Behandlungsfehler, Rekord

Behandlungsfehler: TK meldet Rekord mit 7.540 Fällen 2025

01.06.2026 - 09:48:15 | boerse-global.de

Techniker Krankenkasse meldet Höchststand bei Behandlungsfehlern, Cyberangriff trifft Unikliniken und Bundestag beschließt Reformen.

Behandlungsfehler: TK meldet Rekord mit 7.540 Fällen 2025 - Bild: über boerse-global.de
Behandlungsfehler: TK meldet Rekord mit 7.540 Fällen 2025 - Bild: über boerse-global.de

Während die Techniker Krankenkasse einen Rekordwert von 7.540 gemeldeten Behandlungsfehlern für 2025 vermeldet, erschüttert ein massiver Hackerangriff auf den Dienstleister Unimed die Universitätskliniken des Landes. Die Politik reagiert mit Gesetzesänderungen – doch die Stimmung in den Krankenhäusern bleibt angespannt.

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Alarmierende Zahlen bei Behandlungsfehlern

Die Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnet für das Jahr 2025 einen traurigen Rekord: 7.540 Fälle von vermuteten ärztlichen Kunstfehlern gingen bei der Kasse ein. Das ist ein Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund ein Drittel dieser Verdachtsfälle bestätigte sich bei der Überprüfung.

Die meisten gemeldeten Fehler passierten im OP-Saal: 29 Prozent der Fälle betrafen chirurgische Eingriffe. Es folgen die Zahnmedizin mit 17 Prozent sowie die Gynäkologie und Geburtshilfe mit 11 Prozent. TK-Chef Jens Baas fordert Konsequenzen: „Wir brauchen endlich ein bundesweites Melde- und Lernsystem für Behandlungsfehler." Eine gesetzliche Meldepflicht sei überfällig, um die Patientensicherheit nachhaltig zu verbessern.

Hacker legen Patientendaten offen

Parallel zu den Behandlungsfehlern sorgt ein Cyberangriff auf den Abrechnungsdienstleister Unimed für Aufsehen. Bereits Mitte April drangen Unbekannte in die Systeme des Unternehmens ein und erbeuteten sensible Daten von zehntausenden Privatpatienten und Selbstzahlern.

Betroffen sind namhafte Universitätskliniken – darunter Freiburg, Ulm, Heidelberg, Tübingen und Köln. Allein in Freiburg wurden rund 54.000 Datensätze mit Stammdaten gestohlen, dazu knapp 900 Diagnoseberichte und eine geringe Anzahl von Bankverbindungen. Insgesamt sind mehr als 72.000 Patientenakten betroffen. Unimed hat die Analyse des Datenabflusses Mitte Mai abgeschlossen. Eine Veröffentlichung der gestohlenen Informationen wird derzeit nicht erwartet, das Unternehmen beobachtet jedoch vorsorglich das Darknet.

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Bundestag schafft Corona-Meldepflicht für Ärzte ab

Die Politik hat in dieser Woche ebenfalls weitreichende Entscheidungen getroffen. Am 30. Mai beschloss der Bundestag, die Meldepflicht für Corona-Infektionen durch Ärzte zu streichen. Die Bundesregierung argumentiert: COVID-19 stelle kein signifikant anderes Risiko mehr dar als die saisonale Grippe. Die Änderung soll die Bürokratie in den Praxen reduzieren. Die Labormeldepflicht bleibt jedoch bestehen.

Pflegebudgets werden gedeckelt – Kritik von Verbänden

Eine weitere Reform betrifft die Krankenhausfinanzierung. Ab 2027 wird das Pflegebudget gedeckelt: Das Wachstum wird bis 2029 auf einen Prozentpunkt unter den Lohnsteigerungen der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt. Zudem entfällt der pauschale Zuschlag von 2,5 Prozent für Pflegeentlastungsmaßnahmen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und die Gewerkschaft ver.di kritisieren die Entscheidung scharf. Sie sehen darin einen massiven Einschnitt in die Personalfinanzierung der Kliniken.

Pflegekräfte lieben ihren Job – aber fühlen sich nicht wertgeschätzt

Eine aktuelle Umfrage des DBfK unter mehr als 3.000 Pflegekräften (März/April 2026) zeigt ein zwiespältiges Bild: 83 Prozent der Befragten empfinden ihre Arbeit als sinnvoll, und 76 Prozent sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Doch nur drei Prozent fühlen sich ausreichend von der Gesellschaft anerkannt. Und lediglich 15 Prozent der Pflegedienstleitungen werden in Budgetverhandlungen eingebunden. Das dürfte sich mit der neuen Deckelung kaum verbessern.

Kliniken in der Krise: Fast jedes zweite Haus sieht schwarz

Die finanzielle Lage vieler Krankenhäuser verschärft die Sicherheits- und Personalsituation zusätzlich. Eine Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) unter 185 Kliniken (durchgeführt Mitte April 2026) ergab: 74 Prozent der Häuser bewerten ihre wirtschaftliche Lage als unbefriedigend. Bei großen Kliniken mit mehr als 600 Betten sind es sogar 95 Prozent. Die DKG warnt: 59 Prozent der Krankenhäuser rechnen mit einer weiteren Verschlechterung. Besonders in ländlichen Regionen sei die Existenz einzelner Häuser akut bedroht.

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