Baupreise für Wohngebäude steigen im August um 5,5 Prozent
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 09:17 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland sind im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,5 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit; im Mai hatte der Anstieg noch 5,0 Prozent betragen.
Gegenüber Mai 2026 erhöhten sich die Baupreise um 1,0 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer.
Rohbau verteuert sich um 5,4 Prozent
Die Preise für Rohbauarbeiten lagen im August 2026 um 5,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Betonarbeiten verteuerten sich um 4,3 Prozent, Mauerarbeiten um 4,2 Prozent.
Deutlich stärker stiegen die Preise für Dachdeckungsarbeiten mit 7,6 Prozent. Zimmer- und Holzbauarbeiten kosteten 7,2 Prozent mehr, Erdarbeiten verteuerten sich um 6,1 Prozent.
Ausbauarbeiten steigen um 5,7 Prozent
Die Preise für Ausbauarbeiten erhöhten sich binnen Jahresfrist um 5,7 Prozent. Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen, zu denen auch Wärmepumpen zählen, wurden um 5,2 Prozent teurer. Metallbauarbeiten verteuerten sich um 5,0 Prozent.
Bei Elektro-, Sicherheits- und informationstechnischen Anlagen stiegen die Preise um 7,2 Prozent. Wärmedämm-Verbundsysteme kosteten 5,7 Prozent mehr.
Auch Instandhaltung und Straßenbau teurer
Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden ohne Schönheitsreparaturen lagen 6,0 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei Bürogebäuden betrug der Anstieg 5,7 Prozent, bei gewerblichen Betriebsgebäuden 5,5 Prozent.
Besonders deutlich fiel die Steigerung im Straßenbau aus: Die Preise erhöhten sich im August gegenüber August 2025 um 6,9 Prozent.
Die Baupreise für Wohngebäude steigen damit weiterhin deutlich schneller als im Mai. Der jährliche Anstieg beschleunigte sich von 5,0 auf 5,5 Prozent, zusätzlich verteuerten sich Bauleistungen innerhalb von nur drei Monaten um 1,0 Prozent. Für private Bauherren, Wohnungsunternehmen und öffentliche Auftraggeber erhöhen sich dadurch die Kosten für Neubau- und Modernisierungsvorhaben.
Besonders stark fällt der Anstieg bei Dachdeckungsarbeiten sowie Zimmer- und Holzbauarbeiten aus. Auch Ausbauleistungen verteuerten sich überdurchschnittlich. Das ist für die Gesamtkosten relevant, weil technische Gebäudeausrüstung, Elektroarbeiten, Dämmung und Heiztechnik einen großen Teil moderner Bauvorhaben ausmachen.
Hohe Kosten treffen auf schwachen Wohnungsbau
Die Preisentwicklung steht in einem schwierigen Umfeld: Der Wohnungsbau war in den vergangenen Jahren durch hohe Finanzierungszinsen, gestiegene Material- und Arbeitskosten sowie strengere Wirtschaftlichkeitsanforderungen belastet. Ein höheres Preisniveau kann Projekte weiter verzögern oder dazu führen, dass Vorhaben kleiner geplant, verschoben oder nicht umgesetzt werden.
Gleichzeitig zeigt der Anstieg im Baugewerbe im August, dass die Branche nicht in allen Bereichen stillsteht. Die höhere Produktion bedeutet jedoch nicht automatisch eine Entspannung bei den Baukosten. Für Mieter und Wohnungssuchende bleibt entscheidend, ob die Kostensteigerungen durch mehr Neubau, günstigere Finanzierung und schnellere Genehmigungen ausgeglichen werden können. Die zusätzlich um 6,9 Prozent gestiegenen Straßenbaupreise verdeutlichen, dass der Kostendruck auch öffentliche Infrastrukturprojekte betrifft.

