Ausbildungsoffensive: Bundesagentur startet Summer of Training
04.06.2026 - 11:08:21 | boerse-global.deDie Bundesagentur für Arbeit startet gemeinsam mit regionalen Wirtschaftsverbänden eine groß angelegte Offensive zur Nachwuchssicherung. Unter dem Titel „Summer of Vocational Training" sollen von Juni bis Oktober 2024 möglichst viele Jugendliche für eine betriebliche Ausbildung begeistert werden. Besonders betroffen vom Fachkräftemangel sind Branchen wie das Bauhandwerk, das Metallgewerbe, die Logistik und das Handwerk insgesamt.
Praxisnah und direkt vor Ort
Ein zentrales Element der Kampagne ist das unmittelbare Eintauchen in die Arbeitswelt. In Salzwedel etwa starteten am 4. Juni 2024 Schüler der siebten und achten Klassen der Lessing-Gemeinschaftsschule mit wöchentlichen Praxistagen. Einmal pro Woche besuchen sie nun lokale Betriebe und knüpfen erste berufliche Kontakte.
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Ähnlich läuft es in Mittelfranken: Die IHK Nürnberg organisiert eine Praktikumswoche vom 1. Juli bis 31. August 2024. Schüler ab der achten Klasse können sich über eine Online-Plattform für eintägige Schnupperpraktika anmelden. Laut IHK haben solche Kurzzeitpraktika in den Vorjahren immer wieder zu festen Ausbildungsverträgen geführt.
Hochkarätige Events in der ersten Juniwoche
Gleich mehrere spezielle Veranstaltungen locken in diesen Tagen mit besonderen Formaten:
- Dessau-Roßlau: Die Agentur für Arbeit lädt am 5. Juni zur „Nacht der Berufe" zwischen 17 und 20 Uhr. Über 35 Unternehmen bieten Virtual-Reality-Simulationen, professionelle Bewerbungsfotos und direkte Vorstellungsgespräche für Schulabgänger.
- Aue-Bad Schlema: Am 6. Juni findet die MAKERZ STUDY 2026 in der Sporthalle des BSZ Erdmann Kircheis statt. 29 Unternehmen und 21 Hochschulen aus Sachsen und Thüringen informieren über akademische und berufliche Wege.
- Bottrop: Bereits am 2. Juni veranstaltete das Berufskolleg Bottrop eine „Ausbildungsoffensive" mit 350 Schülern und Vertretern von Partnern wie der Sparkasse Bottrop, Thyssengas und dem Uniklinikum Essen. Die Initiative existiert seit 2009 und umfasst inzwischen über 75 Partnerorganisationen.
Landwirtschaft und Technik im Fokus
Auch die Landwirtschaft verstärkt ihre Nachwuchswerbung. Am 2. Juni besuchten rund 250 Schüler aus der Prignitz den Tag der Landwirtschaft in Bad Wilsnack. Auf dem Gelände der Agrar GmbH Groß Lüben erkundeten sie 18 Stationen zu Tierhaltung, Forstwirtschaft und Agrartechnik. Bildungsminister Gordon Hoffmann betonte bei der Veranstaltung, dass die moderne Landwirtschaft ein hochtechnologischer Bereich sei, der dringend neue Talente brauche.
Im Technologiesektor bietet die WAGO Tech-Week in Sondershausen Schülern aus dem Kyffhäuserkreis praktische Erfahrungen mit Robotik und Biokunststoffen. Ergänzt wird das Angebot durch das Girls4MINT-Projekt in Frankfurt, bei dem 16 Schülerinnen kürzlich in die MINT-Berufe bei Aumovio hineinschnupperten. Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori unterstrich bei der Vorstellung die Bedeutung diverser Teams in Unternehmen.
Wer im Zuge der aktuellen Ausbildungsoffensive neue Talente einstellt, sollte seine Vertragsentwürfe genau prüfen, um teure rechtliche Fehler zu vermeiden. Veraltete Klauseln können Bußgelder von bis zu 2.000 Euro nach sich ziehen – informieren Sie sich jetzt im Gratis-E-Book über alle aktuellen Anforderungen. Kostenlosen Ratgeber zum Arbeitsvertrag anfordern
Weitere Termine im Juni
Die Ausbildungsoffensive setzt sich in den kommenden Wochen fort:
- Meßstetten: Am 9. Juni besucht das Programm COACHING4FUTURE die Realschule. Achtklässler erhalten Einblicke in MINT-Berufe durch Robotik-Workshops. Hintergrund: Jeder fünfte Schüler plant aktuell, direkt nach der Schule ins Berufsleben einzusteigen.
- Kassel: Das Regierungspräsidium Kassel veranstaltet am 17. Juni seinen vierten Berufsfeldtag. Die Behörde mit rund 1.800 Beschäftigten informiert über duale Studiengänge und Verwaltungsausbildungen im hessischen Landesdienst.
Die vielfältigen Initiativen sind Teil einer koordinierten Strategie der Allianz für Aus- und Weiterbildung. Ziel ist es, dass kein Schüler ohne klare berufliche Perspektive in die Sommerferien startet. Frank Martin, Chef der hessischen Arbeitsagenturen, brachte es auf den Punkt: Die einzig falsche Entscheidung beim Berufseinstieg sei, gar keine Ausbildung zu machen.
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