Bahnstrecke Berlin-Hannover, Generalsanierung

Bahnstrecke Berlin-Hannover: Fernzüge ab Freitag 14 Monate umgeleitet

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 16:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ab Freitag wird die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover für rund 14 Monate umfassend saniert. Fernzüge werden umgeleitet, die Reisezeit verlängert sich um etwa 80 Minuten; auch der Regionalverkehr ist betroffen.

Ab Freitag ist die Strecke zwischen Berlin und Hannover für 14 Monate vollständig gesperrt. - Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Ab Freitag ist die Strecke zwischen Berlin und Hannover für 14 Monate vollständig gesperrt. - Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Deutsche Bahn sperrt ab Freitag die Strecke zwischen Berlin und Hannover für rund 14 Monate und leitet Fernzüge wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten über Braunschweig und Magdeburg um.

Fernverkehr braucht deutlich länger

Die Züge benötigen dadurch etwa 80 Minuten mehr. Auch ICE-Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen sind betroffen: Eine Fahrt von Berlin nach Düsseldorf dauert künftig mindestens fünfeinhalb Stunden.

Die Bahn will während der Bauphase ein Grundangebot im Regionalverkehr aufrechterhalten. Regionalzüge fahren beispielsweise zwischen Nauen und Stendal über Wittenberge.

Ersatzbusse im Regionalverkehr

Wer von Stendal nach Wolfsburg weiterreisen möchte, muss auf Ersatzbusse ausweichen. Informationen zu Linien und Takten stellt die Bahn auf ihrer Internetseite bereit.

Weitere Umleitung für Güterzüge

Der Güterverkehr wird zunächst ebenfalls vor allem über Braunschweig und Magdeburg geführt. Ab Ende Januar 2027 soll für Gütertransporte zusätzlich eine Umleitung über Halle (Saale) und Eichenberg eingerichtet werden; die Strecke wird derzeit saniert.

Die Einschränkungen dauern länger als ursprünglich geplant. Fernzüge sollten ab Mitte Dezember über die parallel verlaufende Stammstrecke zwischen Lehrte und Berlin fahren, doch deren Elektrifizierung verzögert sich und soll nun erst Ende 2027 abgeschlossen sein.

Hunderte Kilometer Infrastruktur werden erneuert

Bis Dezember 2027 sollen Hunderte Kilometer Gleise, Weichen, Oberleitungen und Lärmschutzwände erneuert werden. Auch Betonfahrbahn, Stellwerke und Bahnhöfe werden gebündelt modernisiert.

Rund um Stendal müssen mehr als 50 Kilometer Betonfahrbahn ersetzt werden. Dafür werden Zehntausende Tonnen Betonplatten herausgerissen und neu verlegt. Die Bahn erwartet sich von der Generalsanierung mehr Qualität, Zuverlässigkeit und Stabilität auf der vielbefahrenen Ost-West-Verbindung.

Sanierung eines zentralen Korridors

Die Verbindung zwischen Berlin und Hannover gehört zu den wichtigen Ost-West-Achsen im deutschen Schienenverkehr. Sie verknüpft die Hauptstadt mit Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und dem internationalen Fernverkehr. Während der Sperrung werden deshalb nicht nur einzelne Pendlerverbindungen, sondern auch überregionale Reise- und Güterströme umgeleitet.

Die Arbeiten gehen über einen gewöhnlichen Gleisaustausch hinaus. Nach Angaben der Deutschen Bahn sollen auf dem rund 227 Kilometer langen Abschnitt unter anderem 216 Kilometer Gleise erneuert, Schotter und Weichen ausgetauscht sowie Leit- und Sicherheitstechnik, Oberleitungen, Lärmschutzwände und Bahnhöfe modernisiert werden. Besonders umfangreich ist der Austausch der Betonfahrbahn rund um Stendal.

Bedeutung für Reisende und Güterverkehr

Für Fahrgäste bedeutet die Umleitung über Braunschweig und Magdeburg längere Fahrzeiten und teilweise zusätzliche Umstiege im Regionalverkehr. Die geplante Verzögerung bei der Elektrifizierung der Stammstrecke zwischen Lehrte und Berlin verschärft die Belastung, weil diese Ausweichroute nicht wie ursprünglich vorgesehen ab Mitte Dezember vollständig zur Verfügung steht.

Die Generalsanierung soll langfristig die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Korridors verbessern. Kurzfristig müssen Reisende ihre Verbindungen mit größeren Zeitreserven planen; im Güterverkehr verteilen sich die Transporte auf längere Umleitungsstrecken. Der Nutzen der Investitionen hängt daher auch davon ab, dass Bauabläufe, Ersatzverkehre und die anschließende Wiederaufnahme des regulären Betriebs planmäßig funktionieren.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

NDR: „Sanierung der Bahnstrecke Hannover-Berlin startet am Freitag“ (29.09.2026)

Der Bericht bestätige den Beginn der Arbeiten am Freitag und nenne Dezember 2027 als geplantes Ende. Er hebe zusätzlich den Umfang der Korridorsanierung hervor, darunter 216 Kilometer neue Gleise, modernisierte Bahnhöfe sowie Arbeiten in der Nacht, die insbesondere im Raum Wolfsburg zu zusätzlicher Lärmbelastung führen könnten. Damit setze der Artikel einen Schwerpunkt auf regionale Auswirkungen und den konkreten Bauumfang.

Mit der dpa-Meldung bestehe Einigkeit über die verlängerten Reisezeiten durch die Umleitung über Braunschweig und Magdeburg. Offen bleibe auch dort, wie reibungslos der Ersatzverkehr während der langen Bauphase funktionieren werde.

Übergreifend bestätige der Bericht die erhebliche Belastung für Reisende und die langfristige Zielsetzung der Sanierung; er ergänze vor allem regionale Details zu Bauarbeiten, Lärm und Infrastrukturumfang.

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