Basel, Aktionswoche

Basel startet Aktionswoche gegen häusliche Gewalt

01.05.2026 - 04:14:04 | boerse-global.de

Basel-Stadt startet Aktionswoche gegen häusliche Gewalt mit Fokus auf Arbeitgeber als Präventionspartner bei steigenden Fallzahlen.

Basel startet Aktionswoche gegen häusliche Gewalt - Foto: über boerse-global.de
Basel startet Aktionswoche gegen häusliche Gewalt - Foto: über boerse-global.de

Am 2. Mai beginnt in Basel-Stadt die kantonale Aktionswoche „Halt Gewalt“. Angesichts steigender Fallzahlen rückt dabei die Rolle der Arbeitswelt in den Fokus. Unternehmen werden zum zentralen Bestandteil der Präventionsbemühungen.

Häusliche Gewalt endet nicht an der Bürotür. Wenn die Aktionswoche startet, stehen nicht nur Betroffene im Fokus, sondern verstärkt auch Arbeitgeber. Vom 2. bis 10. Mai gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Workshops und Informationsangebote in der ganzen Stadt.

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Alarmierende Zahlen

Die Dringlichkeit der Initiative zeigt die aktuelle Kriminalstatistik. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei in der Schweiz 22.066 Straftaten im häuslichen Bereich – ein Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders gravierend: 34 Menschen starben im häuslichen Kontext, das sind mehr als die Hälfte aller vollendeten Tötungsdelikte.

70,2 Prozent der Geschädigten sind weiblich. Der Kanton Basel-Stadt reagierte bereits im Dezember 2025: Der Grosse Rat bewilligte einstimmig rund 806.000 Franken, um das Projekt „Halt Gewalt“ dauerhaft zu etablieren. Die operative Leitung liegt beim Verein „Frau sucht Gesundheit“.

Arbeitsplatz als Schlüsselort

Für Experten ist die Verknüpfung von häuslicher Gewalt und Arbeitswelt offensichtlich. Betroffene leiden unter Konzentrationsstörungen, erhöhter Fehleranfälligkeit oder Fehlzeiten. In Basel-Stadt ist die Verantwortung der Arbeitgeber gesetzlich verankert: Das Personalgesetz schreibt den Schutz der Persönlichkeit und Gesundheit der Mitarbeitenden vor.

Arbeitskollegen bemerken oft als Erste Verhaltensänderungen oder körperliche Anzeichen von Gewalt. Die Kampagne bietet spezifische Hilfestellungen für das berufliche Umfeld. Führungskräfte und Teams sollen lernen, Anzeichen richtig zu deuten und Betroffene professionell zu unterstützen – ohne die Privatsphäre zu verletzen.

Kreative Sensibilisierung

Die Aktionswoche nutzt innovative Methoden:

  • Stadtrundgänge am 2. Mai zum Thema Selbsthilfe und Wege aus der Gewalt
  • Siebdruck-Workshop in der Markthalle Basel mit Slogans gegen Gewalt
  • Benefizkonzert „Pop.Macht.Haltung.“ am 7. Mai über toxische Beziehungen in der Popkultur
  • Öffentliche Weiterbildung am 8. Mai zu Gewaltdynamiken und Zivilcourage

Diese Angebote richten sich explizit an Berufstätige und Personalverantwortliche.

Wirtschaftliche Dimension

Häusliche Gewalt hat erhebliche ökonomische Auswirkungen. Studien des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann beziffern die volkswirtschaftlichen Kosten – durch Produktionsausfälle, medizinische Behandlungen und Polizeieinsätze – auf hunderte Millionen Franken jährlich. Investitionen in Prävention gelten daher auch als wirtschaftspolitisch sinnvoll.

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Die Bemühungen in Basel stehen im Einklang mit der Istanbul-Konvention, die die Schweiz ratifiziert hat. Das Projekt wird in Fachkreisen als Modellprojekt gewertet, weil es konsequent das soziale Umfeld einbezieht. In den nächsten zwei Jahren soll die Ausweitung auf zehn Quartiertreffpunkte sicherstellen, dass die Hilfsangebote niederschwellig ankommen.

Integration in die Unternehmenskultur

Für Unternehmen in Basel-Stadt bietet die Aktionswoche eine Chance, ihre Konzepte zur betrieblichen Gesundheitsförderung zu erweitern. Fachleute empfehlen, das Thema systematisch in Führungskräfteschulungen und die interne Kommunikation zu integrieren.

Die positive Evaluation des Pilotprojekts im Kleinbasel hat gezeigt: Gezielte Sensibilisierung senkt die Hemmschwelle, Hilfe zu suchen oder anzubieten. Für Arbeitgeber geht es um mehr als Compliance – es geht um eine Unternehmenskultur, in der Sicherheit und Integrität auch über den Arbeitsplatz hinaus Priorität haben.

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