Batteriespeicher an AKW-Standorten: Projekte erreichen 3,2 Gigawattstunden
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 09:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ehemalige Kernkraftwerksstandorte in Deutschland werden zunehmend für die Errichtung von groß dimensionierten Batteriespeichern vorbereitet, um die deutsche Energieversorgung zu stabilisieren. Wie Branchenberichte zeigen, summiert sich die Kapazität der geplanten Batteriespeicher-Projekte an früheren Atomkraftwerksarealen inzwischen auf rund 3,2 GWh.
Die Umnutzung der Kraftwerksflächen gilt als strategischer Schritt beim Umbau der Strominfrastruktur, da die alten Nuklearanlagen über bereits bestehende und äußerst leistungsfähige Netzanschlüsse verfügen. Zur Einordnung der bestehenden Netzkapazitäten lieferten beispielsweise die Reaktoren des einstigen Standorts Gundremmingen früher fast 2.600 MW Leistung ins Netz.
Da Batteriespeicher selbst keinen Strom erzeugen, besteht ihre primäre Funktion darin, Energie aufzunehmen und bedarfsgerecht abzugeben. Sie verschieben insbesondere tagsüber erzeugten Solarstrom in die nachfragestarken Abend- und Nachtstunden und tragen damit zum Ausgleich von Schwankungen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien bei.
Großprojekte von Philippsburg bis Brokdorf
An mehreren traditionsreichen Kernkraftwerksstandorten schreiten die konkreten Vorhaben bereits voran. Am Standort Philippsburg ist ein Großbatteriespeicher mit einer Leistung von 400 MW und einer Kapazität von 800 MWh geplant. Die Bauarbeiten laufen dort seit Juni, die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 vorgesehen.
Am Standort Brokdorf sieht die Planung in einer ersten Ausbaustufe eine Leistung von 100 MW vor. Im vollständigen Endausbau soll die Anlage dort auf bis zu 800 MW beziehungsweise 1.600 MWh anwachsen.
Die Umnutzung stillgelegter Kernkraftwerksflächen für Großbatteriespeicher summiert sich inzwischen auf rund 3,2 GWh geplante Kapazität — getragen von leistungsfähigen Netzanschlüssen, die an diesen Standorten bereits vorhanden sind. Wer als Stadtwerk oder Investor früh einordnen will, welche Flächen, Vermarktungsfenster und Regelleistungsmärkte relevant werden, findet hier die strukturierte Aufbereitung. Kostenlose Speicher-Analyse anfordern
Auch in Süddeutschland werden stillgelegte Kraftwerksgelände umgerüstet: Am ehemaligen Atomkraftwerk Isar planen Bayernwerk Natur und PreussenElektra eine Speicheranlage, die zunächst über 50 MW Leistung und 120 MWh Kapazität verfügen soll. Der Baustart für dieses Projekt ist für 2026 angesetzt, während die Inbetriebnahme für Ende 2027 avisiert wird.
Vattenfall forciert Speicherinfrastruktur in Brunsbüttel
Parallel zu diesen regionalen Projekten engagiert sich auch der Energiekonzern Vattenfall verstärkt in diesem Segment. Das Unternehmen projektiert unter anderem am ehemaligen Kraftwerksstandort Brunsbüttel einen Batteriespeicher mit einer Leistung von 254 MW.
Schwankende Einspeisung aus Solar- und Windparks lässt sich nur mit ausreichender Speicherkapazität glätten — doch die Renditechancen einzelner Speicherprojekte bleiben für viele Häuser schwer kalkulierbar. Diese Analyse ordnet Vermarktungszeiträume, Regelleistungsvergütung und die absehbare Projekt-Pipeline bis 2036 ein, damit Sie Investitionsentscheidungen auf belastbarer Grundlage treffen. Analyse zur Speicher-Vermarktung anfordern
Darüber hinaus vermarktet Vattenfall voraussichtlich ab Januar 2027 bis in das Jahr 2036 hinein Energie aus vier neuen Batteriespeicheranlagen, die zusammen über 286 MW Regelleistung verfügen. Der Bau von drei dieser Anlagen hat bereits begonnen; die jeweiligen Standorte verteilen sich über verschiedene Regelzonen der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber.
Zusammen mit weiteren bereits betriebenen Anlagen des Konzerns, die auf eine gemeinsame Leistung von 270 MW kommen, steigt das Speichervolumen von Vattenfall auf 850 MW an. Als Zwischenziel strebt das Unternehmen zunächst den Ausbau auf 1,5 GW an.
