Betriebliches Gesundheitsmanagement: ROI von 2,70 Euro pro investiertem Euro
04.06.2026 - 09:49:17 | boerse-global.de
Gleich mehrere Zertifizierungen und Auszeichnungen zeigen: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist kein Nice-to-have mehr, sondern wird zum strategischen Faktor.
TÜV-Siegel und Gesundheitspreise für vorbildliche Betriebe
Das Unternehmen mac. brand spaces aus Langenlonsheim erhielt Anfang Juni das TÜV-Siegel in Gold. Nach Bronze und Silber ist es nun offiziell „qualifiziertes gesundes Unternehmen“. Der Betrieb mit 285 Mitarbeitern wurde auf Vorschlag der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland ausgezeichnet – für Angebote wie Yoga, Haut-Screenings und digitale Bewegungspausen.
In Graz fand zeitgleich die 24. Verleihung des Gesundheitspreises „Fit im Job“ statt. Seit 2002 profitierten rund 255.000 Beschäftigte von 850 prämierten Projekten. Zu den aktuellen Preisträgern zählen das Krankenhaus der Elisabethinen, die Sparkasse Pöllau AG und das Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz.
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Auch das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) rückt in den Fokus. Der Saarpfalz-Kreis erhielt am 3. Juni eine Auszeichnung vom Landesamt für Soziales. Die mit 10.000 Euro dotierte Prämie würdigt das Engagement bei der Wiedereingliederung von Mitarbeitern, die länger als sechs Wochen pro Jahr arbeitsunfähig waren. Ebenfalls prämiert wurden die Saarbahn GmbH und die Kreissparkasse St. Wendel.
Warum sich Gesundheitsförderung rechnet
Besonders bei Auszubildenden setzen Unternehmen verstärkt auf Prävention. Der Grund: Der Return on Investment liegt nach Angaben des BKK Dachverbandes bei 2,70 Euro pro investiertem Euro. Demgegenüber stehen Kosten von durchschnittlich 6.478 Euro pro Ausbildungsabbruch.
Krankenkassen fördern Maßnahmen nach § 20b SGB V – etwa zertifizierte Kurse zu Stressmanagement, Ernährung, Bewegung und Suchtprävention. Kleine Betriebe können betriebsübergreifende Formate nutzen, die oft vollständig finanziert werden. Ergänzend bietet die Agentur für Arbeit in Dessau-Roßlau am 5. Juni eine „Nacht der Berufe“ an, um Jugendliche bei der Berufswahl zu unterstützen.
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Digitale Angebote und neue Wege der Inklusion
Die Digitalisierung verändert auch die Gesundheitslandschaft. In Burgdorf beschloss der Sozialausschuss die Förderung einer digitalen Suchtberatung durch die Diakonie Hannover-Land. Die Nachfrage nach der Chat-Beratung ist in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich gestiegen.
Bereits im Frühjahr startete Roland Berger die Plattform „Terra Numerata“. Das europäische digitale Firmennetzwerk soll Innovationen fördern – unterstützt durch ein Joint Venture mit Rocket Internet. Parallel dazu arbeitet das Start-up TechNurse aus Bayern an der Schnittstelle zwischen Pflegepraxis und Medizintechnik.
Ein Beispiel für praktische Inklusion liefert Bremen: Seit Mitte Mai betreibt die Stadt ein Pop-up-Bürger-Servicecenter. Zehn Mitarbeiter der Bremer Straßenbahn AG, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahrtauglich sind, bearbeiten dort Pass- und Ausweisanträge. Das Projekt ist bis zum Herbst befristet.
Neue Gesetze und Programme setzen Standards
Die regulatorischen Anforderungen steigen. In Magdeburg kontrolliert die Marktüberwachungsstelle der Länder die Einhaltung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes. Seit Juni 2025 gilt es für Produkte wie Smartphones und Bankdienstleistungen. Rund 700 Meldungen zu möglichen Verstößen liegen der Behörde bereits vor.
Sachsen-Anhalt verabschiedete Anfang Juni ein seniorenpolitisches Programm. Jeder vierte Einwohner ist bereits über 65 Jahre alt – soziale Teilhabe und Mobilität stehen im Fokus. Am selben Tag beschloss das Land zudem das Programm „Queer“. Es umfasst 24 Maßnahmenpakete, darunter Fortbildungen für Jobcenter, gesundheitliche Versorgung und Gewaltprävention.
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