Berufliche Bildung: DIHK fordert Chefsache-Status gegen Fachkräftemangel
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 08:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de
In einem Impulspapier vom 9. Juli fordert sie, die berufliche Bildung zur Chefsache zu machen. Der Fachkräftemangel und der technologische Wandel erforderten eine grundlegende Stärkung des Systems.
Fünf Handlungsfelder für die Zukunft
Das Papier der DIHK setzt auf konkrete Maßnahmen. Dazu gehören eine bessere Berufsorientierung, gezielte Vorbereitungsangebote und mehr Unterstützung beim Ausbildungsstart. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sprachförderung. Auch die Digitalisierung und Flexibilisierung der Bildungsangebote müsse vorangetrieben werden.
DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov betont die zentrale Rolle der beruflichen Ausbildung für die Fachkräftesicherung. Die Höhere Berufsbildung müsse mit den Marktanforderungen Schritt halten. Aktuelle Daten zeigen: Bereits 50 Prozent der Arbeitgeber ermöglichen ihren Beschäftigten Online-Weiterbildungen während der Arbeitszeit.
KI als Produktivitätstreiber
Die Integration von Künstlicher Intelligenz treibt die Neuausrichtung der betrieblichen Bildung maßgeblich voran. Laut einer Untersuchung des McKinsey Global Institute hat Deutschland in Europa das größte Produktivitätspotenzial durch KI – geschätzt auf bis zu 486 Milliarden US-Dollar. Besonders hohe Effekte erwarten Experten im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und in der öffentlichen Verwaltung.
Während KI die Produktivität steigert, schafft sie für Unternehmen auch neue regulatorische Pflichten durch den EU AI Act. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Fristen und Risikoklassen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
86 Prozent der Unternehmen sehen KI als Produktivitätstreiber. Doch die Umsetzung hinkt hinterher. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) verzeichnet einen jährlichen Produktivitätsanstieg von nur 0,4 Prozent. Die Realität zeigt ein gemischtes Bild: 38 Prozent der Beschäftigten haben Zugang zu KI-Anwendungen, aber nur 27 Prozent nutzen sie aktiv. 22 Prozent der Befragten berichten bereits von Stellenabbau durch KI. Experten von Gartner prognostizieren, dass ab 2028 täglich rund 150.000 Arbeitsplätze durch Technologien neu definiert werden.
Lernen neu denken
Branchenexperten fordern einen Kurswechsel: Weg von reinen Inhaltssammlungen, hin zu durchdachtem „Learning Design“. Plattformen wie Coursensu setzen auf lernerzentrierte Entwicklungen und klare Lernziele. KI soll helfen, Kurse effizienter zu strukturieren.
Beim IT-Ausbildungsnetzwerk Rhein-Main diskutierten Personalverantwortliche Anfang Juli über innovative Konzepte. Themen waren Coding mit KI und triale Ausbildungsmodelle. Auch im Corporate Learning dreht sich die Debatte um die Verbindung von Automatisierung und menschlicher Expertise. Auf der „ZP Digital Experience“ lautete eine These: KI-Agenten könnten die Organisation von HR-Abteilungen grundlegend verändern – der Mensch übernehme dann eine steuernde Funktion.
Der technologische Fortschritt und neue Gesetze bringen veränderte Cyberrisiken mit sich, die insbesondere Unternehmer und IT-Verantwortliche kennen müssen. Dieser Gratis-Report klärt darüber auf, wie Sie Ihre Firma proaktiv schützen und neue gesetzliche Anforderungen erfüllen. Kostenloses E-Book zu Cyber Security Trends anfordern
Milliarden für die Schulen – kein Cent geflossen
Während die Privatwirtschaft voranschreitet, hakt es im öffentlichen Sektor gewaltig. Der Digitalpakt 2.0 verspricht 5 Milliarden Euro für die Schuldigitalisierung. Doch nach aktuellen Berichten ist bisher kein Euro ausgezahlt. Fehlende Planungssicherheit belastet Kommunen und Bildungseinrichtungen.
Der Druck auf Unternehmen steigt. Seit 2023 ist die Nachfrage nach KI-Kompetenzen massiv gestiegen. Betriebe investieren daher verstärkt in flexible Weiterbildungsformate. Anbieter wie das IBB reagieren mit hybriden Modellen – lebensbegleitendes Lernen soll direkt in den Arbeitsalltag integriert werden.
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