Ausbildungsstart, Große

Ausbildungsstart September: Große Konzerne begrüßen über 5.000 Nachwuchskräfte

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche Firmen begrüßen zahlreiche Nachwuchskräfte, während in Berlin rund 14.000 Ausbildungsplätze offenbleiben und Bewerbungen regional variieren.

Ausbildungsstart 2026: Unternehmen setzen auf neue Fachkräfte
Moderne Produktionshalle in einem deutschen Industrieunternehmen mit hochwertigen Maschinen und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres Anfang September haben zahlreiche deutsche Unternehmen ihre neuen Nachwuchskräfte begrüßt. Der Fokus der betrieblichen Ausbildung liegt dabei im Jahr 2026 verstärkt auf der Sicherung von Fachkräften in kaufmännischen Berufen wie dem Büromanagement sowie in spezialisierten technischen Feldern. Während viele Konzerne von steigenden Bewerberzahlen berichten, bleibt die Lage am Ausbildungsmarkt regional differenziert.

Fokus auf Industrie und Chemie

In der chemischen Industrie verzeichnen große Akteure einen stabilen Zuwachs. BASF hieß am Standort Ludwigshafen laut Berichten vom 2. September insgesamt 360 junge Menschen willkommen. Diese Gruppe setzt sich aus 322 Auszubildenden, 38 Teilnehmenden des Programms „Start in den Beruf“ sowie 59 Quereinsteigern zusammen.

Das Unternehmen erhielt für diesen Jahrgang über 10.000 Bewerbungen. Auch LANXESS startete mit 123 neuen Auszubildenden und dual Studierenden an acht Standorten, wobei 80 Stellen auf Leverkusen und 24 auf Krefeld-Uerdingen entfielen. Ein Schwerpunkt liegt hier mit 79 Nachwuchskräften auf dem Berufsbild des Chemikanten.

Der Maschinenbau und die Elektrotechnik zeigen ebenfalls eine hohe Ausbildungsbereitschaft. TRUMPF meldete für das Ausbildungsjahr 2026 rund 140 neue Kräfte in Deutschland, davon 70 am Stammsitz in Ditzingen. Insgesamt bildet das Unternehmen in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) 540 Personen aus und integriert bereits den zweiten Jahrgang im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Würth begrüßte in der Region Hohenlohe 228 neue Mitarbeiter; deutschlandweit sind es bei dem Unternehmen rund 1.170 Nachwuchskräfte in über 50 Berufsbildern. Koenig & Bauer startete den neuen Jahrgang unter anderem mit 20 Personen in Radebeul und 10 in Würzburg.

Mobilität, Bauwesen und Logistik

Im Automobilsektor meldete Opel den Start von 151 Auszubildenden und dual Studierenden. Die Verteilung umfasst 100 Stellen in Rüsselsheim, 33 in Kaiserslautern sowie jeweils 9 in Eisenach und Bochum.

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Das Unternehmen verwies zudem auf eine Erfolgsquote von 90 Prozent und 114 Übernahmen aus dem vorangegangenen Jahrgang. Im Baugewerbe verzeichnete Max Bögl 150 neue Einsteiger, womit sich die Gesamtzahl der Auszubildenden dort auf rund 470 erhöht.

Die Logistikbranche verzeichnet ein wachsendes Interesse. Die L.I.T.-Gruppe stellte 41 neue Auszubildende ein, wovon fast die Hälfte den Beruf der Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung anstrebt. Das Unternehmen gab an, dass sich die Anzahl der Bewerbungen im Zeitraum von August 2025 bis August 2026 verdoppelt hat. AIDA Cruises besetzte in Rostock über 40 Stellen, darunter 24 Kadetten für den Einsatz auf einem Segelschulschiff.

Finanzsektor und Handel verzeichnen steigendes Interesse

Besonders deutlich stieg das Interesse im Finanzsektor. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) meldete 180 neue Auszubildende und dual Studierende. Seit 2023 sei die Zahl der Bewerbungen um 185 Prozent gestiegen, wobei 43 Prozent der neuen Kräfte von außerhalb Hamburgs stammen.

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Im Einzelhandel startete der Lebensmittel-Discounter NORMA bereits zum 1. August oder 1. September mit über 1.000 neuen Auszubildenden. Das Unternehmen nannte konkrete Vergütungssätze von 1.350 Euro im ersten, 1.450 Euro im zweiten und 1.550 Euro im dritten Lehrjahr.

Auch im Bereich der Konsumgüter und IT gibt es Zuwächse. Procter & Gamble bildet an zehn Standorten im DACH-Raum 128 neue Kräfte in 17 Berufen aus. In der IT-Branche meldete GOB Software & Systeme aus Krefeld 14 besetzte Ausbildungsplätze, für die insgesamt 1.082 Bewerbungen eingegangen waren.

Die Schreiner Group nahm 23 neue Auszubildende in Oberschleißheim und Dorfen auf, während die HUBER SE am Standort Berching 23 Auszubildende und 3 dual Studierende begrüßte, darunter schwerpunktmäßig Feinwerkmechaniker und Metallbauer.

Herausforderungen am Ausbildungsmarkt

Trotz der positiven Meldungen einzelner Unternehmen bleibt die Besetzung von Lehrstellen eine Herausforderung. In Berlin waren laut einem Bericht vom 2. September 2026 rund 14.000 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Mittelständische Betriebe wie Hempel Gesundheitspartner versuchen, durch Zusatzleistungen wie Übernahme-Garantien oder Mobilitätszuschüsse attraktiv zu bleiben. Das Unternehmen stellte in diesem Jahr 9 neue Auszubildende ein. Viele Betriebe, darunter BASF, LANXESS und Max Bögl, haben bereits die Bewerbungsphase für das Ausbildungsjahr 2027 eingeleitet.

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