Betrieblicher, Gesundheitsschutz

Betrieblicher Gesundheitsschutz: Bremen bekommt neue Vorsorge-Kapazitäten

08.06.2026 - 15:02:53 | boerse-global.de

Samedos startet in Bremen Angebot für KMU. Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen und Hitzeschutz rücken in den Fokus.

Bremen: Neue Kapazitäten für betriebliche Gesundheitsvorsorge
Betrieblicher - Mitarbeiter bei arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und Beratungen in modernen Arbeitsumgebungen, symbolisiert betriebliches Gesundheitsmanagement. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit dem 8. Juni 2026 stehen zusätzliche Kapazitäten für gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen und Beratungen bereit.

Neue Anlaufstellen für Pflichtuntersuchungen

Der Dienstleister Samedos hat Anfang Juni sein Angebot in Bremen gestartet. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Das Angebot deckt die gesamte arbeitsmedizinische Vorsorge ab – von Fahrtauglichkeit (G25) über Bildschirmarbeit (G37) bis zu Tätigkeiten mit Absturzgefahr (G41).

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Die Kosten variieren: Eine G25-Untersuchung kostet zwischen 80 und 120 Euro, die G41-Vorsorge liegt zwischen 150 und 200 Euro. Die Leistungen gibt es wahlweise in der Praxis oder direkt im Betrieb. Auch spezielle Untersuchungen zu Infektionsgefährdungen (G42), Muskel-Skelett-Belastungen (G46) oder Hauterkrankungen (G24) sind im Portfolio.

Strategische Beratung wird wichtiger

Neben der reinen Medizin rückt das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) in den Fokus. Besonders gefragt: die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Die ist seit 2013 nach dem Arbeitsschutzgesetz Pflicht. Für ein Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitern kostet eine solche Analyse zwischen 1.500 und 3.500 Euro – bei einer Projektdauer von sechs bis zehn Wochen.

Auch Ergonomieberatung und das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) gewinnen an Bedeutung. Die Krankenkassen fördern solche Maßnahmen mit bis zu 600 Euro pro Mitarbeiter und Jahr.

Ein wichtiger Digitalisierungsschritt ist bereits Geschichte: Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) hat den gelben Schein Anfang 2023 abgelöst. Das Ziel: weniger Papier, schnellere Kommunikation im Krankheitsfall.

Regionale Initiativen zeigen Wirkung

Wie ernst das Thema genommen wird, zeigt eine Aktion in Osterholz-Scharmbeck. In der Stadthalle veranstaltete die Deutsche Post einen Arbeitssicherheitstag. Rund 1.000 Beschäftigte testeten einen Überschlagssimulator oder ließen sich zum rückenschonenden Heben beraten.

Auch einzelne Arbeitgeber ziehen mit. Die REWE Christian Seidel oHG in Oyten bietet neuen Mitarbeitern ab Juni 2026 Zeitgutschriften für Vorsorgeuntersuchungen. Die Idee: Gesundheitsprävention direkt in den Arbeitsalltag integrieren.

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Hitze und Psyche: Die neuen Risiken

Der bundesweite Hitzeaktionstag am 11. Juni 2026 rückt ein wachsendes Problem in den Fokus. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) warnt vor Hitzeerschöpfung am Arbeitsplatz. Symptome: hoher Puls, Muskelkrämpfe, Übelkeit. Die Empfehlung: elektrolythaltige Getränke bereitstellen und die Arbeitsumgebung anpassen.

Parallel steigen die psychischen Belastungen. Das EU-Kampagnenprogramm EU4Health widmet sich 2026 verstärkt den psychosozialen Risiken am Arbeitsplatz. Der Hintergrund ist alarmierend: Der Fehlzeiten-Report der AOK verzeichnete zwischen 2014 und 2024 einen Anstieg psychischer Erkrankungen um 47 Prozent. Rund ein Drittel der Beschäftigten berichtet zudem von gesundheitlichen Risiken durch klimatische Veränderungen.

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