BMF-Monatsbericht: Tabaksteuereinnahmen brechen zweistellig ein / BVTE: Der Bundeshaushalt plant nach oben, die Tabaksteuer fällt nach unten
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:02 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei der Zigarette als wichtigstem Steuerträger der Tabaksteuer. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes ging der versteuerte Zigarettenabsatz von Januar bis August 2026 um 12,6 Prozent auf 40,6 Milliarden Stück zurück, nach 46,5 Milliarden Stück im Vorjahreszeitraum. Die daraus erzielten Netto-Tabaksteuereinnahmen sanken gleichzeitig um 11,3 Prozent auf 7,42 Milliarden Euro. Auch beim Feinschnitt setzte sich die rückläufige Entwicklung fort: Die versteuerte Menge sank um 5,4 Prozent von 16.267 Tonnen auf 15.395 Tonnen, die Steuereinnahmen gingen um 4,6 Prozent auf 1,50 Milliarden Euro zurück.
Ab dem 1. Januar 2027 plant die Bundesregierung vier weitere Tabaksteuererhöhungen bis 2030. Während der bereits vorliegende Gesetzentwurf erhebliche Belastungen für Verbraucher vorsieht, will die Koalition die erwarteten Zusatzeinnahmen nochmals deutlich ausweiten. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung ging für 2027 noch von zusätzlichen Tabaksteuereinnahmen von rund 756 Millionen Euro aus. Nach den aktuellen Plänen würden sich diese Mehreinnahmen auf rund 1,5 Milliarden Euro nahezu verdoppeln. Auch in den Folgejahren werden nochmals höhere Einnahmen erwartet. Dafür sollen insbesondere die Steuersätze für Zigaretten weiter angehoben werden. Die Tabaksteuerbelastung einer durchschnittlichen Zigarettenpackung würde dadurch von derzeit rund 4 Euro auf mehr als 6 Euro steigen. Der Zigarettenpreis würde von aktuell rund 7,80 Euro auf gut 12 Euro bis 2030 ansteigen.
Für BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke zeigen die aktuellen Zahlen vor allem eines: "Wer bei rückläufigem Absatz und sinkendem Steueraufkommen immer größere Summen in die Haushaltsplanung schreibt, geht erhebliche Risiken ein. Die aktuellen Zahlen sind ein Warnsignal. Die Politik sollte die Signale des Marktes ernst nehmen, bevor sie die Steuerschraube überdreht."
Der BVTE verweist zudem auf aktuelle Warnungen des Europäischen Rechnungshofs, der den illegalen Handel mit Tabakwaren weiterhin als erhebliches Problem für Staatseinnahmen und Marktaufsicht in Europa einstuft. Nach Auffassung des Verbandes sollte dieser Befund auch bei den aktuellen Diskussionen über weitere massive Tabaksteuererhöhungen berücksichtigt werden.
Mücke warnt daher vor den Folgen: "Moderate und planbare Steueranpassungen haben sich in Deutschland über viele Jahre bewährt. Wer dagegen auf immer drastischere Steuererhöhungen setzt, darf die Risiken von Ausweichreaktionen, grenzüberschreitenden Käufen und illegalem Handel nicht ausblenden."
Über den BVTE
Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) vertritt die Interessen der Hersteller von Tabakwaren, E-Zigaretten und verwandten Produkten in Deutschland. Der Verband setzt sich für eine evidenzbasierte Regulierung, einen wirksamen Jugendschutz und einen fairen Wettbewerb ein.
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