Berlin-Hack, Millionen

Berlin-Hack: 1,44 Millionen Dateien mit Infrastruktur-Daten im Darknet

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 17:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach abgelehnter Lösegeldforderung stellt Rhysida 1,44 Millionen Berliner Dateien ins Darknet. BSI warnt vor Einflussnahme vor der Wahl.

Berlin: Rhysida veröffentlicht 1,44 Millionen Verwaltungsdateien
Dunkler, steriler Serverraum mit langen Reihen von metallischen Schaltschränken und bläulicher Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Nach einem schwerwiegenden Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung hat die Gruppierung Rhysida begonnen, umfangreiche Datensätze im Darknet zu veröffentlichen. Seit dem 5. September 2026 sind insgesamt 1,44 Millionen Dateien aus zwei Senatsverwaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich. Das bereitgestellte Datenvolumen umfasst rund 5,8 Terabyte und beinhaltet hochsensible Informationen, die weit über rein administrative Vorgänge hinausgehen.

Umfangreiche Datenlecks betreffen kritische Infrastruktur

Die von der Hackergruppe veröffentlichten Dokumente gewähren tiefe Einblicke in sicherheitsrelevante Bereiche der Bundeskapital. Den vorliegenden Informationen zufolge befinden sich unter den Daten nicht nur Personalakten der Verwaltungsmitarbeiter, sondern auch detaillierte Notfallpläne.

Besonders kritisch wird die Offenlegung von Informationen zu Heizkraftwerken, Tanklagern sowie zur allgemeinen kritischen Infrastruktur und zum Zivilschutz bewertet.

Zudem sind Unterlagen mit Bezug zu Rüstungsprojekten und zur Bundeswehr Teil des Leaks. Die Veröffentlichung erfolgte, nachdem der Berliner Senat eine Lösegeldforderung der Erpresser abgelehnt hatte.

Die Gruppe Rhysida hatte eine Zahlung von 30 Bitcoin gefordert, was einem Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro entspricht. Da der Senat auf diese Forderung nicht einging, begannen die Angreifer mit der schrittweisen Publikation des entwendeten Materials.

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Vorwürfe wegen Versäumnissen bei der IT-Sicherheit

Im Zuge der Aufarbeitung des Vorfalls wird massive Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen der Berliner Verwaltung laut. Der IT-Experte Atug warf den Verantwortlichen grobe Fahrlässigkeit vor. Er gab an, dass Vorgaben zum Geheimschutz vorsätzlich missachtet worden seien. Nach Angaben des Experten habe er bereits in den Jahren 2023 und 2025 im Innenausschuss vor entsprechenden Schwachstellen gewarnt.

Im Zentrum der fachlichen Kritik steht die Frage nach dem sogenannten Blast Radius, also dem potenziellen Schadensausmaß eines Angriffs, sowie die offenbar unzureichende Netztrennung innerhalb der Berliner Verwaltungsstruktur. Experten bemängeln, dass durch eine bessere Segmentierung der Netzwerke der Abfluss einer derart gewaltigen Datenmenge hätte verhindert oder zumindest stark begrenzt werden können.

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Politische Reaktionen und Warnung vor der Wahl

Die politische Dimension des Angriffs beschäftigt mittlerweile auch die Bundesebene. Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, bezeichnete den Vorfall als einen Daten-Super-GAU. Er forderte personelle Konsequenzen in der Berliner Verwaltung und sah zudem eine Mitschuld bei der Bundesregierung. Auch aus den Reihen der Opposition kommt scharfe Kritik; dort wird dem Senat ein mangelhaftes Krisenmanagement im Umgang mit der Attacke vorgeworfen.

An der technischen und forensischen Aufarbeitung sind neben den Berliner Behörden auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt (BKA) sowie das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) beteiligt.

Das BSI verbindet den Vorfall mit einer Warnung vor sogenannten Hack-and-Leak-Operationen im Vorfeld der bevorstehenden Wahl am 20. September. Es bestehe die Gefahr, dass die gestohlenen Informationen gezielt eingesetzt werden könnten, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen oder den politischen Prozess zu stören.

Mehr zum Thema bei ComputerBase: „Berliner Datengau: 1,4 Millionen Dateien landen im Darknet“

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