Baumarkt-Krise: Räumungsverkauf in 111 Filialen hat begonnen
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 22:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Infolge der wirtschaftlichen Schieflage bei den Baumarktketten Hellweg und BayWa Bau & Garten hat bundesweit der Räumungsverkauf in insgesamt 111 Filialen begonnen. Betroffen sind nach aktuellen Informationen 68 Hellweg-Standorte sowie 43 Märkte von BayWa Bau & Garten.
Während für einen Teil der Standorte bereits Übernahmelösungen durch Wettbewerber absehbar sind, bleibt die Zukunft zahlreicher anderer Märkte sowie von tausenden Beschäftigten ungewiss.
Breite Rabattaktionen in Nordrhein-Westfalen und Berlin
In Nordrhein-Westfalen startete der Abverkauf an 31 Hellweg-Standorten bereits am Montag, dem 7. September 2026. Dieser Schritt folgt auf den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, den das Unternehmen Mitte Juni 2026 beim Amtsgericht Essen gestellt hatte.
Auch in Berlin hat der Räumungsverkauf in fünf Filialen – namentlich in Biesdorf, am Ostbahnhof, im Tiergarten, in Köpenick und an der Yorckstraße – am selben Tag begonnen. Dort wird auf das gesamte Sortiment ein Nachlass von rund 30 Prozent gewährt, solange der Vorrat reicht. Das offizielle Ende dieser Verkaufsmaßnahmen in der Hauptstadt ist für den 30. November 2026 terminiert.
Parallel dazu verläuft der Prozess bei BayWa Bau- und Gartenmärkte. Hier wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am 26. August 2026 durch das Amtsgericht Essen eröffnet. Insgesamt sind 46 Standorte in Bayern und Baden-Württemberg vom Insolvenzverfahren betroffen, wobei allein 30 Märkte auf Bayern entfallen.
Der Räumungsverkauf in 111 Hellweg- und BayWa-Filialen läuft – in Berlin mit rund 30 Prozent Nachlass, solange der Vorrat reicht, und mit Frist bis 30. November. Wer jetzt zugreifen will, braucht die Standort-Liste und einen Plan für Garantie und Ersatzteile. Jetzt kostenlosen Schnäppchen-Guide anfordern
Die personellen Konsequenzen der Krise sind erheblich: Etwa 4000 Mitarbeiter beider Ketten haben bereits vorsorgliche Kündigungen erhalten. Zudem steht die Schließung der Zentralverwaltungen in Dortmund und Garching bevor, wovon weitere 340 Mitarbeitende betroffen sind.
Perspektiven durch Wettbewerber und Investorenlösungen
Trotz der schwierigen Lage zeichnen sich für einen Teil der Filialen Fortführungslösungen ab. Für etwa 35 der bundesweit 111 Standorte gibt es demnach konkrete Perspektiven durch Investoren. Der Wettbewerber Obi beabsichtigt, bis zu zwölf Hellweg-Märkte zu übernehmen, wobei fünf Standorte bereits feststehen sollen.
Auch Bauhaus hat Interesse signalisiert und übernimmt unter anderem die Standorte in Potsdam sowie Dahlwitz-Hoppegarten. Eine Wiedereröffnung unter neuer Flagge wird für diese Märkte voraussichtlich im März 2027 angestrebt.
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Auch für die BayWa-Märkte gibt es teilweise positive Signale. Für 17 Standorte liegen Investorenlösungen vor. Davon übernimmt Obi fünf Märkte mit insgesamt rund 250 Beschäftigten.
Dennoch bleibt der Zeitdruck hoch: Sollten bis Ende November keine weiteren Investoren gefunden werden, droht nach derzeitigem Stand die endgültige Schließung von etwa 29 BayWa- und 50 Hellweg-Märkten. Neben Obi und Bauhaus haben laut Berichten auch Hornbach, Hagebau und Globus Interesse an einzelnen Standorten der insolventen Ketten bekundet.
