Babypause kostet bis zu 222.000 Euro beim ETF-Sparen
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 08:03 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVerivox berechnet Folgen längerer Auszeiten
- Die Modell-Sparerin startet mit 25 Jahren und zahlt monatlich 300 Euro in einen ETF-Sparplan ein.
- Bei einer angenommenen Rendite von 7,5 Prozent erreicht das Depot bis zum Alter von 67 Jahren gut 991.000 Euro.
- Eine sechsjährige familienbedingte Auszeit bis zur Einschulung führt laut Modell zu 222.000 Euro weniger Depotvermögen.
- Für die Rechnung berücksichtigt Verivox weder Steuern noch schwankende tatsächliche Wertentwicklungen.
Verivox berechnet Folgen einer Babypause
Eine Babypause kann den langfristigen Vermögensaufbau deutlich schmälern. Wer wegen der Geburt eines Kindes vorübergehend weniger oder gar nichts in einen ETF-Sparplan einzahlt, kann bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren bis zu 222.000 Euro weniger Vermögen haben.
Ein Jahr Pause kostet langfristig 17.700 Euro
Das zeigen Modellrechnungen des Vergleichsportals Verivox, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Wie stark sich die Auszeit auswirkt, hängt von ihrer Dauer ab.
In der Modellrechnung beginnt eine Sparerin mit 25 Jahren, monatlich 300 Euro in einen ETF-Sparplan einzuzahlen. Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von 7,5 Prozent wächst das Depot bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren auf gut 991.000 Euro.
Längere Auszeit vergrößert die Lücke
Bekommt die Modell-Sparerin mit 30 Jahren ein Kind, sinkt ihre Sparrate im ersten Jahr der beruflichen Auszeit wegen des Elterngelds um 35 Prozent auf 195 Euro im Monat. Nach diesem Jahr fehlen zunächst 1.260 Euro an Vermögen; bis zur Rente summiert sich der Effekt durch den entgangenen Zinseszins auf rund 17.700 Euro, selbst wenn anschließend wieder monatlich 300 Euro investiert werden.
Dauert die berufliche Auszeit länger als zwölf Monate, fällt das Elterngeld in der Modellrechnung vollständig weg und die Einzahlungen werden ausgesetzt. Bei einer dreijährigen familienbedingten Jobauszeit fehlen bis zur Rente gut 108.000 Euro im Depot.
Bis zur Einschulung fehlen 222.000 Euro
Bei einer sechsjährigen Auszeit bis zur Einschulung des Kindes steigt der Abstand laut Modell auf 222.000 Euro. Eingezahlt worden wären in diesem Zeitraum lediglich 19.260 Euro weniger als beim durchgehenden Sparen.
Verivox-Finanzexpertin Melanie Ulbrich erklärte den Funke-Zeitungen, entscheidend seien nicht allein die ausgefallenen Sparraten. Wer über mehrere Jahre weniger oder gar nichts investiere, verzichte auch auf jahrzehntelange Erträge.
Renditeannahme bleibt entscheidend
Verivox legt der Rechnung eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,5 Prozent zugrunde. Die tatsächliche Wertentwicklung kann wegen schwankender Aktienkurse abweichen; Steuern bleiben unberücksichtigt.
Die Modellrechnung macht sichtbar, wie stark der langfristige Vermögensaufbau von einem frühen und regelmäßigen Sparbeginn abhängt. Bei einer angenommenen Rendite von 7,5 Prozent wirken sich ausgefallene Einzahlungen über Jahrzehnte aus, weil nicht nur die ursprünglichen Beiträge fehlen, sondern auch deren mögliche Erträge.
Die genannten Beträge sind keine Prognose für ein bestimmtes Depot. Sie beruhen auf festen Annahmen zu Sparrate, Alter, Rendite und Dauer der Erwerbsunterbrechung. Tatsächliche ETF-Renditen schwanken, außerdem können Kosten, Steuern, Inflation und Änderungen der Sparrate das Ergebnis deutlich verändern.
Familienpause als Vorsorgelücke
Für betroffene Familien liegt die praktische Bedeutung vor allem in der Frage, wie sich die Sparrate während der Elternzeit und danach organisieren lässt. Auch kleinere Beiträge können den vollständigen Ausstieg aus dem Sparplan vermeiden; zugleich konkurrieren sie mit laufenden Ausgaben, geringeren Einkommen und weiteren Kosten nach der Geburt.
Folgen für die Altersvorsorge
Die Rechnung verweist zudem auf eine strukturelle Lücke: Familienbedingte Erwerbsunterbrechungen treffen den Vermögensaufbau besonders dann, wenn sie über längere Zeit ausschließlich von einer Person getragen werden. Neben privaten ETF-Sparplänen können deshalb gesetzliche Rentenansprüche, betriebliche Altersvorsorge und die Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit für die spätere finanzielle Absicherung entscheidend sein.
