Barrierefreier, Wohnraum

Barrierefreier Wohnraum: Nur 5,6 Prozent der Menschen ab 65 leben passend

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 20:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nur 5,6 Prozent der Menschen ab 65 wohnen laut Symposium vollständig barrierefrei; zugleich sollen Sanierungen bezahlbar bleiben.
Ein heller, moderner Flur in einem Wohngebäude mit barrierefreiem Boden und einem stabilen Handlauf an der Wand. Illustration mit AI erstellt.

Auf einem Symposium des Sozialverbands VdK in Frankfurt am Main ist der gravierende Mangel an barrierefreiem Wohnraum scharf kritisiert worden. Vertreter des Verbands und Experten forderten im Rahmen der Fachveranstaltung, Barrierefreiheit als Grundrecht anzuerkennen.

Neben den bestehenden Defiziten bei der Versorgung älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen standen vor allem Sanierungskonzepte für Bestandsbauten im Mittelpunkt der Beratungen.

Wie dramatisch die Situation für ältere Menschen derzeit ist, verdeutlichte Thomas Heine von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungsanpassung auf dem Symposium. Seinen Angaben zufolge leben lediglich 5,6 Prozent der Menschen ab 65 Jahren in einer Wohnung, die alle untersuchten Kriterien der Barrierefreiheit erfüllt.

Heine plädierte vor diesem Hintergrund für eine ganzheitliche Wohnraumanpassung. Zudem brauche es gestärkte Strukturen sowie verlässliche Rahmenbedingungen, um eine gesicherte Teilhabe zu gewährleisten.

Den engen Zusammenhang zwischen demografischer Entwicklung und körperlichen Beeinträchtigungen betonte Mary Dellenbaugh-Losse auf der Veranstaltung. Nach ihren Ausführungen sind 79 Prozent der Schwerbehinderten älter als 55 Jahre. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, Wohnungsbestände frühzeitig und vorausschauend an die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft anzupassen, damit Betroffene möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben können.

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Balanceakt zwischen Sanierungskosten und Bezahlbarkeit

Die baulichen Anpassungen werfen jedoch auch wirtschaftliche Fragen auf. Aus Sicht der Mieterinteressen mahnte der Deutsche Mieterbund einen ausgewogenen Ansatz an.

Dessen Bundesdirektor Florian Becker forderte mit Blick auf das barrierearme Wohnen im Alter, die Notwendigkeit der jeweiligen Maßnahmen, die anfallenden Herstellungskosten sowie den daraus resultierenden Mietpreis sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Aufwendige Modernisierungen dürften nicht dazu führen, dass Wohnraum für Senioren unbezahlbar wird.

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Einen möglichen Ansatz zur Kostendämpfung beim Umbau und Neubau thematisierte Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds. Sie sieht im sogenannten Gebäudetyp E eine Chance, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Gleichzeitig wies Weber-Moritz jedoch darauf hin, dass bei diesem Modell, das ein Abweichen von bestimmten Standards ermöglicht, weiterhin Nachbesserungsbedarf bestehe, um die Interessen der Mieterseite zu wahren und Mindeststandards nicht zu unterlaufen.

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