Baugesetzbuch-Reform, Planungsverfahren

Baugesetzbuch-Reform: Planungsverfahren schrumpfen von 15 auf 2 Jahre

28.05.2026 - 14:48:48 | boerse-global.de

Das Bundeskabinett erklärt den Wohnungsbau zum überragenden öffentlichen Interesse und verkürzt Planungsverfahren drastisch auf zwei Jahre.

Baugesetzbuch-Reform: Planungsverfahren schrumpfen von 15 auf 2 Jahre - Foto: über boerse-global.de
Baugesetzbuch-Reform: Planungsverfahren schrumpfen von 15 auf 2 Jahre - Foto: über boerse-global.de

Das Bundeskabinett hat am 27. Mai 2026 eine umfassende Reform des Baugesetzbuchs verabschiedet. Ziel ist es, die Wohnungsnot zu bekämpfen und Planungsverfahren drastisch zu verkürzen. Bauvorhaben erhalten künftig Priorität gegenüber anderen öffentlichen Belangen.

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Planungsverfahren sollen auf zwei Jahre schrumpfen

Bundesbauministerin Verena Hubertz stellte das Paket vor, das vor allem die Dauer von Bauleitplanverfahren verkürzen soll. Bisher dauerten solche Prozesse zwischen zehn und 15 Jahren. Künftig sollen sie innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein. Ermöglicht wird dies unter anderem durch gestraffte Umweltprüfungen.

Die Gemeinden erhalten zudem erweiterte Eingriffsrechte in den Immobilienmarkt. Dazu gehört ein gestärktes Vorkaufsrecht für verwahrloste Grundstücke – sogenannte „Schrottimmobilien". Bei extremer Vernachlässigung oder Zweckentfremdung sieht das Gesetz sogar eine Enteignung vor, um die Flächen wieder nutzbar zu machen.

Künstliche Intelligenz erobert die Ausschreibung

Parallel zu den regulatorischen Änderungen treibt die Digitalisierung die Baubranche voran. Der Softwareanbieter GAEB-Online hat am 26. Mai 2026 den AI PriceNavigator für die Plattform GAEB-Online 2025 vorgestellt. Das Tool hilft Bauunternehmen bei der Kalkulation von Angeboten für öffentliche Ausschreibungen.

Durch maschinelles Lernen (ML.NET) analysiert das System historische Ausschreibungsdaten. Der Verwaltungsaufwand für die Kostenberechnung soll sich um bis zu 50 Prozent reduzieren. Ein entscheidender Vorteil für den öffentlichen Sektor: Die Software läuft komplett auf den firmeneigenen Servern. Vertrauliche Unternehmensdaten verlassen nie die interne IT-Infrastruktur – ein wichtiger Punkt für die Einhaltung europäischer Datenschutzstandards.

Weniger Bürokratie bei Nachhaltigkeitszertifikaten

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat am 26. Mai 2026 die Version 2023.2 ihres Zertifizierungssystems für Neubauten veröffentlicht. Der Fokus liegt auf der Entlastung von Bauherren und Baufirmen. Der Dokumentationsaufwand sinkt um mindestens zehn Prozent.

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Die Zahl der Bewertungskriterien wurde von 29 auf 28 reduziert, die Gesamtzahl der Indikatoren um 20 Prozent gekürzt. Trotz der Vereinfachungen bleibt das System mit der EU-Taxonomie und dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) kompatibel. Das sichert den Zugang zu staatlichen Förderungen und grünen Finanzierungen.

Leuchtturmprojekte und kommunale Innovationen

Auch auf Projektebene tut sich einiges. Das Bundesfinanzministerium hat am 27. Mai 2026 grünes Licht für den Bau der Stiftung Forum Recht in Karlsruhe und Leipzig gegeben. Die Architektenwettbewerbe können nun starten.

In Brandenburg testet ein Pilotprojekt die Kreislaufwirtschaft im öffentlichen Bau. Der „ReUse Hub" unter der Leitung der Brandenburgischen Technischen Universität zerlegt Plattenbauten aus DDR-Zeiten und verwendet die Elemente für einen neuen Mehrzweckbau. Das mit 521.000 Euro aus Strukturstärkungsmitteln geförderte Projekt soll Ende 2026 abgeschlossen sein.

Und in Rostock werden neue öffentliche Toiletten gebaut. Die Stadt kündigte am 27. Mai 2026 an, nach dem Auslaufen von Werbekonzessionen mehrere Anlagen zu ersetzen – unter anderem in Hohe Düne und Markgrafenheide. Die Kosten pro Einheit: rund 100.000 Euro.

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