Baustellenunfall, Westendorf

Baustellenunfall in Westendorf: Zwei Arbeiter stürzen von Leitern

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Bauarbeiter verletzten sich bei einem Leitersturz; Vorgaben zu Aufstellung, Kontrollen und Absturzschutz sollen Unfälle verhindern.
Gekiester Untergrund auf einer Baustelle mit Fokus auf die Bodenbeschaffenheit. Illustration mit AI erstellt.

Trotz eines spürbaren Rückgangs der erfassten Arbeitsunfälle wird das Gefährdungspotenzial von Leitern und Tritten in Betrieben und auf Baustellen weiterhin unterschätzt. Dies verdeutlicht die Handlungsanleitung für Leitern und Tritte (BGI 694), die als Orientierung für den betrieblichen Arbeitsschutz dient.

Wie gravierend die Risiken fehlerhafter Nutzung in der Praxis sind, zeigte sich unter anderem am 15. Oktober 2026 auf einer Baustelle an der L204 in Westendorf: Dort stürzten zwei Bauarbeiter von Leitern in ein Bachbett und verletzten sich, nachdem einer der Männer das Gleichgewicht verloren und sich an seinem Kollegen festgehalten hatte. Beide Arbeiter mussten im Bezirkskrankenhaus Kufstein versorgt werden.

Vorschriften für Aufstellung und sicheren Einsatz

Um solche Stürze zu vermeiden, gelten für den Umgang mit mobilen Leitern klare Vorgaben. Sie sind generell nur für Arbeiten bis zu einer Höhe von vier Metern geeignet. Beim Aufstellen ist ein Anstellwinkel zur Wand von etwa 60 Grad einzuhalten, während der Sprossenabstand bei rund 30 Zentimetern liegen sollte.

Zudem sind vor Beginn der Arbeiten die Umgebungsbedingungen zu prüfen. Bei starkem Wind, Regen oder Gewitter müssen Arbeiten in der Höhe sofort eingestellt werden. Liegt die Arbeitshöhe über dem jeweils gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert, ist die Nutzung von Sicherheitsgurten und Sicherheitsseilen zwingend vorgeschrieben.

Klare Verbote regeln die Nutzung: Es ist unzulässig, dass sich zwei Personen gleichzeitig auf einer Leiter aufhalten. Ebenso untersagt ist das Besteigen der obersten zwei Sprossen, das künstliche Verlängern oder Unterlegen von Holmen sowie das Verschieben der Leiter, während sich eine Person darauf befindet. Bei Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen grundsätzlich keine Metallleitern eingesetzt werden.

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Sicherung des Untergrunds und regelmäßige Kontrollen

Die Beschaffenheit des Untergrunds spielt für die Standsicherheit eine entscheidende Rolle. Auf glattem Boden muss der Leiterfuß wirksam gegen Wegrutschen gesichert werden, während auf weichem Untergrund Erdspitzen oder Seilbefestigungen erforderlich sind.

Vor der Nutzung einer A-Leiter müssen Beschäftigte die Gelenke, Schrauben und Trittflächen einer sorgfältigen Prüfung unterziehen; aufgestellt werden darf sie ausschließlich auf ebenem und festem Grund. Auch hier bleibt die oberste Sprosse tabu.

Bei Trittleitern erhöhen rutschfeste Auflagen auf nassen oder glatten Böden, Standplatten gegen das Einsinken sowie Handläufe, Sicherheitsbügel und Sicherungsriemen die Stabilität. Experten empfehlen daher vor jedem Einsatz eine Sichtprüfung des Arbeitsmittels.

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Ein Sturz von der Leiter ist oft die Folge mangelhafter Unterweisung oder fehlender Kontrollen. Ein kostenloser 15-Punkte-Check unterstützt Sicherheitsverantwortliche dabei, die Betriebssicherheit systematisch zu prüfen und hohe Bußgelder zu vermeiden. Gratis-Vorlage und Anleitung jetzt kostenlos herunterladen

Besondere Gefahrenbereiche und technische Schutzlösungen

Bestimmte Tätigkeiten schließen den Einsatz von Leitern von vornherein aus. Bei der Montage von Photovoltaikanlagen stellen Leitern an der Dachrinne ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und sind dafür ungeeignet.

Laut der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) dürfen Solarmodule nicht über Leitern transportiert werden. Als primäre Schutzmaßnahme sind Gerüste und ein verlässlicher Seitenschutz vorgesehen, andernfalls ist eine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) vorgeschrieben.

Für handwerkliche Anforderungen bieten Hersteller spezialisierte Steigtechniken an. KRAUSE führt für Maler, Lackierer und Tapezierer unter anderem eloxierte Aluminiumleitern der Modellreihen Securo, SePro S, SePro D und Treppy, Holzleitern sowie Teleskop-Stufen-Stehleitern für Treppen und mobile Plattformsysteme wie das TeleBoard im Programm.

Auch ortsfeste Anlagen werden weiterentwickelt: Hymer-Steigtechnik ergänzt seinen Konfigurator um Steigschutzschienen, die im Fall eines Sturzes blockieren, sowie um Ausstiege mit Plattformen, die Wandabstände bis zu 440 Millimeter überbrücken. Für Flachdächer bietet das Unternehmen ballastierte Steigleiterüberstiege ohne Dachdurchdringung an, die nach DIN 18799 für Gebäude oder nach DIN EN ISO 14122 für Maschinen ausgelegt sind.

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