BASF hebt Prognose für 2026 auf bis zu 7,8 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBASF stärkt Ergebnisziel trotz Umbau
- BASF erwartet 2026 ein bereinigtes Ebitda von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro.
- Der Konzern erzielte im dritten Quartal ein operatives Ergebnis von 1,64 Milliarden Euro.
- Der freie Finanzmittelzufluss soll zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro liegen.
BASF steigert Ergebnis im dritten Quartal
BASF hebt nach einem besser als erwarteten dritten Quartal seine Prognose für 2026 erneut an. Der Ludwigshafener Chemiekonzern erwartet nun ein bereinigtes Ebitda von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro.
Prognose liegt über bisherigem Ziel
Zuletzt hatte der Vorstand um Markus Kamieth 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im Vorjahr hatte BASF ein bereinigtes Ebitda von 6,6 Milliarden Euro erzielt.
Analysten hatten im Schnitt mit 7,6 Milliarden Euro für das laufende Jahr gerechnet. Bereits im Sommer hatte BASF das Ergebnisziel angehoben.
Iran-Krieg verändert Wettbewerb
Nach Angaben des Konzerns profitiert die deutsche Chemiebranche von den Folgen des Iran-Kriegs. Die stark von Energielieferungen abhängige Konkurrenz in Asien gerät dadurch unter Druck, während sich die Nachfrage teilweise zu europäischen Unternehmen verlagert.
BASF konnte deshalb teilweise höhere Preise durchsetzen. Im dritten Quartal stieg der Umsatz wegen höherer Preise und Mengen um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro.
Operatives Ergebnis übertrifft Erwartungen
Das operative Ergebnis erreichte 1,64 Milliarden Euro nach 1,43 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Dazu trug vor allem der deutliche Ergebnisanstieg im Kerngeschäft bei.
Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sank dagegen unter anderem wegen Restrukturierungskosten um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro. Der freie Finanzmittelzufluss soll im Gesamtjahr weiterhin zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro liegen, nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr.
Umbau und Evonik-Interesse
BASF stemmt sich mit einem Konzernumbau, Sparprogrammen und Stellenabbau gegen die schwierige Lage der Chemieindustrie. Besonders die weiterhin hohen Energiepreise setzen dem Geschäft zu.
Zudem hat der Konzern ein Auge auf den Spezialchemiekonzern Evonik aus Essen geworfen und seine Offerte im Übernahmeringen aufgestockt. Eine mögliche Übernahme würde den laufenden Umbau um eine weitere strategische Aufgabe ergänzen.
BASF hebt die operative Jahresprognose zum zweiten Mal innerhalb des Jahres an. Der Konzern setzt dabei auf eine Verbesserung des Kerngeschäfts, höhere Preise und eine Nachfrageverschiebung zugunsten europäischer Anbieter. Die Anhebung fällt trotz des schwierigen Umfelds der Chemieindustrie bemerkenswert aus, weil hohe Energiepreise und schwache industrielle Nachfrage die Branche weiterhin belasten.
Der Iran-Krieg verändert nach Angaben von BASF die Wettbewerbsbedingungen. Energieabhängige asiatische Konkurrenten geraten stärker unter Druck, während europäische Hersteller von einer Verlagerung der Nachfrage profitieren. Für BASF zeigt sich dieser Effekt im dritten Quartal sowohl bei den Mengen als auch bei den Preisen.
Umbau bleibt zentrale Aufgabe
Die bessere operative Entwicklung löst die strukturellen Probleme des Konzerns jedoch nicht. Der Rückgang des Aktionärsgewinns verdeutlicht, dass Restrukturierungskosten und der laufende Konzernumbau das Ergebnis weiterhin belasten. Sparprogramme und Stellenabbau sollen die Kostenbasis an die veränderten Bedingungen anpassen.
Zusätzliche strategische Bedeutung hat das Interesse an Evonik. Eine Übernahme würde BASF im Spezialchemiegeschäft stärken, zugleich aber erhebliche finanzielle und organisatorische Anforderungen mit sich bringen. Für Beschäftigte, Kunden und Anleger wird deshalb entscheidend sein, ob BASF die operative Erholung verstetigen und den Umbau finanzieren kann.
Stern: „Chemie: BASF legt Zahlen vor - Neues zu Evonik-Plänen?“ (28.10.2026)
Der Beitrag kündigt die BASF-Zahlen und eine mögliche Äußerung des Managements zu den Übernahmebemühungen um Evonik an. Damit liegt der Schwerpunkt stärker auf dem Termin und dem Übernahmevorhaben als auf der später gemeldeten Prognoseanhebung.
