Betriebliches, Eingliederungsmanagement

Betriebliches Eingliederungsmanagement: 4,80 Euro Nutzen pro Euro

06.06.2026 - 06:49:26 | boerse-global.de

Automatisierte Workflows und KI-Tools entlasten Personalabteilungen und verbessern die Mitarbeiterbindung durch effizienteres Onboarding.

HR-Automatisierung: KI und Workflows optimieren Onboarding
Betriebliches - Neue Mitarbeiter nutzen Tablets und Laptops in einem modernen Büro, um einen effizienten Onboarding-Prozess zu symbolisieren. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Druck auf Personalabteilungen wächst: Sie müssen Onboarding-Prozesse effizienter gestalten, Fachkräfte langfristig binden und gleichzeitig die steigende Arbeitsbelastung bewältigen. Die Lösung liegt in automatisierten Workflows, KI-Einsatz und standardisierten Ausbildungsprogrammen.

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Standardisierung ist der erste Schritt

Die Digitalisierung von Personalprozessen scheitert oft nicht an der Technik, sondern an mangelnder Akzeptanz. Branchenberichten zufolge schlagen über 70 Prozent der Projekte aus diesem Grund fehl. Experten raten daher zu einem stufenweisen Vorgehen: Zuerst müssen Prozesse standardisiert werden, dann folgt die Automatisierung – etwa mit Workflow-Tools wie Make.com oder Zapier. Erst danach kommt das Team-Enablement, um die Neuerungen nachhaltig zu verankern.

Ein Beispiel für eine gelungene Umsetzung ist das Unternehmen Selectra. Für seine über 200 Mitarbeiter führte es automatisierte Workflows und eine zentrale Lohnabrechnung ein. Durch spezielle Module sank die Arbeitsbelastung in der Personalabteilung drastisch, während die Qualität der Onboarding- und Offboarding-Prozesse stieg.

Plattformen und Identitätsprüfung im Einsatz

Große Transformationsberater setzen verstärkt auf Plattformen wie ServiceNow, um IT- und HR-Prozesse zu bündeln. Rund 85 Prozent der Fortune-500-Unternehmen nutzen solche Systeme bereits für Wissensmanagement und Mitarbeiterintegration.

Spezialisierte Softwarelösungen gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Anbieter wie VeriGo stellen automatisierte Identitätsprüfungen bereit, die DSGVO-konforme Hintergrundchecks direkt im HR-Onboarding ermöglichen. Diese App-basierten Lösungen sollen Betrug verhindern und den administrativen Aufwand minimieren. Für vertiefendes Fachwissen gibt es zudem kompakte Weiterbildungen, etwa ein Onboarding-Seminar im August, das sich in Kleingruppen auf die methodische Einarbeitung konzentriert.

KI-Nutzung nimmt rasant zu

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Personalwesen steigt deutlich. Investierten im Vorjahr noch 38 Prozent der deutschen HR-Verantwortlichen in KI, sind es heute 48 Prozent. Besonders in der Lohnabrechnung, Personaleinsatzplanung und im Reporting kommt die Technologie zum Einsatz. 45 Prozent der Arbeitgeber haben ihre Workflows bereits an die neuen Möglichkeiten angepasst.

Gleichzeitig steigt der regulatorische Druck durch den EU AI Act. 47 Prozent der Unternehmen haben daher interne Richtlinien für die KI-Nutzung erlassen. Trotz der fortschreitenden Automatisierung bleiben sensible Bereiche – etwa gesundheitsbezogene Themen – weiterhin in menschlicher Hand.

Bindung durch Weiterbildung und Gesundheitsmanagement

Effizientes Onboarding endet nicht mit dem ersten Arbeitstag. Langfristige Qualifizierung ist entscheidend. Bain & Company bietet globale Trainingsprogramme auf allen Karriereebenen an – von Datenanalyse bis zu Führungskompetenzen. Im DACH-Raum wurde bereits vor einigen Jahren eine Sustainability Academy gegründet, um Nachhaltigkeitsthemen in der Ausbildung zu verankern.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das betriebliche Gesundheitsmanagement. Laut einer Studie von Factorial und Civey nehmen fast 60 Prozent der Erwerbstätigen eine gestiegene Arbeitsbelastung wahr. Knapp die Hälfte der HR-Verantwortlichen ist mit steigenden Krankenständen konfrontiert. Das gesetzlich vorgeschriebene Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) gewinnt daher an Bedeutung. Untersuchungen der Hochschule Aalen zufolge ist der wirtschaftliche Nutzen signifikant: Ein investierter Euro kann einen Nutzen von etwa 4,80 Euro generieren. Ziel ist es, den Krankenstand zu senken und wertvolle Fachkräfte dauerhaft im Unternehmen zu halten.

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