Bahn-Sanierung, Strecken

Bahn-Sanierung: Bis 2031 werden nur 13 statt 21 Strecken erneuert

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bahn und Verkehrsministerium reduzieren das Sanierungsprogramm bis 2031; acht Strecken rücken auf unbestimmte Zeit nach hinten.

Deutsche Bahn verschiebt acht Korridore und saniert bis 2031 nur 13
Eine weitläufige, leere Eisenbahnstrecke in einer ländlichen Landschaft bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium haben einen neuen Fünf-Punkte-Plan zur Generalsanierung des Schienennetzes vorgelegt. Wie Verkehrsminister Bilger (CDU) und Bahnchefin Palla am 9. Oktober 2026 festlegten, wird das Programm der Korridorsanierungen für die Jahre 2027 bis 2031 spürbar verkleinert: Statt der ursprünglich geplanten 21 Strecken sollen in diesem Zeitraum nur noch 13 Strecken saniert werden. Nach Angaben der Beteiligten handelt es sich dabei um Verschiebungen und keine Streichungen.

Neuer Zeitplan bis 2031 und Verschiebungen

Das Konzept sieht für 2027 Sanierungsarbeiten auf den Verbindungen Lehrte–Berlin, die sich seit Oktober 2026 im Bau befindet, Rosenheim–Salzburg sowie Fulda–Hanau vor. Im Jahr 2028 folgen Köln–Koblenz, die erste Etappe von München–Rosenheim, Hagen–Unna–Hamm sowie Lübeck–Hamburg.

Für 2029 stehen Hamburg–Hannover, Würzburg–Ansbach–Treuchtlingen und Aachen–Köln auf dem Programm. Im Jahr 2030 sind Maßnahmen auf den Abschnitten Stendal–Magdeburg und Uelzen–Stendal vorgesehen, gefolgt von Lehrte–Groß Gleidingen sowie der zweiten Etappe von München–Rosenheim im Jahr 2031.

Acht Vorhaben werden auf unbestimmte Zeit auf die Phase nach 2031 verschoben. Dies betrifft die Korridore Bremen–Bremerhaven, Koblenz–Mainz, Forbach–Ludwigshafen, Stuttgart–Ulm, Frankfurt–Heidelberg, Mannheim–Karlsruhe, Bremen–Hamburg sowie Würzburg–Nürnberg. Für diese Strecken waren ursprünglich Zeitfenster zwischen Juli 2027 und Dezember 2031 vorgesehen gewesen.

Die Priorisierung der Projekte ab 2032 soll im kommenden Jahr festgelegt werden. Wann alle rund 40 geplanten Korridore fertiggestellt sein werden, bleibt offen; zuvor galt das Jahr 2036 als Zielmarke. Die EU gibt im Rahmen von ERTMS vor, das Kernnetz bis Ende 2030 und das erweiterte Kernnetz bis Ende 2040 auszurüsten.

Technische Standards und Baustellenmanagement

Nach den Plänen von Bahn und Ministerium soll das europäische Zugsicherungssystem ETCS Level 2 ohne Signale ab Anfang der 2030er Jahre zum Standard bei jeder Korridorsanierung werden, vorbehaltlich einer Konsultation mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen.

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Zuvor sind Vorbereitungen und Übergangslösungen mit Signalen vorgesehen, unter anderem auf den Strecken Troisdorf–Wiesbaden sowie Rosenheim–Salzburg. Die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim ist seit Mitte 2026 voll in Betrieb.

Verschiebungen sollen künftig in Investcontainern gebündelt und Maßnahmen an Bahnhöfen geprüft werden. Zudem wurde ein Branchendialog mit der Bahn- und Bauwirtschaft gestartet.

Nach Streckensperrungen ist eine stufenweise Inbetriebnahme vorgesehen, bei der zunächst Güterzüge und Belastungsfahrten erfolgen, bevor Personenzüge schrittweise zurückkehren. Ziel ist es, die infrastrukturbedingten Störungen spätestens 100 Tage nach der Inbetriebnahme um 80 Prozent zu senken und die Abschnitte für bis zu zehn Jahre baufrei zu halten.

Reaktionen und betriebliche Belastungen

Verkehrsminister Bilger erklärte, die bisherige Umsetzung habe zu oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht. Unterstützung erhielt er von Unionsfraktionsvize Stephan Stracke (CSU), der anmerkte, Wunsch und Wirklichkeit hätten zuletzt nicht zusammengepasst, und eine regelmäßige Überprüfung sowie verlässliche Ersatzverkehre forderte.

Kritik kam von den Grünen: Bahnexperte Matthias Gastel bemängelte, das Konzept entlaste kaum mehr als den Bundeshaushalt und führe nicht zu pünktlicheren Zügen. Der Fahrgastverband Pro Bahn warnte durch seinen Vertreter Neuß, die Verschiebung führe langfristig zu längeren Sperrungen.

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Die Anpassung erfolgt vor dem Hintergrund massiver betrieblicher Belastungen. Im ersten Halbjahr 2026 waren weniger als 60 Prozent der Fernzüge pünktlich, im September erreichte nur gut jeder zweite Fernzug pünktlich sein Ziel.

Im laufenden Jahr 2026 bearbeitet die Bahn 28.000 Baustellen. Unterlagen der Konzerntochter DB InfraGO wiesen für 2024 einen Investitionsrückstau von zusätzlichen 6,9 Milliarden Euro und für 2025 von weiteren 2,6 Milliarden Euro aus.

Mehr zum Thema bei tagesschau.de: „Bahn will bis 2031 weniger wichtige Strecken sanieren bisher geplant“

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