit um Zwang und Finanzierung
Der Vorschlag spaltet die politische Landschaft. Unterstützung kommt vom Arbeitnehmerflügel der CDU und von der SPD. Dennis Radtke (CDU) und Sebastian Roloff (SPD) signalisierten Zustimmung. Auch Ökonom Jens Südekum zeigte sich offen für eine Ausweitung der betrieblichen Vorsorge.
Die Gegenfront formiert sich in der Union und bei der FDP. Gitta Connemann (CDU) lehnt einen gesetzlichen Zwang ab. Wolfgang Kubicki (FDP) kritisiert die Pläne deutlich und fordert mehr Flexibilität. Er legte Bundeskanzler Merz nahe, die Gewerkschaftsspitze von Reformgesprächen auszuschließen, sollte sie an der Forderung festhalten.
Debatte um Rentenkonzepte wird breiter
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Der Vorstoß fällt in eine intensive Diskussion über die Altersvorsorge. Die Idee einer stärkeren betrieblichen Vorsorge passt grundsätzlich ins Drei-Säulen-Modell – auch das Rentenkonzept von Kanzler Merz setzt darauf.
Parallel brachte die Junge Union (JU) neue Aspekte ein. JU-Chef Johannes Winkel schlägt vor, die für nächstes Jahr geplante Rentenerhöhung von 4,2 Prozent abzusenken. Die freiwerdenden Mittel sollen in BAföG oder Elterngeld fließen, um dortige Kürzungen zu vermeiden.
Konkrete Details zu ihrem Konzept will die DGB-Führung Ende Juni vorstellen.
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