Baustellenkontrollen: Zoll trifft sieben Arbeitskräfte ohne Aufenthaltstitel
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Hauptzollamt Osnabrück hat im Zeitraum vom 21. bis zum 23. September 2026 umfangreiche Kontrollen in der Baubranche durchgeführt. Die Maßnahmen fanden im Kontext der gemeinsamen Aktionstage Niedersachsen statt, bei denen Behörden verstärkt gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigungsverhältnisse vorgingen.
Ziel der Überprüfungen war die Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Pflichten sowie die Kontrolle des Mindestlohns und des Aufenthaltsstatus der Beschäftigten.
Behördenübergreifender Einsatz mit hohem Personaleinsatz
An der mehrtägigen Kontrollaktion waren insgesamt rund 80 Einsatzkräfte beteiligt. Das Aufgebot setzte sich aus etwa 50 Beamten des Zolls sowie knapp 30 Mitarbeitern verschiedener Ordnungsämter zusammen.
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Im Zuge der Begehungen auf den Baustellen befragten die Einsatzkräfte insgesamt 170 Personen zu ihren Arbeitsverhältnissen. Durch die Kooperation zwischen dem Zoll und den kommunalen Ordnungsbehörden sollte eine ganzheitliche Prüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen vor Ort gewährleistet werden.
Feststellungen zu illegalem Aufenthalt und fehlenden Titeln
Bereits während der laufenden Kontrollen stellten die Beamten unmittelbare Rechtsverstöße fest. Nach Angaben des Hauptzollamts Osnabrück wurden sieben ausländische Arbeitskräfte angetroffen, die nicht über den für eine Erwerbstätigkeit erforderlichen Aufenthaltstitel verfügten. In diesen Fällen wurden entsprechende Verfahren eingeleitet, da die gesetzlichen Voraussetzungen für eine rechtmäßige Beschäftigung im Bundesgebiet nicht erfüllt waren.
Umfangreiche Nachprüfungen und Verdachtsmomente
Über die direkten Feststellungen hinaus ergaben die Befragungen und Sichtungen der Unterlagen einen erheblichen Nachbearbeitungsbedarf. Fast 50 Sachverhalte werden derzeit einer tiefergehenden Prüfung unterzogen. Die Ermittler des Zolls gehen dabei verschiedenen Verdachtsmomenten nach, die über die bloße Dokumentenprüfung hinausgehen.
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Im Fokus der weiteren Ermittlungen stehen unter anderem mögliche Verstöße gegen das Mindestlohngesetz sowie Hinweise auf Scheinselbstständigkeit. Zudem prüfen die Beamten Fälle von mutmaßlichem Sozialleistungsbetrug. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchungen betrifft den Verdacht der Untreue zulasten gesetzlicher Krankenkassen, was insbesondere die vorenthaltenen oder nicht korrekt abgeführten Sozialversicherungsbeiträge betrifft.
Das Hauptzollamt Osnabrück gab an, dass die Ermittlungen in diesen komplexen Sachverhalten noch andauern. Die Auswertung der Geschäftsunterlagen sowie der Abgleich der vor Ort erhobenen Daten mit den Meldungen zur Sozialversicherung bilden die Grundlage für die weiteren Verfahrensschritte.
Die Ergebnisse der Aktionstage unterstreichen die Bedeutung regelmäßiger Kontrollen in Branchen, die als besonders anfällig für illegale Beschäftigungsstrukturen gelten.
