Beckenbodenzentrum, Dresden

Beckenbodenzentrum Dresden: Neue Spezialambulanz für zehn Millionen Patienten

13.06.2026 - 13:42:17 | boerse-global.de

Das Uniklinikum Dresden eröffnet ein interdisziplinäres Zentrum für Beckenbodenleiden. Parallel starten Aufklärungskampagnen und neue Therapieansätze.

Neues Dresdner Zentrum für Beckenboden- und Kontinenzprobleme
Beckenbodenzentrum - Eine detaillierte anatomische Illustration des menschlichen Beckens mit leuchtenden Nervenbahnen und einem verschwommenen Bürohintergrund. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Universitätsklinikum Dresden eröffnet jetzt ein neues Spezialzentrum.

Dresden – Das UniversitätsKontinenz- und BeckenbodenCentrum nahm am 12. Juni offiziell seine Arbeit auf. Urologie, Gynäkologie, Viszeralchirurgie und Physiotherapie arbeiten dort unter einem Dach zusammen. Die Klinik setzt auf moderne Diagnostik wie MRT-Defäkographie und Urodynamik. Zur Therapie gehören chirurgische Eingriffe, Biofeedback und gezieltes Beckenbodentraining.

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Breite Aufklärungskampagne geplant

Die zweite Junihälfte steht ganz im Zeichen der Information. Für den 17. Juni ist ein Online-Seminar geplant, dazu gibt es eine telefonische Expertenberatung. Auch die Universitätsmedizin Mainz macht mit: Am 16. Juni startet dort eine Telefonaktion. Der Fokus liegt auf Frauen – jede dritte bis vierte erlebt im Laufe ihres Lebens Beckenbodenbeschwerden.

Stress wegatmen: Die 4-7-8-Methode fürs Büro

Doch nicht nur die Kliniken reagieren. Physiotherapeutin Friederike Reumann empfiehlt gezielte Atemtechniken gegen Stress am Arbeitsplatz. Die Idee: Verlängerte Ausatmung aktiviert den Parasympathikus und beruhigt das Nervensystem.

Zwei Methoden eignen sich besonders für den Büroalltag:
- Die 4-7-8-Methode für Fortgeschrittene
- Die Ujjayi-Atmung zur Stimulation des Vagusnervs

Studien untermauern den Effekt. Eine Metaanalyse im European Journal of Preventive Cardiology zeigt: Kontrolliertes Atmen senkt Blutdruck und Ruhepuls ähnlich effektiv wie Ausdauersport. Angesichts von rund 350.000 Herz-Kreislauf-Todesfällen pro Jahr in Deutschland ein relevanter Ansatz.

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Magnetwellen und Cannabis: Neue Therapieoptionen

Zur Welt-Kontinenz-Woche (15. bis 21. Juni) setzen Einrichtungen wie das TherapieDeck Oldenburg oder der Mrs Sporty Club Mannheim auf Magnetwellen-Technologien. Geräte wie der EMP Chair Pro oder der MyPelvi-Beckenbodenstuhl behandeln Beschwerden durch elektromagnetische Impulse.

Parallel dazu gibt es Fortschritte bei Schmerzsyndromen. Am 11. Juni ließ Deutschland das Medikament Exilby® zu. Der Cannabis-Vollspektrum-Extrakt des Münchener Entwicklers Vertanical soll ab September verfügbar sein. In Phase-3-Studien mit über 1.200 Patienten zeigte der Wirkstoff eine signifikante Schmerzreduktion bei besserer Verträglichkeit als herkömmliche Opioide – und ohne Abhängigkeitsrisiko.

Wissenschaft gegen Falschinformationen

Beim Medizinischen Fakultätentag am 11. und 12. Juni in Dresden mahnten Hochschulmediziner zur Wachsamkeit. Esther Troost, Dekanin der TU Dresden, warnte: „Falschinformationen gefährden die Patientenversorgung.“ Die Wissenschaft müsse ihre Expertise offensiv einbringen – in der klinischen Forschung ebenso wie in der Schmerztherapie und psychosomatischen Gesundheit. Eine Studie der Universität Regensburg zu Intensivtherapien bei Depressionen läuft noch bis Ende 2026.

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