Badesee-Warnung: PFAS-Belastung gefährdet Kleinkinder in Baden
28.05.2026 - 17:54:16 | boerse-global.deGrund sind steigende Konzentrationen von sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) im Wasser.
Besondere Vorsicht für Kleinkinder
Die Behörde empfiehlt, dass Kinder unter zehn Kilogramm Körpergewicht – in der Regel zwischen 14 und 18 Monaten alt – den See nur an etwa 50 Tagen pro Saison nutzen sollten. Hautkontakt mit dem Wasser gilt als unbedenklich, doch das Verschlucken beim Baden stelle ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar, so die Experten.
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Die Messungen zeigen einen Anstieg der PFAS-Werte auf 0,8 Mikrogramm pro Liter im Weitenunger See. Ein zweiter Badesee, der Kühlsee bei Baden-Baden, weist mit 0,5 Mikrogramm pro Liter eine niedrigere Konzentration auf – die Lage dort sei stabil, heißt es. Da es in Deutschland keine bundesweiten Grenzwerte für PFAS in Badeseen gibt, orientieren sich die örtlichen Behörden an bestehenden Richtlinien aus Bayern.
Industrie-Schlamm als Ursache identifiziert
Die Belastung mit den langlebigen Chemikalien hat eine klare Ursache: In der Vergangenheit wurde Kompost ausgebracht, der mit PFAS-belastetem Klärschlamm der Papierindustrie vermischt war. Rund 1.100 Hektar Boden und Grundwasser in der Region Mittleres Baden sind betroffen.
Ähnliche Probleme kennt man international. Im französischen Rumilly wurde eine Tefal-Fabrik mit 1.600 Beschäftigten als Hauptquelle für PFAS in Luft, Wasser und Boden identifiziert. Die Präfektur verlangt dort einen Sanierungsplan bis Ende 2026. Und im kanadischen North Bay investierte das Verteidigungsministerium umgerechnet rund 80 Millionen Euro, um ein Trinkwasserreservoir zu reinigen – verseucht durch PFAS-haltigen Löschschaum, der zwischen 1964 und 1992 auf einem nahegelegenen Flughafen eingesetzt wurde.
Mehrere Gefahren für die Badesaison
Die PFAS-Warnung kommt nicht allein. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) meldete nach einem warmen Feiertagswochenende insgesamt sechs Ertrinkungstote, darunter vier Kinder. Die Retter warnen: Viele Gewässer sind noch gefährlich kalt, oft unter zwölf Grad Celsius – das kann einen Kreislaufschock auslösen.
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Hinzu kommen biologische Risiken. In Landstuhl warnten die Behörden vor giftigen Blaualgen im Bärenlochweiher. Der Ruhrverband untersagte das Baden in der Ruhr außerhalb ausgewiesener Zonen – Strömungen und wechselnde Wassertiefen seien zu gefährlich.
Hohe Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg
Auch an Land bleibt die Lage angespannt. Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis zum 30. Mai die zweithöchste Waldbrandstufe in Teilen Baden-Württembergs. Zwar sinken die Temperaturen, doch eine trockene Luftmasse erhöht die Zündgefahr durch Zigaretten oder heiße Fahrzeugteile. In Städten wie Mannheim, Heidelberg und Freiburg gelten strenge Verbote für offenes Feuer und Rauchen in Wäldern.
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