Berufskolleg Opladen: TÜV-Gutachten stuft PCB-Belastung als Gefahr ein
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In den Werkstätten des Berufskollegs Opladen in Leverkusen ist eine gesundheitsgefährdende Belastung mit polychlorierten Biphenylen (PCB) festgestellt worden. Grundlage für diesen Befund ist ein Gutachten des TÜV, wie radioleverkusen.de am 9. Oktober 2026 berichtete.
In der Folge wurden die betroffenen Räumlichkeiten mit sofortiger Wirkung gesperrt. Für die Schülerinnen und Schüler hat der Schritt unmittelbare Konsequenzen für den Schulbetrieb: Die Schulleitung ordnete für die kommende Woche Distanzunterricht an.
Zufallsfund bei der Ursachenforschung
Die Entdeckung der Schadstoffbelastung war ein Zufallsbefund. Ursprünglich war nach dem Auslöser für eine Geruchsbelästigung im Gebäude gesucht worden. Im Zuge der Untersuchungen wurden an insgesamt 25 Stellen innerhalb des Berufskollegs Proben genommen, die schließlich den Nachweis der chemischen Verbindungen erbrachten.
Polychlorierte Biphenyle wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren in großem Umfang als Weichmacher eingesetzt, unter anderem in elastischen Fugendichtungsmassen von Gebäuden. Wegen ihrer toxischen Eigenschaften und ihrer Langlebigkeit in der Umwelt sowie im menschlichen Körper sind die Stoffe seit Langem verboten, führen in älteren Bestandsbauten jedoch immer wieder zu aufwendigen Sanierungsfällen.
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Verdacht auf unzureichende Altsanierung und bauliche Mängel
Nach Angaben der Stadt Leverkusen gab es an der Bildungseinrichtung bereits im Jahr 2011 eine Sanierung zur Beseitigung von PCB. Derzeit steht die Vermutung im Raum, dass diese damaligen Maßnahmen möglicherweise unzureichend gewesen sein könnten. Bestätigt ist dieser Verdacht bislang allerdings nicht.
Die Schadstofffunde treffen die Schule in einer ohnehin angespannten baulichen Situation. Neben der weiterhin ungeklärten Geruchsbelästigung weist das Gebäude Mängel an tragenden Strukturen auf: Wegen Schäden an Stützpfeilern musste bereits zuvor ein kompletter Trakt des Berufskollegs für den Betrieb gesperrt werden.
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Sorge unter Lernenden und weiteres Vorgehen
Unter den Schülerinnen und Schülern herrscht angesichts der Nachrichten große Verunsicherung über mögliche gesundheitliche Folgen und die Zustände an ihrer Bildungsstätte. Die Jugendlichen fordern eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle. Ein Schüler wandte sich zudem direkt an den Leverkusener Oberbürgermeister, um auf die Lage aufmerksam zu machen.
Wie die Beseitigung der Belastung konkret ablaufen soll, ist in Teilen noch ungeklärt. Die zuständige Bezirksregierung hat für die kommende Woche weitere Arbeiten an der Schule angekündigt, nannte zu den Details und zum genauen Umfang der Schritte zunächst jedoch keine näheren Einzelheiten. Bis auf Weiteres soll der Unterricht digital stattfinden, um Gefährdungen für die Anwesenden vor Ort auszuschließen.

