Benzin, Fundamentals

Benzin! Fundamentals überzeugen nicht!

Veröffentlicht: 10.08.2006 um 17:23 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Der September Benzin Future verliert aktuell 0,0722$ auf 2,10$ was einem Tagesverlust in Höhe von 3.032,40$ entspricht. Obwohl die gestrigen Lagerbestandsdaten Rückgänge von über drei Millionen Barrel sowohl für die Lesart der EIA als auch API ausgewiesen hatten, konnte der Future hiervon nicht profitieren. Auch der Umstand, dass der kumulierte Rückgang der letzten vier Wochen bei fünf Millionen Barrel lag und die Nachfrage in der abgelaufenen Berichtswoche mit 9,697 Millionen Barrel um 436.000 Barrel über dem fünfjährigen Durchschnitt lag, konnte keinen Auftrieb bringen. Eine mögliche Erklärung für die negative Einstellung der Händler wäre, dass die Lagerbestandsdaten trotz der massiven Reduktionen immer noch 1,559 Millionen über ihrem letztjährigen Niveau liegen. Außerdem sind die Benzinbestände über 17 Millionen Barrel von ihren Tiefstständen aus dem Jahre 1997 entfernt und lassen somit keine übertriebenen Spekulationen eines Engpasses zu. Vielleicht sehen die Trader allerdings in die Zukunft und preisen bereits den saisonal üblichen Anstieg der Lagerbestände ab September schon ein. Sie sehen schon die Spekulationen häufen sich wieder einmal wie es immer der Fall ist wenn man versucht Fundamentaldaten als Erklärung heranzuziehen. Wenden wir uns deswegen lieber den Dingen zu die wir auch zu 100% sicher wissen – nämlich dem Kurs. Mit dem heutigen Kursrutsch hat der September Future das Tief des Vormonats klar durchbrochen. Zum ersten Mal seit sechs Monaten wurde damit ein tieferes Tief verglichen mit dem Vormonat ausgebildet. Einige größere trendfolgende Trader die sich aufgrund ihrer Kapitalstärke gerne an den Monatscharts orientieren, könnten sich nun gezwungen sehen ihre Positionen zu liquidieren oder gar zu drehen. Ich stehe dem Markt nach dem heutigen Verlauf ebenfalls bärisch gegenüber, werde jedoch vorerst nur als Beobachter tätig bleiben. Sollte sich der Future nicht schnell wieder erholen können, wäre unverbleites Benzin ein klarer Fall für die Shorties. Stop Sell Orders im Bereich der Wochentiefs könnten dann interessant sein. Wichtig ist jedoch das Risiko im Auge zu behalten, weil sich Shortseller klar gegen einen noch intakten Trend stellen, dessen 10 Wochen Moving Average steigend ist. Außerdem hat der Future das letzte Korrekturtief bei 1,98$ welches auf ein neues Hoch folgte auch noch nicht durchbrochen. Alle hier gemachten Angaben bezogen sich auf den September Future. Die Feeders sind heute in der Oktobernotierung auf ein neues Kontrakthoch bei 117,65 Cents pro Pound geschossen. Ausschlaggebend für den Anstieg waren extrem positive Nachrichten seitens der Kassamärkte. Während die Händlerschaft überwiegend damit gerechnet hatte, dass die Kassapreise in dieser Woche zwischen 84$ und 85$ pendeln würden, lief gestern Abend die Meldung über die Dow Jones Ticker wonach die Kassamärkte mittlerweile bei 85$ bis 86$ stünden. Das Cutout Value zeigt sich ebenfalls wieder positiv und konnte gestern um 1,16$ auf fast 147$ pro Zentner zulegen. London Die Reparatur der korrodierten Alaska-Pipeline des britischen Ölkonzerns BP dürfte rund 100 Millionen Dollar kosten. Dies meldete heute der Finanznachrichtendienst Reuters unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Konzerns, der nicht genannt werden wollte. Demnach werde allein schon die Stahlpipeline selbst zwischen 20 und 30 Millionen Dollar kosten. Dies sei ungewöhnlich hoch, liege aber daran, dass BP ein „Käufer unter Druck“ sei, der über keine gute Preisverhandlungsbasis verfüge. Die Förderung am Ölfeld Prudhoe Bay ist mittlerweile auf 200.000 Barrel pro Tag halbiert worden. Morgen soll darüber entschieden werden, ob sich kompletter Förderstopp vermeiden lässt. BP verdient in Alaska pro Barrel Rohöl rund 25 Dollar. Die US-Regierung rechnet nicht damit, dass der volle Betrieb bis Anfang 2007 wieder aufgenommen werden kann. Moskau Wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass mitteilte, befindet sich seit gestern der ukrainische Energieminister zu Gesprächen über den Gaspreis in Moskau. Energieminister Boiko wird nicht von einer Delegation begleitet. Der ukrainische Außenminister Tarasysuk sagte, dass der ukrainische Premier Janukowitsch in der nächsten Woche nach Moskau reisen werde. Auf der Agenda stünden dann unter unter anderem Gespäche über den Gaspreis und weitere ökonomische Themen.

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