Betriebliche, Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge: 86% der Konzerne, nur 25% der Kleinbetriebe

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 18:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Betriebliche Altersvorsorge ist die häufigste Zusatzleistung, doch die Kluft zwischen großen und kleinen Firmen ist enorm.

Allianz-Studie: Betriebsrente bleibt Top-Benefit in Deutschland
Betriebliche - Mitarbeitende in einem modernen Büro, die über Zusatzleistungen wie die betriebliche Altersvorsorge sprechen. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist und bleibt die Nummer eins unter den Zusatzleistungen in deutschen Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Versicherungskonzerns Allianz, für die über 1.000 Beschäftigte und mehr als 160 Firmen befragt wurden. Auf Platz zwei und drei folgen Homeoffice-Möglichkeiten und Gesundheitsangebote.

Große Kluft zwischen Konzernen und Kleinstbetrieben

Die Verfügbarkeit von Benefits hängt massiv von der Unternehmensgröße ab. Während 86 Prozent der Großunternehmen ihren Mitarbeitern eine Betriebsrente anbieten, sind es bei Firmen mit weniger als zehn Angestellten gerade mal 25 Prozent. Auch das Einkommen spielt eine entscheidende Rolle: Bei Beschäftigten mit einem Bruttolohn von bis zu 2.500 Euro hat nur etwa jeder Dritte Anspruch auf eine bAV.

Die Alterssicherungskommission empfiehlt daher verstärkte Gespräche zwischen den Sozialpartnern. Ziel: die betriebliche Rente flächendeckend auszubauen.

Gesundheitsmanagement als Schlüssel zum langen Berufsleben

Die Zahlen sind eindeutig: In Betrieben mit sehr gutem Gesundheitsmanagement gehen 69 Prozent der Beschäftigten davon aus, bis zur Rente durchzuhalten. Fehlen entsprechende Angebote, sinkt dieser Wert auf 46 Prozent. Das belegen Daten des DGB-Index „Gute Arbeit“.

Trotz dieser Erkenntnisse bewerten nur 31 Prozent der Arbeitnehmer ihr betriebliches Gesundheitsmanagement als hochwertig. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen hat bislang gar kein etabliertes BGM. Experten raten, neben Fitnesskooperationen auch die Arbeitsorganisation in den Blick zu nehmen – etwa durch verlässliche Dienstpläne oder Springerpools.

Der Lebensmitteleinzelhändler Lidl wurde kürzlich für sein umfassendes Paket aus bAV, betrieblicher Krankenversicherung und zertifiziertem Gesundheitsmanagement ausgezeichnet.

Anzeige

Die Kluft zwischen Konzernen und Kleinbetrieben bei der betrieblichen Altersvorsorge ist enorm: 86% vs. 25%. Doch mit einer strukturierten Einführung in fünf Schritten können auch kleinere Firmen ihre Mitarbeiter binden. Der Leitfaden zeigt, wie Sie steuerliche Freibeträge optimal nutzen und die Kommunikation Ihrer Benefits verbessern. Leitfaden zur bAV-Einführung jetzt anfordern

Das große Kommunikationsproblem

Was nützen die besten Benefits, wenn niemand davon weiß? Rund 52 Prozent der Mitarbeiter nutzen ihre Zusatzleistungen nicht regelmäßig. Hauptgrund: mangelnde interne Kommunikation. Informationen sind oft in komplexer Fachsprache verfasst oder werden nur einmalig gestreut.

Die Lösung: eine Mehrkanal-Strategie aus Intranet, Onboarding-Prozessen, Team-Meetings und internen Messengern. Faustregel: Informationen müssen sieben bis zwölf Mal wiederholt werden, bevor sie im Bewusstsein der Belegschaft verankert sind.

Personalisierte Lösungen und steuerliche Anreize

Ein klarer Trend zeichnet sich ab: „Benefit Wallets“. Mitarbeiter erhalten ein individuelles Budget und wählen selbst, welche Leistungen sie nutzen – von Fertilitätsberatung bis hin zu psychologischem Coaching.

Anzeige

Rund 52% der Mitarbeiter nutzen ihre Zusatzleistungen nicht – oft, weil sie nichts davon wissen. Mit einem Mehrkanal-Kommunikationsplan aus Intranet, Meetings und Messengern verankern Sie Ihre Benefits im Bewusstsein der Belegschaft. Der kostenlose Leitfaden liefert konkrete Vorlagen. Kommunikationsplan für Benefits jetzt sichern

Finanziell machen steuerliche Freibeträge viele Angebote attraktiv. Aktuell können Arbeitgeber monatliche Sachzuwendungen bis 50 Euro steuerfrei gewähren. Für Gesundheitsförderung liegt die Grenze bei 600 Euro pro Jahr. Auch das Deutschland-Ticket wird oft als steuerfreies Jobticket integriert – bei Arbeitgeberzuschüssen ab 25 Prozent gibt es zusätzliche staatliche Rabatte.

Während Unternehmen wie die Kaiserswerther Diakonie oder die Lebenshilfe Tirol bereits breite Pakete schnüren – von Job-Rädern über Kinderbetreuung bis zu Sabbaticals –, bleibt die Finanzierbarkeit für andere Branchen eine Herausforderung. Im Apothekenwesen etwa wird intensiv debattiert, wie sich steigende Personalkosten und attraktive Vergütungsstrukturen unter einen Hut bringen lassen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69725458 |