Bauzinsen bei 4,25 Prozent: Immobilienverkäufe brechen ein
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 05:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der deutsche Wohnimmobilienmarkt steht vor einer Phase der Abkühlung. Laut aktuellen Prognosen des Gewos-Instituts wird für das Jahr 2026 ein spürbarer Rückgang der Nachfrage nach Wohnimmobilien in Deutschland erwartet. Als wesentlicher Grund für diese Entwicklung gelten die veränderten Finanzierungsbedingungen, die potenzielle Käufer zunehmend zur Zurückhaltung zwingen.
Das Institut rechnet damit, dass die Zahl der Immobilientransaktionen im Jahr 2026 auf rund 612.000 Fälle sinken wird. Dies entspräche einem Rückgang von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2025. Parallel zu den sinkenden Verkaufszahlen wird auch eine Reduzierung des Marktumsatzes prognostiziert. Demnach dürfte das Umsatzvolumen um 2,0 Prozent nachgeben und einen Wert von knapp 211 Milliarden Euro erreichen.
Segmentierte Entwicklung bei Wohngebäuden
Innerhalb des Marktes zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Immobilientypen. Besonders stark ist der Abwärtstrend im Bereich der Eigenheime spürbar. Für den Kauf von Ein- und Zweifamilienhäusern prognostiziert das Gewos-Institut ein Minus von mehr als fünf Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht die Herausforderungen für private Haushalte, die durch die gestiegenen Kosten für Wohneigentum zunehmend vom Markt verdrängt werden.
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Im Gegensatz dazu zeigt sich das Segment der Mehrfamilienhäuser robuster. Hier wird für das Jahr 2026 mit einem leichten Zuwachs bei den Transaktionen gerechnet. Dieser Trend deutet darauf hin, dass Anlageimmobilien trotz des schwierigen Umfelds weiterhin ein gewisses Interesse bei Investoren wecken, während der eigengenutzte Wohnraum unter stärkerem Druck steht.
Höchster Stand der Bauzinsen seit 2011
Die Hauptursache für die prognostizierte Marktschwäche liegt in der Entwicklung der Bauzinsen. Nach Daten von Barkow Consulting liegen die Zinsen für Darlehen mit einer zehnjährigen Zinsbindung aktuell bei rund 4,25 Prozent. Dies ist der höchste Stand seit Mai 2011. Die deutliche Verteuerung der Kredite hat die Finanzierungskalkulationen vieler Interessenten grundlegend verändert und die Erschwinglichkeit von Immobilien massiv eingeschränkt.
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Ein Ende dieser Hochzinsphase ist laut Marktexperten vorerst nicht abzusehen. In einer aktuellen Herbstprognose des Finanzvermittlers FMH wird sogar ein weiterer Anstieg der Bauzinsen in Aussicht gestellt.
Demnach sei es möglich, dass die Zinsen für Immobiliendarlehen perspektivisch die Marke von 4,5 Prozent erreichen. Sollte dieses Szenario eintreten, dürfte sich der Druck auf den Immobilienmarkt und die Verkaufszahlen im kommenden Jahr weiter verfestigen.
