Ausbildungsregeln, Ordnungen

Ausbildungsregeln: Neue Ordnungen für 19 Bauberufe ab August

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 11:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hoher Bedarf an Sicherheitsfachkräften trifft auf neue EU-Transparenzregeln und Ausbildungsordnungen, die ab August in Kraft treten.

Fachkräftemangel in Arbeitssicherheit: Neue Regeln ab August
Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der technischen Überprüfung in einer modernen Industrieanlage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in Arbeitssicherheit und technischer Prüfung bleibt hoch. Berufsgenossenschaften und private Dienstleister suchen händeringend Personal – während im August weitreichende neue Ausbildungs- und Transparenzregeln in Kraft treten.

97 offene Stellen bei Unfallversicherungsträgern

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) verzeichnete Anfang Juni 97 offene Stellen bei Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträgern. Die Einsatzorte verteilen sich über ganz Deutschland, mit Schwerpunkten in Berlin, Hamburg, München, Mainz und Stuttgart.

Auch private Anbieter stocken auf. Die Deutsche Elektro Prüfgesellschaft (DPG) schrieb am 24. Juli Stellen für Elektroniker in Hamburg aus. Gesucht werden Fachkräfte für Prüfungen nach Betriebssicherheitsverordnung und DGUV-Vorschriften. Voraussetzung: eine abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung. Die monatlichen Bruttogehälter liegen zwischen 3.000 und 3.400 Euro.

Im Bewachungsgewerbe laufen parallel neue Qualifizierungen an – etwa zur Fachperson im Sicherheits- und Schutzgewerbe in Oldenburg.

Neue Ausbildungsordnungen und EU-Vorgaben

Zum 1. August treten in 19 Bauberufen neue Ausbildungsordnungen in Kraft. Die Mindestausbildungsvergütung für 2026 wurde auf 724 Euro pro Monat festgesetzt.

Doch das ist nicht alles: Ab dem 2. August gelten neue Transparenzregeln durch den EU AI Act, die den Einsatz Künstlicher Intelligenz betreffen. Nur zehn Tage später, am 12. August, folgt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Diese regulatorischen Änderungen erhöhen den Bedarf an Experten, die technische und rechtliche Compliance im Betrieb sicherstellen.

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Technikerschule Allgäu entlässt 65 Absolventen

Die Deckung des Fachkräftebedarfs stützt sich auf aktuelle Absolventen technischer Fachrichtungen. Am 24. Juli verabschiedete die Technikerschule Allgäu in Kempten 65 Absolventen der Fachrichtungen Bautechnik, Elektrotechnik und Maschinenbautechnik. Zu den Besten gehörten Leon Sommer (Bautechnik), Lara Scheifele (Elektrotechnik) und Marco Diepolder (Maschinenbautechnik).

Für Quereinsteiger gibt es Umschulungsprogramme. In Bremerhaven bietet InCoTrain zehn verschiedene Berufe im Haus des Handwerks an. Ein 24-monatiges Programm startet am 3. August, eine längere Variante über 28 Monate folgt am 1. Oktober.

Auch im Bereich IT-Sicherheit wird aufgerüstet: Anbieter wie alfatraining führen zwölfwöchige Vollzeit-Weiterbildungen zum IT-Security-Beauftragten durch, zertifiziert durch den TÜV Rheinland. Die Kurse umfassen moderne Standards wie ITIL Foundation V5 und PRINCE2 Foundation V7.

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Strenge Regeln für Zertifizierungen

Für Fachkräfte der zerstörungsfreien Prüfung gelten weiterhin harte Nachweispflichten. Der Fachverband DGZfP verlangt – angelehnt an die DIN EN ISO 9712 – einen jährlichen Nachweis der Nahsehfähigkeit. Die Prüfung des Farbsehens und der Graustufenerkennung muss dagegen nur alle fünf Jahre durch einen Augenarzt, Optiker oder eine beauftragte Person erneuert werden.

Mobilität bleibt zudem eine Grundvoraussetzung in vielen Sicherheitsberufen. Im Juli fanden verstärkt Schulungen für LKW-Bremssysteme, Fahrzeuguntersuchungen und Transportvorschriften statt – mit einem Ziel: mehr Sicherheit im gewerblichen Güterverkehr.

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