Autoindustrie, Zerschlagung

Autoindustrie: Ökonom warnt vor Zerschlagung großer Hersteller

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 14:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VW verzeichnet zehnten Gewinnrückgang in Folge und plant massive Stellenstreichungen. China-Verkäufe brechen um 34 Prozent ein.

VW-Krise: Gewinneinbruch um 33% und drastischer Sparkurs angekündigt
Leere Fertigungsstraße in einem Automobilwerk mit industriellen Roboterarmen unter gedimmter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Gewinn des VW-Konzerns ist im zweiten Quartal um ein Drittel eingebrochen. Jetzt plant die Führung drastische Einschnitte.

Der Autoriese steckt tief in der Krise. Der Gewinn nach Steuern fiel auf 1,54 Milliarden Euro – ein Minus von 32,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist der zehnte Rückgang in Folge. Besonders dramatisch: In China brechen die Verkaufszahlen ein.

China-Geschäft bricht ein

Die Auslieferungen auf dem wichtigsten Automarkt der Welt stürzten um 34 Prozent auf 424.300 Fahrzeuge ab. Weltweit verkaufte VW 2,1 Millionen Autos – neun Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz legte zwar leicht auf 82,4 Milliarden Euro zu, doch die operative Rendite der Kernmarke VW liegt bei mageren 2,4 Prozent.

Konzernchef Oliver Blume reagiert mit einem harten Sparkurs. Zusätzlich zu den bereits beschlossenen 50.000 Stellenstreichungen sollen nun weltweit bis zu 50.000 weitere Jobs wegfallen. Vier deutsche Werke stehen auf dem Prüfstand. Das Ziel: Die jährliche Produktion auf neun Millionen Fahrzeuge trimmen.

Betriebsrat blockiert Werkschließungen

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Der VW-Gewinn bricht im zweiten Quartal um 33 Prozent ein, China-Verkäufe stürzen um 34 Prozent ab. IfW-Präsident Schularick warnt: Mindestens ein deutscher Autobauer wird in diesem Jahrzehnt zerschlagen oder verkauft. Für Zulieferer bedeutet das: Jetzt handeln, bevor die nächste Insolvenzwelle rollt. Dieser Report zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Lieferantenmanagement krisenfest aufstellen und neue Märkte erschließen. Krisen-Report jetzt kostenlos anfordern

Die Pläne stoßen auf massiven Widerstand. Der Betriebsrat und das Land Niedersachsen als Großaktionär haben die Maßnahmen vorerst gestoppt. Blume betont die Notwendigkeit grundlegender Reformen, bezeichnet Werkschließungen aber als letzte Option. Sollten die Sparziele anderweitig erreicht werden, will der Konzern bis 2030 auf Standortschließungen verzichten.

Porsche baut ebenfalls ab

Auch die VW-Tochter Porsche reagiert auf die Krise. Bis 2035 sollen 5.000 bis 6.000 Stellen gestrichen werden. Im Gegenzug gibt es eine Beschäftigungssicherung bis dahin. Bereits zuvor war der Abbau von 1.900 Jobs am Standort Stuttgart bis 2029 geplant. Grund sind schwache China-Verkäufe und die geringe Nachfrage nach E-Autos. Porsche setzt daher wieder stärker auf Verbrenner – der Aufsichtsrat stützt diesen Kurs.

Experte warnt vor Zerschlagung

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Ökonomen sehen die Krise als Symptom tieferliegender Probleme. Moritz Schularick, Präsident des IfW, prophezeit: Mindestens einer der drei großen deutschen Autokonzerne werde noch in diesem Jahrzehnt zerschlagen oder an ausländische Investoren verkauft. Als Ursachen nennt er Managementfehler, technologischen Rückstand und zu hohe Arbeitskosten.

Schularick fordert ein Gesamtpaket: längere Arbeitszeiten, lockerer Kündigungsschutz und niedrigere Lohnkosten. Zudem müssten Innovationen vorangetrieben und Schutzmaßnahmen gegen die China-Konkurrenz ergriffen werden. Die deutsche Automobilproduktion ist bereits seit Jahren rückläufig – zwischen 2017 und 2024 sank die Fertigungsmenge um 28 Prozent. Viele Zulieferer kämpfen ums Überleben, Insolvenzen und Produktionsverlagerungen ins Ausland nehmen zu.

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