Berlin-Cyberattacke: Rhysida-Gruppe fordert 2 Millionen Euro Lösegeld
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 23:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Berlin ist es zu einem schwerwiegenden Cyberzwischenfall gekommen, den der Senat am 28. August 2026 offiziell bestätigt hat. Nach einem Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz ist eine Lösegeldforderung eingegangen.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner erklärte hierzu, dass der Senat sich nicht erpressen lasse und den Forderungen der Angreifer nicht nachkommen werde. Es handelt sich nach offizieller Einschätzung um den bisher größten Cybervorfall in der Geschichte der Bundeshauptstadt.
Lösegeldforderungen und Drohungen der Rhysida-Gruppe
Hinter dem Angriff steht laut Informationen vom 27. August 2026 die sogenannte Rhysida-Gruppe. Die Erpresser fordern die Zahlung von 30 Bitcoin, was einem Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro entspricht. Sollte die Zahlung ausbleiben, droht die Gruppe mit der Veröffentlichung von insgesamt 6 TB an entwendeten Daten.
Nach vorliegenden Erkenntnissen umfasst das potenziell betroffene Datenpaket sensible Informationen. Dazu gehören unter anderem Daten aus 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren sowie 46.500 Verträge. Zudem sollen Passwörter und Informationen zur kritischen Infrastruktur entwendet worden sein.
Während zunächst davon ausgegangen wurde, dass lediglich Geodaten abgeflossen seien, räumte die Senatskanzlei inzwischen ein, dass der Abfluss sensibler und personenbezogener Daten nicht mehr ausgeschlossen werden kann.
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Ausmaß des Datenabflusses und betroffene Verwaltungen
Der Datenabfluss begann nach aktuellen Analysen bereits am 7. August und dauerte mindestens bis zum 12. August an. Die Entdeckung der Infiltration erfolgte am 14. August. Die Angreifer hatten somit über einen Zeitraum von sieben Tagen unbemerkten Zugriff auf Teile des Netzwerks.
Um eine weitere Ausbreitung des Schadens zu verhindern, wurden die Senatsverwaltungen für Verkehr sowie für Bauen und Wohnen vorübergehend vom Netz getrennt. Experten stellen derzeit fest, welche konkreten Datensätze kompromittiert wurden. Trotz der Schwere des Vorfalls betonte der Senat, dass die Wahlumgebung für anstehende Prozesse zu 100 Prozent abgesichert sei und keine Beeinträchtigung vorliege.
Krisenmanagement und laufende Ermittlungen
Am 28. August 2026 kam der Berliner Senat zu einer Sondersitzung im Roten Rathaus zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die Ermittlungen werden durch das Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft geführt. Zur technischen Aufarbeitung und Untersuchung des Angriffs wurde zudem das Sicherheitsunternehmen Crowdstrike hinzugezogen.
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Die Ermittler prüfen derzeit, in welchem Umfang personenbezogene Daten tatsächlich betroffen sind, da seit der Entdeckung am 14. August weitere Datenabflüsse festgestellt wurden.
Die konsequente Ablehnung der Lösegeldzahlung durch die Berliner Landesregierung unterstreicht die Strategie, staatliche Institutionen nicht durch Zahlungen an kriminelle Akteure angreifbar zu machen, auch wenn dies das Risiko einer Datenveröffentlichung erhöht.
Durch die Einbeziehung externer Spezialisten und der Strafverfolgungsbehörden wird versucht, die Integrität des Landesnetzes wiederherzustellen und die Verantwortlichen zu identifizieren.
