Baumarktkrise: 4.000 Mitarbeiter bei Hellweg und BayWa betroffen
17.06.2026 - 00:09:08 | boerse-global.de
Die Dortmunder Baumarktkette Hellweg sowie die BayWa Bau- & Gartenmärkte haben am Dienstag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Essen gab beiden Anträgen statt. Der Geschäftsbetrieb in allen Standorten und im Online-Shop läuft vorerst unverändert weiter.
Sanierung unter Aufsicht
Die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt, wird aber durch externe Sanierungsexperten ergänzt. Als vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Stefan Denkhaus. Er überwacht die wirtschaftliche Lage und wahrt die Interessen der Gläubiger.
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Die Sanierungsexperten Gerrit Hölzle und Karl-Friedrich Curtze von der Kanzlei Görg wurden in die Geschäftsführung berufen. Ein entscheidender Auslöser für die Krise war die Kündigung der Warenkreditversicherung durch die Markant. Das erschwerte die Warenbeschaffung und belastete die Liquidität zusätzlich. Im Herbst soll ein konkreter Sanierungsplan vorliegen.
4.000 Mitarbeiter betroffen
Hellweg beschäftigt rund 2.900 Angestellte in 68 Märkten. Die BayWa Bau- & Gartenmärkte kommen auf 1.300 Mitarbeiter an 46 Standorten. Die Löhne und Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.
Die Hellweg-Filialen konzentrieren sich auf das Rhein-Ruhr-Gebiet sowie Berlin und Brandenburg, wo das Unternehmen elf Märkte betreibt. Auch sechs Standorte in Österreich sind vom Verfahren betroffen.
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Kostendruck und Konsumflaute
Als Ursachen für die Schieflage nennen die Unternehmen gestiegene Einkaufspreise, anhaltende Konsumzurückhaltung und steigende Mieten. Die Margen im hart umkämpften Baumarktsektor gerieten dadurch massiv unter Druck.
Hellweg belegte zuletzt Rang neun der größten deutschen Baumarktbetreiber. Für 2024 wies das Unternehmen einen Umsatz von 787 Millionen Euro aus. Die kumulierten Kostensteigerungen ließen sich trotz dieser Marktposition nicht ohne gerichtliches Verfahren abfedern.
