Betriebliches, Gesundheitsmanagement

Betriebliches Gesundheitsmanagement: 1.300 Jobs im Raum Köln

05.06.2026 - 01:48:33 | boerse-global.de

Steigende Krankenstände treiben Nachfrage nach Gesundheitsmanagement. Jeder investierte Euro bringt bis zu 4,80 Euro Rendite.

Industrie sucht BGM-Nachwuchs: Bosch und Daimler Truck stellen ein
Betriebliches - Junge Fachkräfte arbeiten in einem modernen Büro zusammen, symbolisch für betriebliches Gesundheitsmanagement und Fachkräftesicherung. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Steigende Krankenstände und der Fachkräftemangel treiben die Nachfrage.

Bosch und Daimler Truck suchen Praktikanten

Die Robert Bosch GmbH hat mehrere Praktikumsstellen im Gesundheitsmanagement ausgeschrieben. Die Standorte: Stuttgart, Karlsruhe, Reutlingen, Abstatt und Elchingen. Die Einsätze sind auf sechs Monate befristet und starten zwischen Juli und Oktober.

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Auch die Daimler Truck AG sucht am Standort Neu-Ulm Unterstützung für den Bereich Daimler Buses. Das Praktikum umfasst Aufgaben im Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) und in der Gesundheitsförderung. Die Vergütung liegt Branchenkreisen zufolge zwischen 500 und 1.500 Euro monatlich.

Flexibler zeigen sich die Stadtwerke Kiel AG. Sie schrieb eine Masterthesis im Bereich BGM und Personalentwicklung aus. Der Fokus liegt auf alternsgerechtem Arbeiten – mobiles Arbeiten ist möglich.

Ballungszentren locken mit vielen Angeboten

Die regionale Konzentration der Stellen ist deutlich. Im Raum Köln waren Anfang Juni über 1.300 Positionen mit Gesundheitsmanagement-Bezug gelistet. Zu den suchenden Unternehmen zählen die REWE Group, die Koelnmesse und der Versicherer BarmeniaGothaer. Auch Haribo sucht in Bonn und Solingen Praktikanten für den Personalbereich.

Anders sieht es in ländlichen Regionen aus. Im Umkreis von Viersen ist der Markt weniger gesättigt. Bewerber weichen daher auf Frankfurt am Main oder Stuttgart aus. Dort bieten die Deutsche Lufthansa oder Krankenkassen wie die mhplus BKK entsprechende Plätze an.

Jeder Euro bringt bis zu 4,80 Euro zurück

Die verstärkte Personalsuche spiegelt aktuelle Analysen zur Rentabilität von Gesundheitsmaßnahmen wider. Daten des BKK Dachverbands zeigen: Jeder investierte Euro in BGM bringt durchschnittlich 2,70 Euro Rendite. Noch deutlicher fällt das Ergebnis beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement aus. Modellrechnungen der Hochschule Aalen ergeben einen Nutzen von 4,80 Euro pro investiertem Euro.

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Der Hintergrund: Die Belastungen in der Belegschaft steigen. Laut Civey-Umfragen nehmen knapp 59 Prozent der Erwerbstätigen eine höhere Arbeitsbelastung wahr. Fast die Hälfte der Personalverantwortlichen sieht steigende Krankenstände in ihren Betrieben.

Besonders bei Auszubildenden soll BGM Kosten senken. Ein vorzeitiger Ausbildungsabbruch verursacht laut Bundesinstitut für Berufsbildung durchschnittlich 6.478 Euro. Krankenkassen fördern gezielte Maßnahmen nach § 20b SGB V.

Gesetzliche Pflicht wird zum Wettbewerbsvorteil

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist seit über 20 Jahren gesetzlich verankert. Arbeitgeber müssen Beschäftigten ein BEM anbieten, wenn diese innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen krank waren. Diese Pflicht wird zunehmend als Qualitätsmerkmal im Wettbewerb um Fachkräfte genutzt.

Ein Beispiel: Die Kreisverwaltung des Saarpfalz-Kreises wurde Anfang Juni für ihr BEM-System ausgezeichnet. Der Landkreis setzt ein eigenes Steuerungsgremium aus Personalrat und Schwerbehindertenvertretung ein. Die Prämie: 10.000 Euro. Die Verwaltung betont: Ein funktionierendes Gesundheitsmanagement sei eine wesentliche Säule für die Fachkräftesicherung.

Auch externe Faktoren rücken in den Fokus. Eine Untersuchung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung auf Basis von AOK-Daten zeigt die Auswirkungen von Hitzewellen. An Tagen über 30 Grad steigen die Krankmeldungen um 3,5 Prozent. Besonders in Logistik und Fertigung führt das zu erheblichen Lohnfortzahlungskosten. Experten raten Unternehmen daher zur Integration von Hitzeaktionsplänen ins Gesundheitsmanagement.

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