Batteriezellfertigung, ACC

Batteriezellfertigung: EU startet 1,5-Milliarden-Förderprogramm ab Q3

19.06.2026 - 15:41:26 | boerse-global.de

ACC einigt sich mit IG Metall auf Investorensuche für die Batteriezellfertigung in Kaiserslautern. EU-Förderprogramme unterstützen den Neuanfang.

ACC-Standort Kaiserslautern: Neustart für Batteriezellfertigung
Batteriezellfertigung - Roboterarme in einer modernen Batteriezellfabrik, die Hochtechnologie und Automatisierung in der Fertigung zeigen. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Automotive Cells Company (ACC) hat mit IG Metall und Betriebsrat eine Vereinbarung für einen professionellen Investorenprozess getroffen. Ziel ist eine eigenständige Batteriezellfertigung – unabhängig von den bisher gescheiterten Plänen.

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Standort mit Vorteilen

Seit Anfang Juni 2026 sucht das Unternehmen Grantiro nach Investoren und bereitet den Verkauf vor. Der Standort bietet einiges: bestehende Genehmigungen, entwickelte Infrastruktur und verfügbare Flächen. Hinzu kommt eine qualifizierte Belegschaft, die einen schnellen Produktionsstart ermöglichen könnte.

Die künftige Produktion soll nicht nur die Autoindustrie beliefern. Die IG Metall sieht Bedarf in der Energieversorgung, Digitalisierung, Verteidigungstechnik und bei Nutzfahrzeugen. Eine europäische Batteriezellfertigung gilt als Schlüssel für industrielle Souveränität. Betriebsratschef Florian Krapf spricht von einer „konkreten Chance“ für den Standort.

Europa zieht mit Förderprogrammen nach

Die Neuausrichtung in Kaiserslautern kommt zur rechten Zeit. Die EU-Kommission hat die Battery Booster Facility gestartet – ein Darlehensprogramm über 1,5 Milliarden Euro aus Emissionshandelseinnahmen. Der Förderaufruf startet im dritten Quartal 2026. Gefördert werden Projekte ab einer Kapazität von zehn Gigawattstunden pro Jahr.

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Parallel läuft das EU-Projekt M-BAT zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe. Das Konsortium aus 18 Partnern und sieben Ländern erhält rund 9,1 Millionen Euro. Ziel: effiziente Recyclingverfahren für Lithium, Kobalt und Graphit entwickeln und Importabhängigkeiten reduzieren.

Speicherprojekte auf dem Vormarsch

Während in Kaiserslautern die Weichen neu gestellt werden, geht es anderswo schneller. In Wittenberg hat Tesvolt die Baugenehmigung für einen Batteriepark erhalten. Geplant sind 190 Megawattstunden Kapazität bei einer Investition von 35 Millionen Euro. Die Anlage soll bis Frühjahr 2028 in Betrieb gehen.

International zeichnet sich ein Technologiewechsel ab. Ford will noch 2026 in Michigan erste LFP-Batteriezellen produzieren – mit einer Technologie-Lizenz des chinesischen Herstellers CATL. Auch in den USA entstehen neue Werke für Anodenmaterialien. Ziel: die Lieferketten für E-Autos und Energiespeicher unabhängiger machen.

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