Befristete Jobs: Quote bei jungen Arbeitnehmern dreifach höher
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist die Zahl der befristeten Arbeitsverträge in Deutschland rückläufig. Wie die Wiesbadener Behörde am 13. August 2026 auf Basis des Mikrozensus 2025 mitteilte, waren im Erhebungszeitraum rund 2,2 Millionen Arbeitnehmer befristet beschäftigt. Dies entspricht einem Anteil von 6,0 % der Kernerwerbstätigen in der Altersgruppe von 15 bis 64 Jahren.
Langfristiger Rückgang befristeter Verträge
Die Ergebnisse verdeutlichen eine abnehmende Tendenz bei der Befristungsquote über die vergangenen Jahre. Während der Anteil im Jahr 2015 noch bei 7,0 % gelegen hatte, sank er bis zum Erhebungsjahr 2025 auf den nun gemeldeten Wert. Parallel dazu zeigt sich eine ähnliche Entwicklung bei der sogenannten atypischen Beschäftigung insgesamt, die neben Befristungen unter anderem auch Zeitarbeit oder geringfügige Beschäftigung umfasst. Die Zahl der hiervon betroffenen Kernerwerbstätigen belief sich zuletzt auf 6,4 Millionen Personen, was einer Quote von 17,2 % entspricht. Im Jahr 2015 hatte dieser Anteil mit 20,8 % noch deutlich höher gelegen.
Die Daten von Destatis geben zudem Aufschluss über die Freiwilligkeit dieser Arbeitsverhältnisse. Demnach ist die Befristung nur für eine kleine Minderheit eine bewusste Entscheidung: Lediglich 2,7 % der Betroffenen gaben an, ihre Befristung freiwillig gewählt zu haben. Zudem sind viele dieser Verträge von kurzer Dauer; bei 52,4 % der befristeten Arbeitsverhältnisse ist die Laufzeit auf weniger als ein Jahr begrenzt.
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Deutliche Unterschiede nach Alter, Branche und Qualifikation
Besonders stark betroffen von zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnissen sind junge Erwerbstätige. In der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen liegt die Befristungsquote bei 18,3 %. Damit ist sie mehr als dreimal so hoch wie der Durchschnitt aller Kernerwerbstätigen. Beim Blick auf die Geschlechterverteilung zeigt sich ein geringfügiger Unterschied: Bei Frauen liegt die Quote bei 6,2 %, während sie bei Männern 5,7 % beträgt.
Signifikante Differenzen ergeben sich zudem aus dem Bildungsgrad und der Branche. Personen ohne berufsqualifizierenden Abschluss weisen mit 11,6 % die höchste Befristungsquote auf. Bei Hochqualifizierten liegt der Wert bei 6,4 %, während Arbeitskräfte mit einer mittleren Qualifikation mit einer Quote von 4,0 % am seltensten in befristeten Verhältnissen arbeiten.
In der Branchenbetrachtung führt der Bildungssektor die Statistik mit einer Befristungsquote von 11,2 % an, gefolgt vom Gastgewerbe mit 8,8 %. Deutlich seltener kommen Befristungen in der Baubranche sowie im Finanzsektor vor, wo die Quote jeweils bei 2,5 % liegt.
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Politische Pläne und gewerkschaftliche Kritik
Trotz des statistischen Rückgangs steht das Thema Befristung derzeit im Fokus politischer Debatten. Die Bundesregierung plant eine Ausweitung der Möglichkeiten für sachgrundlose Befristungen. Für Arbeitnehmer, die bis Ende 2030 eingestellt werden, soll die maximale Dauer solcher Verträge auf bis zu 48 Monate verlängert werden können.
Gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand vonseiten der Arbeitnehmervertreter. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte die geplante Verlängerung der sachgrundlosen Befristung auf 48 Monate deutlich. Die Organisation lehnt eine Ausweitung des Zeitraums für Arbeitsverhältnisse ohne konkreten Sachgrund ab.
