Autoreparaturkosten, Kfz-Versicherung

Autoreparaturen kosten 4.600 Euro – 70 Prozent mehr

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 10:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Eine durchschnittliche Reparatur kostet inzwischen 4.600 Euro. Für die Versicherer steigen dadurch die Ausgaben deutlich schneller als die Einnahmen, während günstige Neuverträge im Wettbewerb zuletzt billiger wurden.

Versicherer kalkulieren mit knapper Marge

  • Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft meldet für eine Durchschnittsreparatur 4.600 Euro.
  • Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen im selben Zehnjahreszeitraum laut GDV um 26 Prozent.
  • Für die Kfz-Sparte werden 35 Milliarden Euro Zahlungen und eine Schaden-Kosten-Quote von 99 Prozent erwartet.
Muss das Auto repariert werden, wird es in der Regel teuer. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

GDV meldet stark gestiegene Reparaturrechnungen

Die Kosten einer durchschnittlichen Autoreparatur in Deutschland sind binnen zehn Jahren um rund 70 Prozent auf 4.600 Euro gestiegen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft führt den Anstieg auf deutlich teurere Ersatzteile und Werkstattleistungen zurück.

Reparaturen verteuern sich stärker als die Inflation

Damit liegen die Reparaturkosten weit über der allgemeinen Preisentwicklung: Die Verbraucherpreise erhöhten sich in dem Zehnjahreszeitraum laut GDV um 26 Prozent. Die Entwicklung belastet nicht nur Autobesitzer, sondern auch die Versicherungsunternehmen.

35 Milliarden Euro für Schäden und Leistungen

Die Zahlungen der Kfz-Versicherer für Autoreparaturen und weitere Leistungen sollen in diesem Jahr um gut zehn Prozent auf 35 Milliarden Euro steigen. Für die Sparte erwartet der Verband deshalb eine Schaden-Kosten-Quote von 99 Prozent.

Von 100 Euro Einnahmen bliebe den Versicherern nach Schäden und Verwaltungskosten rechnerisch nur ein Euro. GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen sagte, die Werkstatt- und Ersatzteilpreise trieben die Schadenaufwendungen weiter nach oben; diese wüchsen deutlich schneller als die Beitragseinnahmen.

Wettbewerb prägt die Tarife

Der Kfz-Versicherungsmarkt ist stark umkämpft. Nach deutlichen Preiserhöhungen in den vergangenen drei Jahren kosten Neuverträge im günstigen Marktsegment nach Angaben des Vermittlungsportals Verivox in diesem Jahr zumindest weniger als im Vorjahr.

Vor allem Online-Versicherer stehen dabei im Wettbewerb. Im Herbst wechseln jedes Jahr Millionen Autofahrer ihre Kfz-Versicherung, um günstigere Tarife zu finden.

Die Entwicklung trifft Autobesitzer an zwei Stellen: bei der Rechnung nach einem Unfall und bei den Beiträgen für die Kfz-Versicherung. Steigende Ersatzteil- und Werkstattpreise erhöhen zunächst die Schadenaufwendungen der Versicherer. Diese Kosten fließen mit Verzögerung in die Tarifkalkulation ein und können dadurch die Prämien für Versicherte beeinflussen.

Besonders relevant ist die Schaden-Kosten-Quote von 99 Prozent. Sie beschreibt nicht den Gewinn einzelner Verträge, sondern das Verhältnis sämtlicher Schaden- und Verwaltungskosten zu den Beitragseinnahmen einer Sparte. Bleibt von 100 Euro Einnahmen rechnerisch nur ein Euro, verfügen die Unternehmen über wenig Spielraum für weitere Kostensteigerungen oder unerwartet hohe Schäden.

Tarifwechsel gewinnt an Bedeutung

Für Verbraucher wird der Vergleich von Tarifen damit wichtiger. Allerdings unterscheiden sich Beiträge je nach Fahrzeug, Wohnort, Fahrleistung, Schadenfreiheitsklasse und Leistungsumfang erheblich. Ein günstiger Jahresbeitrag kann zudem mit höheren Selbstbeteiligungen oder weniger umfassenden Leistungen verbunden sein.

Der Wettbewerb wirkt kurzfristig dämpfend: Die dpa-Meldung verweist auf niedrigere Preise für Neuverträge im günstigen Marktsegment als im Vorjahr. Das kann den Druck auf Versicherer erhöhen, Kosten nicht vollständig an Kunden weiterzugeben. Dauerhaft lösen lässt sich das Grundproblem dadurch nicht, solange Reparaturen deutlich schneller teurer werden als das allgemeine Preisniveau.

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