Berlin-Sicherheit: 33.288 Kontrollen und 326 Messer im ÖPNV
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Berliner Polizei hat am 24. August 2026 eine großangelegte Kontrollaktion im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gestartet. In Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) wird in dieser Woche die Einhaltung des bestehenden Waffen- und Messerverbots in Bussen und Bahnen verstärkt überprüft. Die Maßnahmen sind Teil einer Aktionswoche, die nach offiziellen Angaben bis zum kommenden Freitag andauern soll.
Der Auftakt der Kontrollen wurde am Bahnhof Zoologischer Garten von Innensenatorin Spranger (SPD) begleitet. Die Senatorin informierte sich vor Ort über den Ablauf der Maßnahmen, bei denen die Einsatzkräfte gezielt Fahrgäste im Bereich des Nahverkehrs ansprechen und Durchsuchungen vornehmen, um die Sicherheit im Berliner Stadtgebiet zu erhöhen.
Rechtliche Grundlagen und Ausnahmeregelungen
Das Verbot zum Mitführen von Waffen und Messern im Berliner ÖPNV ist keine neue Verordnung, sondern besteht bereits seit über einem Jahr. Die rechtliche Grundlage hierfür wurde am 24. Juni 2025 beschlossen, woraufhin die Regelung am 17. Juli 2025 offiziell in Kraft trat. Ziel der Maßnahme ist es, die Zahl der Gewaltdelikte in öffentlichen Verkehrsmitteln zu reduzieren und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu stärken.
Die Verordnung sieht strikte Regeln vor, wobei jedoch spezifische Ausnahmen definiert sind. So dürfen Angehörige bestimmter Berufsgruppen, die aus arbeitsrechtlichen Gründen Werkzeuge oder Messer mit sich führen müssen, diese weiterhin transportieren.
Wichtig für Inhaber waffenrechtlicher Erlaubnisse ist jedoch der Hinweis, dass der sogenannte Kleine Waffenschein nicht von dem Verbot im ÖPNV entbindet. Das Mitführen entsprechender Gegenstände bleibt trotz eines solchen Scheins in Bussen und Bahnen untersagt.
Die Berliner Polizei hat seit Juli 2025 bei 33.288 Kontrollen 326 Messer sichergestellt – und diese Woche wird noch intensiver kontrolliert. Wissen Sie, was Sie in Bus und Bahn mitführen dürfen? Unser kostenloser Leitfaden klärt auf. Jetzt Leitfaden zur Messer-Verbotszone anfordern
Bilanz der bisherigen Kontrollmaßnahmen
Seit der Einführung des Verbots im Juli 2025 hat die Berliner Polizei eine umfangreiche Überwachung der Einhaltung sichergestellt. Bis zum Stand vom 1. Juli 2026 wurden im gesamten Netz des öffentlichen Nahverkehrs insgesamt 33.288 Kontrollen durchgeführt. Im Zuge dieser Überprüfungen konnten die Beamten 326 Messer sicherstellen.
Zusätzlich zum allgemeinen Verbot im Nahverkehr existieren in Berlin seit Februar 2025 drei fest definierte Verbotszonen, in denen ebenfalls regelmäßige Kontrollen stattfinden. In diesen spezifischen Bereichen wurden bis zum 30. Juni 2026 insgesamt 8.317 Kontrollen vorgenommen. Dabei kam es zur Beschlagnahmung von 176 Messern.
Strategische Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden
Wer mit dem Kleinen Waffenschein unterwegs ist, darf Messer im Berliner ÖPNV trotzdem nicht führen – das gilt auch in den drei Verbotszonen. Verstöße können teuer werden. Unser Ratgeber zeigt, welche Ausnahmen gelten und wie Sie Kontrollen souverän meistern. Kostenlosen Ratgeber zu Waffenverboten sichern
Die aktuelle Aktionswoche verdeutlicht die enge Kooperation zwischen den Landes- und Bundesbehörden sowie dem kommunalen Verkehrsunternehmen. Während die BVG für den Betrieb und die Hausordnung in den Fahrzeugen zuständig ist, übernehmen die Berliner Polizei und die Bundespolizei die hoheitlichen Aufgaben der Kontrolle und Sicherstellung.
Die verstärkte Präsenz der Sicherheitskräfte in dieser Woche soll nicht nur der direkten Gefahrenabwehr dienen, sondern auch eine präventive Wirkung entfalten. Die Behörden reagieren damit auf die anhaltende Debatte über Sicherheitsstandards im öffentlichen Raum und die Notwendigkeit, bestehende Verbote konsequent durchzusetzen. Die Auswertung der Ergebnisse der laufenden Kontrollwoche wird nach deren Abschluss am Freitag erwartet.
